Forum Discussion
3 years ago
Ort: Brindleton Bay Highschool
Charaktere: Nael, Milena, Lena, Carolina, Peter, Kalea, Allegra
Titel: Notsitzung im Rektorat
Schließlich finden sich im Büro der Rektorin folgende Beteiligten wieder: Rechtskundelehrer Nael, Hauswirtschaftslehrerin Milena, Nachhilfe Lena, Musiklehrerin Carolina, Vize-Rektor Peter und Kalea. Sie beginnt die Notsitzung mit den Worten: "Danke, dass ihr alle so schnell hier sein konntet."
Peter Heidemann hatte eigentlich seinen freien Tag heute, doch er beeilt sich, der Notsitzung beizusitzen. Er trägt eine Zombie-Halloweenverkleidung. "Sorry, ich war bis eben noch mit meinem Sohn auf einer Trick or Treat - Runde.", sagt er entschuldigend wegen seines Outfits. "Worum geht es?"
"Lieber Peter, tut mir Leid, dass ich dich von deinem Event mit deinem Sohn wegholen musste." Kalea steht hinter ihrem Pult und wirkt sehr angespannt. Wenn nicht sogar ungewohnt ... wütend. "Heute Abend, an dieser Halloween Feier hat sich in der Aula ein inakzeptable Vorfall ereignet. Nael und Peter haben es noch nicht gesehen, aber der Rest von euch. SO ... habe ich mir die Festivität nicht vorgestellt! ... Die Aula ist ein einziges Schlachtfeld. Nicht nur die Schüler*innen wurden damit beschmutzt, ... die Farbe ist überall. Böden, Wände, Stühle, Bühne, Equipment ...", führt Kalea das Gespräch fort.
Carolina nickt. "Das ging wirklich zu weit. Ein kleiner Spaß hier und da ist ja nicht so schlimm. Aber Farbe auf Schüler schütten? So habe ich mir Halloween ebenfalls nicht vorgestellt."
Milena fasst sich an den Kopf. "Einfach entsetzlich! Das dauercht Tage bis ich daas geputzt haabe!" Die Rektorin schaut zur Köchin. "Du putzt da gar nichts! Das kommt gar nicht in die Tüte!"
Lena hält die Hände vor sich verschränkt und hört schweigend zu. Sie hatte die Aufsicht im Flur und sie ist unglaublich froh dass das nicht dort passiert ist.
Entrüstet schaut Nael zwischen seinen Kollegen hin und her. Er kann gar nicht verstehen, wie sich so etwas ereignen konnte. "Das hört sich für mich nach Sachbeschädigung an. Weiß man schon, wie es dazu kam?"
"Einer der Schüler hat eine Falle in die Aula eingebaut.", erklärt Carolina. "Und die dann losgehen lassen. Wer hat denn die Aula dekoriert, weiß das jemand?" Sie war mit der Theater-AG beschäftigt und weiß nicht, welcher Schüler für welche Dekoration zuständig war.
Lena beobachtet schweigend. Sie denkt an den Hausmeister der wahrscheinlich genau wie Milena den Schock seines Lebens erhalten hätte. Der Mann tut ihr wirklich leid, wenn er am Montag in die Schule kommt und das vorfinden muss.
"Diese Frage kann uns nur eine beantworten", kündigt Kalea an. Sie sieht auf eine freie Stelle im Raum. "Allegra, wir brauchen dich!", ruft sie. In sekundenbruchteil erscheint aus einer Rauchwolke die Hexe. "Ihr habt gerufen, Miss Kalea!", sagt die Zauberin ehrfürchtig. "Ja. Du hast sicher eine Idee, wem wir dieses Chaos in der Aula zu verdanken haben." Die Gefragte nickt. "So ist es!"
Gespannt beobachtet Nael die Magierin. Für ihn hört sich das alles nicht mehr nur nach Sachbeschädigung an, sondern mutwilliger Zerstörung. Eine Straftat, der nachgegangen werden muss.
Gespannt dreht Peter den Kopf zu der Magierin. In der Schule, in der er vorher unterrichtet hat, gab es niemanden, der der Magie fähig war, doch mittlerweile hat er sich daran gewöhnt, dass Allegra sich manchmal neben einem materialisiert. Anfangs hatte er noch größere Probleme damit.
Lena hat da schon so einen Verdacht. Es gibt einen Schüler, der regelmäßig bei ihr Nachsitzt während sie andere in der Nachhilfestunde betreut. Er ist nicht der Einzige der hin und wieder nachsitzt aber mit abstand der häufigste Gast in ihrem Klassenzimmer. Sie mag falsch liegen, aber ihr Bauchgefühl traut das sonst keinem anderen Schüler zu.
Die Hexe atmet durch und hebt dann ihre Hände nach vorne. Ihre offenen Handflächen materialisieren einen Kugel. Sie murmelt etwas in einer unbekannten Sprache und in der Kugel zeigen sich Bilder. Wie ein Film zeigen sie wie Blaze den Streich ausführt und augenzwinkernd mit den Worte: "Ich bin weg." verschwindet.
Das Licht der Kugel schwindet und diese löst sich auf. Die Hexe seufzt und muss sich setzen. "Heute warch es sehrch viel ...", sagt sie erschöpft.
"Sullivan... ja das sieht ihm ähnlich!", grummelt Peter. Auch bei ihm im Unterricht zeigt sich der Junge eher selten bis gar nicht von seiner besten Seite.
"Er muss zur Rechenschaft gezogen werden. Wir können das nicht einfach so dulden und lediglich mit Nachsitzen oder Ausschluss vom Unterricht bestrafen." Nael ist alles andere als begeistert. Seine Wut muss er unterdrücken. Wenn er Rektor wäre, würde es scharfe Konsequenzen geben.
Lena rollt mit den Augen. Sie hat es geahnt. Vor kurzem lag er noch in Toiletten, ausgeknockt, und schon wenig später baut er wieder den selben Mist wie zuvor. Sie hat in seiner Akte gelesen, aus Neugier. Diese ist alles andere als rein. Er hätte öfter sitzen bleiben müssen als das eine mal. Aber aus irgend einem Grund ist er das nicht. Lena weiss nicht was in der alten Schule diesbezüglich schief lief. "Was liegt denn so drin an Bestrafungen?" fragt Lena Nael. "Rein Rechtlich gesehen."
Kalea hört aufmerksam zu und möchte den Kolleg*innen zunächst Raum zum Sprechen geben.
Milena sagt ganz klar: "So ein böserch Juunge ..." und fügt noch was in polnisch hinzu, was ihren Unmut widerspiegeln soll.
"Laut dem Paragraphen 303 des Strafgesetzbuches steht Freiheits- oder Geldstrafe im Raum." Der Anwalt schüttelt sauer den Kopf. "Das ist doch nicht das erste Mal, dass wir mit Sullivan Ärger haben. Ich für meinen Teil wäre für die Bezahlung des gesamten Schadens und einen Verweis von der Schule. So einen Schüler können wir nicht weiter dulden!"
"Gut gesprochen!", mischt sich Peter ein. "Dann lernt er es hoffentlich mal. Auch wenn ich das bezweifel." Aber wenn der Junge von der Schule fliegt, muss das ja nicht mehr sein Problem sein.
Kalea, deren Zorn in ihr rumort, nickt zustimmend. "Ich denke wir alle sind uns einig ... hier wurde eine Grenze überschritten. Und es müssen jetzt Konsequenzen folgen." Sie sieht zu Nael. "Wie stehen die Chancen, dass Herr Blaisdell für den Schaden aufkommen muss?"
Dann sieht sie in die Runde. "Und welche Konsequenzen sollen wir noch folgen lassen? Ich bin", Kaleas Blick verfinstert sich, "für JEDE Idee offen!"
Nael räuspert sich. "Sehr gut. Außer er will seinen Sohn im Knast sehen." Nachdenklich legt er seine rechte Hand ans Kinn. "Die Blaisdells haben doch Geld, nicht wahr? Ich denke, das sollte das geringste Problem sein."
Die Antwort von Nael gefällt Kalea.
Milena meldet sich zu Wort und sagt: "Wirch lasse ihn putzen alles!"
Auf Milenas Vorschlag hin schüttelt Nael jedoch nur den Kopf. "Ich denke nicht, dass das viel bringt. Wir sollten einen Reinigungstrupp auf Kosten von Sullivans Vater bestellen lassen, damit wir die Aula schnell wieder herrichten können. Sullivan könnte allerdings andere Arbeiten vollrichten, z.B. Müll auf dem Schulhof einsammeln oder unserem Hausmeister helfen."
Kalea winkt ab. "Das ist zwar eine richtige, erzieherische Maßnahme ... aber ich glaube nicht, dass dies was bringen wird. Dafür kenne ich seine Akte zu gut." Sie wird das Gefühl nicht los, dass ihre liberale Haltung als Freischein für Unfug verstanden wurde und somit der jetzigen Situation damit Nährboden gegeben hat.
Peter nickt. "Das Geld wird den Blaisdells leider auch nicht weh tun. Da haben sie zu viel von. Aber zumindest können wir uns dann die Reinigung finanzieren."
"Dann bleibt ja nur Übernahme der gesamten Kosten und ein Rauswurf. Sind alle dafür?", fragt Nael überschwänglich.
Kalea denkt nach. "Es gibt noch eine Möglichkeit", dabei sieht sie zu Miss Vanya. Die Hexe schaut auf und seufzt. "Sicherch", antwortet sie knapp.
Neugierig sieht Carolina zur Hexe. Sie kennt sich in Sachen Recht zu wenig aus und hat sich daher im Gespräch etwas zurück gehalten, doch diese Möglichkeit, die Kalea erwähnt, hat sie neugierig gemacht. "Welche Möglichkeit denn?", fragt sie daher.
Lena schaut mit ihren verschränkten Armen auf. Wollen sie es ihm mit gleicher Münze heimzahlen? Ihr Blick wandert zu Nael. Ist das Rechtens?
Kalea steht auf und schaut ihre Kolleginnen an. "Dafür müsste ich etwas ausholen. ... Wie ihr sicher alle aus Erzählungen oder Überlieferungen wisst, besitzen Hexen oder Zauberer unterschiedlich starke, magische Kräfte. ... Allegra hat mir vor Halloween erzählt, dass ihre Kräfte an zwei bestimmten Tagen des Jahres am größten sind. An der Walpurgisnacht und heute an Halloween. Daher habe ich sie gebeten, wenn sie es für passend findet, den Jugendlichen ein unvergessliches Halloween zu bescheren. Ein Halloween, an das sie sich gerne erinnern. ... Jedoch ist jetzt das Gegenteil eingetreten ..."
Dann wendet die Rektorin ihren Blick auf Allegra zu. "Gibt es in der okkulten Welt Regeln, die wir in keinem Fall missachten sollten?" Die Gefragte atmet durch und erklärt: "In magische Welt wirch Hexen dürchfen mit Magie keine Wunden heilen, Tote wiederchbelebe oderch das Wesen von Sims verändern. Das sein nicht so gut und wird bestraft." Die Zuhörerin erwidert: "Aber im Rahmen dieser Regeln dürfen wir uns frei bewegen?" Die Hexe nickt. Lächelnd sieht Kalea zu den Kolleg*innen. "Was haltet ihr davon, wenn wir Sullivan durch einen Zauber vor Augen führen, welchen Schaden sein Handeln verursacht hat? In einer Form, dass er nachhaltig was lernt?"
An der Ethik zweifelnd verzieht Lena das Gesicht. Ist das wirklich nötig? Ein Schulverweis und die Kosten für den Schaden zu tragen, sind angemessene Bestrafungen. Wenn er weg ist, ist er nicht mehr das Problem der Lehrerschaft hier und er wird keinen Abschluss machen. Das wird ihn vielleicht heute nicht ärgern, vielleicht auch nicht morgen, aber irgendwann wenn er älter ist. Spätestens wenn ihm Türen versperrt sind die er nur mit einer anständigen Schulbildung durchqueren kann. "Wie traumatisch wollt ihr es denn gestalten...?" fragt die Nachhilfelehrerin sarkasmusgeschwängert. Klar, wenn er jetzt was draus lernt würde er vielleicht nicht in eine verbaute Zukunft steuern, aber ganz ehrlich? Das ist doch nicht ihr Problem.
"Also, ich bin der Meinung, dass ein Rauswurf die bessere Möglichkeit ist.", mischt sich Peter ein. "Sullivan hatte schon genug Chancen. Er will es einfach nicht einsehen. Er wird es auch nach dem Rauswurf nicht einsehen, aber das ist dann nicht mehr unser Problem." Dann fügt er noch dazu: "Und natürlich kommt die Geldstrafe ja auch noch hinzu." Es ist deutlich, dass der Lehrer Sullivan nicht wirklich leiden kann.
Carolina steht Sullivan zwar neutraler gegenüber als ihr Kollege, aber sie sieht ein, dass der Streich in der Aula wirklich zu weit ging. Ein Rauswurf wäre da schon gerechtfertigt. "Also ich denke auch, dass wir auf einen Zauber verzichten sollen.", sagt sie nur.
Ein Blick auf die Uhr lässt Kalea zur Vernunft kommen. "Ihr habt sicherlich recht. Es ist spät und solche schwerwiegende Entscheidungen sollten nicht in einer Hauruck Aktion entschieden werden. ... Das Konsequenzen folgen müssen, steht außer Frage. Ich bin für eure Argumente und Sichtweisen dankbar. Wir vertagen die Sitzung auf den nächsten Tag. In der großen, gemeinsamen Runde treffen wir dann eine gemeinsame Entscheidung. Wäre dies in eurem Sinne?"
Lena nickt. Es ist eine gute Idee darüber zu schlafen. Sie schaut auf ihre Uhr. "Ja. Tut mir Leid." entschuldigt sie sich für die forsche Haltung von eben. "Es ist spät. Ich werd auch nochmal darüber nachdenken."
"Einverstanden.", sagen Peter und Carolina fast gleichzeitig. Sie sehen sich an. Wenn die Situation nicht so ernst wäre, hätte Carolina einen Spruch wie "Zwei Dumme, ein Gedanke!" oder sowas in der Art rausgehauen, doch das ist in dieser Situation nicht angemessen. Und so belässt sie es dabei.
Nickend sieht Kalea zu Allegra. "Würdest du uns noch einen letzten Gefallen tun?" Die Hexe kann sich denken, worum es geht und nickt. Die Rektorin sagt also: "Dann schlaft gut, erholt euch und dann sehen wir uns morgen mit frischer Energie wieder. Miss Vanya, sie dürfen." Die Hexe hebt ihre Hand und sagt: "Bibbidi Babbidi Bu"
Und schon verschwinden alle Anwesenden in Rauchwolken und finden sich jeweils in ihrem eigenen Zuhause wieder. Für die Sitzung, die über Sullivans Strafe entscheidet, werden alle Lehrer*innen von Kalea benachrichtigt.
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha @KFutagoh89 @Spatz )
Charaktere: Nael, Milena, Lena, Carolina, Peter, Kalea, Allegra
Titel: Notsitzung im Rektorat
Schließlich finden sich im Büro der Rektorin folgende Beteiligten wieder: Rechtskundelehrer Nael, Hauswirtschaftslehrerin Milena, Nachhilfe Lena, Musiklehrerin Carolina, Vize-Rektor Peter und Kalea. Sie beginnt die Notsitzung mit den Worten: "Danke, dass ihr alle so schnell hier sein konntet."
Peter Heidemann hatte eigentlich seinen freien Tag heute, doch er beeilt sich, der Notsitzung beizusitzen. Er trägt eine Zombie-Halloweenverkleidung. "Sorry, ich war bis eben noch mit meinem Sohn auf einer Trick or Treat - Runde.", sagt er entschuldigend wegen seines Outfits. "Worum geht es?"
"Lieber Peter, tut mir Leid, dass ich dich von deinem Event mit deinem Sohn wegholen musste." Kalea steht hinter ihrem Pult und wirkt sehr angespannt. Wenn nicht sogar ungewohnt ... wütend. "Heute Abend, an dieser Halloween Feier hat sich in der Aula ein inakzeptable Vorfall ereignet. Nael und Peter haben es noch nicht gesehen, aber der Rest von euch. SO ... habe ich mir die Festivität nicht vorgestellt! ... Die Aula ist ein einziges Schlachtfeld. Nicht nur die Schüler*innen wurden damit beschmutzt, ... die Farbe ist überall. Böden, Wände, Stühle, Bühne, Equipment ...", führt Kalea das Gespräch fort.
Carolina nickt. "Das ging wirklich zu weit. Ein kleiner Spaß hier und da ist ja nicht so schlimm. Aber Farbe auf Schüler schütten? So habe ich mir Halloween ebenfalls nicht vorgestellt."
Milena fasst sich an den Kopf. "Einfach entsetzlich! Das dauercht Tage bis ich daas geputzt haabe!" Die Rektorin schaut zur Köchin. "Du putzt da gar nichts! Das kommt gar nicht in die Tüte!"
Lena hält die Hände vor sich verschränkt und hört schweigend zu. Sie hatte die Aufsicht im Flur und sie ist unglaublich froh dass das nicht dort passiert ist.
Entrüstet schaut Nael zwischen seinen Kollegen hin und her. Er kann gar nicht verstehen, wie sich so etwas ereignen konnte. "Das hört sich für mich nach Sachbeschädigung an. Weiß man schon, wie es dazu kam?"
"Einer der Schüler hat eine Falle in die Aula eingebaut.", erklärt Carolina. "Und die dann losgehen lassen. Wer hat denn die Aula dekoriert, weiß das jemand?" Sie war mit der Theater-AG beschäftigt und weiß nicht, welcher Schüler für welche Dekoration zuständig war.
Lena beobachtet schweigend. Sie denkt an den Hausmeister der wahrscheinlich genau wie Milena den Schock seines Lebens erhalten hätte. Der Mann tut ihr wirklich leid, wenn er am Montag in die Schule kommt und das vorfinden muss.
"Diese Frage kann uns nur eine beantworten", kündigt Kalea an. Sie sieht auf eine freie Stelle im Raum. "Allegra, wir brauchen dich!", ruft sie. In sekundenbruchteil erscheint aus einer Rauchwolke die Hexe. "Ihr habt gerufen, Miss Kalea!", sagt die Zauberin ehrfürchtig. "Ja. Du hast sicher eine Idee, wem wir dieses Chaos in der Aula zu verdanken haben." Die Gefragte nickt. "So ist es!"
Gespannt beobachtet Nael die Magierin. Für ihn hört sich das alles nicht mehr nur nach Sachbeschädigung an, sondern mutwilliger Zerstörung. Eine Straftat, der nachgegangen werden muss.
Gespannt dreht Peter den Kopf zu der Magierin. In der Schule, in der er vorher unterrichtet hat, gab es niemanden, der der Magie fähig war, doch mittlerweile hat er sich daran gewöhnt, dass Allegra sich manchmal neben einem materialisiert. Anfangs hatte er noch größere Probleme damit.
Lena hat da schon so einen Verdacht. Es gibt einen Schüler, der regelmäßig bei ihr Nachsitzt während sie andere in der Nachhilfestunde betreut. Er ist nicht der Einzige der hin und wieder nachsitzt aber mit abstand der häufigste Gast in ihrem Klassenzimmer. Sie mag falsch liegen, aber ihr Bauchgefühl traut das sonst keinem anderen Schüler zu.
Die Hexe atmet durch und hebt dann ihre Hände nach vorne. Ihre offenen Handflächen materialisieren einen Kugel. Sie murmelt etwas in einer unbekannten Sprache und in der Kugel zeigen sich Bilder. Wie ein Film zeigen sie wie Blaze den Streich ausführt und augenzwinkernd mit den Worte: "Ich bin weg." verschwindet.
Das Licht der Kugel schwindet und diese löst sich auf. Die Hexe seufzt und muss sich setzen. "Heute warch es sehrch viel ...", sagt sie erschöpft.
"Sullivan... ja das sieht ihm ähnlich!", grummelt Peter. Auch bei ihm im Unterricht zeigt sich der Junge eher selten bis gar nicht von seiner besten Seite.
"Er muss zur Rechenschaft gezogen werden. Wir können das nicht einfach so dulden und lediglich mit Nachsitzen oder Ausschluss vom Unterricht bestrafen." Nael ist alles andere als begeistert. Seine Wut muss er unterdrücken. Wenn er Rektor wäre, würde es scharfe Konsequenzen geben.
Lena rollt mit den Augen. Sie hat es geahnt. Vor kurzem lag er noch in Toiletten, ausgeknockt, und schon wenig später baut er wieder den selben Mist wie zuvor. Sie hat in seiner Akte gelesen, aus Neugier. Diese ist alles andere als rein. Er hätte öfter sitzen bleiben müssen als das eine mal. Aber aus irgend einem Grund ist er das nicht. Lena weiss nicht was in der alten Schule diesbezüglich schief lief. "Was liegt denn so drin an Bestrafungen?" fragt Lena Nael. "Rein Rechtlich gesehen."
Kalea hört aufmerksam zu und möchte den Kolleg*innen zunächst Raum zum Sprechen geben.
Milena sagt ganz klar: "So ein böserch Juunge ..." und fügt noch was in polnisch hinzu, was ihren Unmut widerspiegeln soll.
"Laut dem Paragraphen 303 des Strafgesetzbuches steht Freiheits- oder Geldstrafe im Raum." Der Anwalt schüttelt sauer den Kopf. "Das ist doch nicht das erste Mal, dass wir mit Sullivan Ärger haben. Ich für meinen Teil wäre für die Bezahlung des gesamten Schadens und einen Verweis von der Schule. So einen Schüler können wir nicht weiter dulden!"
"Gut gesprochen!", mischt sich Peter ein. "Dann lernt er es hoffentlich mal. Auch wenn ich das bezweifel." Aber wenn der Junge von der Schule fliegt, muss das ja nicht mehr sein Problem sein.
Kalea, deren Zorn in ihr rumort, nickt zustimmend. "Ich denke wir alle sind uns einig ... hier wurde eine Grenze überschritten. Und es müssen jetzt Konsequenzen folgen." Sie sieht zu Nael. "Wie stehen die Chancen, dass Herr Blaisdell für den Schaden aufkommen muss?"
Dann sieht sie in die Runde. "Und welche Konsequenzen sollen wir noch folgen lassen? Ich bin", Kaleas Blick verfinstert sich, "für JEDE Idee offen!"
Nael räuspert sich. "Sehr gut. Außer er will seinen Sohn im Knast sehen." Nachdenklich legt er seine rechte Hand ans Kinn. "Die Blaisdells haben doch Geld, nicht wahr? Ich denke, das sollte das geringste Problem sein."
Die Antwort von Nael gefällt Kalea.
Milena meldet sich zu Wort und sagt: "Wirch lasse ihn putzen alles!"
Auf Milenas Vorschlag hin schüttelt Nael jedoch nur den Kopf. "Ich denke nicht, dass das viel bringt. Wir sollten einen Reinigungstrupp auf Kosten von Sullivans Vater bestellen lassen, damit wir die Aula schnell wieder herrichten können. Sullivan könnte allerdings andere Arbeiten vollrichten, z.B. Müll auf dem Schulhof einsammeln oder unserem Hausmeister helfen."
Kalea winkt ab. "Das ist zwar eine richtige, erzieherische Maßnahme ... aber ich glaube nicht, dass dies was bringen wird. Dafür kenne ich seine Akte zu gut." Sie wird das Gefühl nicht los, dass ihre liberale Haltung als Freischein für Unfug verstanden wurde und somit der jetzigen Situation damit Nährboden gegeben hat.
Peter nickt. "Das Geld wird den Blaisdells leider auch nicht weh tun. Da haben sie zu viel von. Aber zumindest können wir uns dann die Reinigung finanzieren."
"Dann bleibt ja nur Übernahme der gesamten Kosten und ein Rauswurf. Sind alle dafür?", fragt Nael überschwänglich.
Kalea denkt nach. "Es gibt noch eine Möglichkeit", dabei sieht sie zu Miss Vanya. Die Hexe schaut auf und seufzt. "Sicherch", antwortet sie knapp.
Neugierig sieht Carolina zur Hexe. Sie kennt sich in Sachen Recht zu wenig aus und hat sich daher im Gespräch etwas zurück gehalten, doch diese Möglichkeit, die Kalea erwähnt, hat sie neugierig gemacht. "Welche Möglichkeit denn?", fragt sie daher.
Lena schaut mit ihren verschränkten Armen auf. Wollen sie es ihm mit gleicher Münze heimzahlen? Ihr Blick wandert zu Nael. Ist das Rechtens?
Kalea steht auf und schaut ihre Kolleginnen an. "Dafür müsste ich etwas ausholen. ... Wie ihr sicher alle aus Erzählungen oder Überlieferungen wisst, besitzen Hexen oder Zauberer unterschiedlich starke, magische Kräfte. ... Allegra hat mir vor Halloween erzählt, dass ihre Kräfte an zwei bestimmten Tagen des Jahres am größten sind. An der Walpurgisnacht und heute an Halloween. Daher habe ich sie gebeten, wenn sie es für passend findet, den Jugendlichen ein unvergessliches Halloween zu bescheren. Ein Halloween, an das sie sich gerne erinnern. ... Jedoch ist jetzt das Gegenteil eingetreten ..."
Dann wendet die Rektorin ihren Blick auf Allegra zu. "Gibt es in der okkulten Welt Regeln, die wir in keinem Fall missachten sollten?" Die Gefragte atmet durch und erklärt: "In magische Welt wirch Hexen dürchfen mit Magie keine Wunden heilen, Tote wiederchbelebe oderch das Wesen von Sims verändern. Das sein nicht so gut und wird bestraft." Die Zuhörerin erwidert: "Aber im Rahmen dieser Regeln dürfen wir uns frei bewegen?" Die Hexe nickt. Lächelnd sieht Kalea zu den Kolleg*innen. "Was haltet ihr davon, wenn wir Sullivan durch einen Zauber vor Augen führen, welchen Schaden sein Handeln verursacht hat? In einer Form, dass er nachhaltig was lernt?"
An der Ethik zweifelnd verzieht Lena das Gesicht. Ist das wirklich nötig? Ein Schulverweis und die Kosten für den Schaden zu tragen, sind angemessene Bestrafungen. Wenn er weg ist, ist er nicht mehr das Problem der Lehrerschaft hier und er wird keinen Abschluss machen. Das wird ihn vielleicht heute nicht ärgern, vielleicht auch nicht morgen, aber irgendwann wenn er älter ist. Spätestens wenn ihm Türen versperrt sind die er nur mit einer anständigen Schulbildung durchqueren kann. "Wie traumatisch wollt ihr es denn gestalten...?" fragt die Nachhilfelehrerin sarkasmusgeschwängert. Klar, wenn er jetzt was draus lernt würde er vielleicht nicht in eine verbaute Zukunft steuern, aber ganz ehrlich? Das ist doch nicht ihr Problem.
"Also, ich bin der Meinung, dass ein Rauswurf die bessere Möglichkeit ist.", mischt sich Peter ein. "Sullivan hatte schon genug Chancen. Er will es einfach nicht einsehen. Er wird es auch nach dem Rauswurf nicht einsehen, aber das ist dann nicht mehr unser Problem." Dann fügt er noch dazu: "Und natürlich kommt die Geldstrafe ja auch noch hinzu." Es ist deutlich, dass der Lehrer Sullivan nicht wirklich leiden kann.
Carolina steht Sullivan zwar neutraler gegenüber als ihr Kollege, aber sie sieht ein, dass der Streich in der Aula wirklich zu weit ging. Ein Rauswurf wäre da schon gerechtfertigt. "Also ich denke auch, dass wir auf einen Zauber verzichten sollen.", sagt sie nur.
Ein Blick auf die Uhr lässt Kalea zur Vernunft kommen. "Ihr habt sicherlich recht. Es ist spät und solche schwerwiegende Entscheidungen sollten nicht in einer Hauruck Aktion entschieden werden. ... Das Konsequenzen folgen müssen, steht außer Frage. Ich bin für eure Argumente und Sichtweisen dankbar. Wir vertagen die Sitzung auf den nächsten Tag. In der großen, gemeinsamen Runde treffen wir dann eine gemeinsame Entscheidung. Wäre dies in eurem Sinne?"
Lena nickt. Es ist eine gute Idee darüber zu schlafen. Sie schaut auf ihre Uhr. "Ja. Tut mir Leid." entschuldigt sie sich für die forsche Haltung von eben. "Es ist spät. Ich werd auch nochmal darüber nachdenken."
"Einverstanden.", sagen Peter und Carolina fast gleichzeitig. Sie sehen sich an. Wenn die Situation nicht so ernst wäre, hätte Carolina einen Spruch wie "Zwei Dumme, ein Gedanke!" oder sowas in der Art rausgehauen, doch das ist in dieser Situation nicht angemessen. Und so belässt sie es dabei.
Nickend sieht Kalea zu Allegra. "Würdest du uns noch einen letzten Gefallen tun?" Die Hexe kann sich denken, worum es geht und nickt. Die Rektorin sagt also: "Dann schlaft gut, erholt euch und dann sehen wir uns morgen mit frischer Energie wieder. Miss Vanya, sie dürfen." Die Hexe hebt ihre Hand und sagt: "Bibbidi Babbidi Bu"
Und schon verschwinden alle Anwesenden in Rauchwolken und finden sich jeweils in ihrem eigenen Zuhause wieder. Für die Sitzung, die über Sullivans Strafe entscheidet, werden alle Lehrer*innen von Kalea benachrichtigt.
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha @KFutagoh89 @Spatz )