Forum Discussion
3 years ago
Ort: Windenburg
Charaktere: Artjom / Nouki
Geschichtsstrang: Wohin das führt
Er hat überlegt sie in den Bandraum einzuladen, aber dort ist es dreckig. Bei sich zu Hause kommt ihm seine Mutter in die Quere und wie peinlich ist es die Tür nicht schließen zu dürfen. Also Windenburg. Es gibt dort diese niedliche Pizzeria mit gut bewertetem Ambiente, in die er Nouki eingeladen hat. Essen beim Italiener, ein Klassiker. Und danach Spaziergang durch die Altstadt. Nouki ist ein praktisches Mädchen, was sich aber auch gern mal fallen lässt. Das kriegt er hin. Der Kuss vor ihrem Haus war herausragend und schön und er muss ihr zeigen, dass er davon mehr will und nur er.
Vor der Pizzeria am Brunnen wartet er und lauscht dem Plätschern des Wassers. Artjom freut sich auf sie. Das ist das erste offizielle Date. Endlich ohne Köter und ohne Morgenluft die in der Nase fast gefriert.
Mit klopfendem Herzen ist Nouki unterwegs zur Pizzeria, in der sie heute mit Artjom essen wird. Ihr erstes Date und das erste Mal für sie, dass ein Junge sie einlädt, so ganz offiziell. Das ist mehr als aufregend. Die Vorfreude lässt sie ihre Schritte beschleunigen. Hoffentlich wird der Abend nicht so chaotisch, wie die Vorbereitungen zuhause, denkt sie halb amüsiert, halb besorgt. Eine Stunde lang hatte sie ihren Kleiderschrank durchwühlt, Outfits anprobiert, wieder verworfen und wieder Neues kombiniert. Das Ende vom Lied war ein riesiger Haufen Klamotten auf ihrem Bett und das Outfit, das sie jetzt trägt. Zwar eins ihrer liebsten und warm, aber eigentlich wäre sie lieber etwas schicker gegangen. Die Konsequenz wäre aber gewesen, zu frieren, was bedeutet hätte den ganzen Abend ein unkomfortables Gefühl zu haben und das ist das Letzte was sie will. Wenigstens muss ich mir wegen der Frisur keinen Kopf machen, denkt sie amüsiert, während sie nochmal ihr Gehtempo erhöht. Da ist er. Ihr Herz macht einen Stolperschlag und beschleunigt enorm. „Buona sera, come stai?“ fragt sie, als sie bei ihm ankommt und umarmt ihn freudig.
Artjom umarmt sie fest. „Äh.. Non parlo italiano.. oder so.“ er grinst. „Pero estoy bien. Wären wir besser ukrainisch essen gegangen, da könnt ich wirklich punkten.“ Vergnügt zeigt er auf das Restaurant hinter sich. „Hast du Hunger?“
"Ich hab immer Hunger und ich liebe italienisches Essen." bestätigt Nouki lächelnd und schaut zu ihm auf. "Du wohl auch, sonst hättest du es ja nicht ausgesucht."
„In Russland sagt man ‚Brot ist der Kopf von allem‘. Passt ganz gut zu einer Pizzeria. Aber ich schätze auch den Belag.“ sagt er amüsiert und geht mit ihr auf den Eingang zu.
Am Empfang steht ein Italiener der ihnen einen Tisch für Due Persone zeigt und sofort die Kerzen darauf entzündet nachdem sie sich gesetzt haben. Er bringt die Speisekarte und fragt nach den Getränkewünschen der Gäste. Als er weg ist lehnt Artjom sich zurück und studiert die Karte. Dabei fährt er mit dem Daumen über seine Narbe. „Und? Was ist deine Lieblingspizza?“ fragte er und schaut sie freundlich über den Kartenrand an.
Nachdem sie die Getränke gewählt haben, sieht Nouki sich kurz um. Es ist schnuckelig hier und genau so, wie man sich ein italienisches Restaurant wünscht. Ein Ambiente zum wohl fühlen. Artjom hat wirklich Geschmack bewiesen mit seiner Wahl. Dieses Gefühl lässt sie warm zurück lächeln, als sie seine Frage beantwortet. "Schwierig...alle außer Meeresfrüchte?" Nouki schmunzelt. "Wenn ich mich entscheiden soll, dann Calzone mit scharfen Pepperoni. Ich liebe es, sie an zu schneiden, der Käse läuft so herrlich geschmolzen heraus und die Kräuteraromawolke haut mich um." Sie lacht. "Mir läuft schon das Wasser im Munde zusammen beim Gedanken daran." Sie legt die Karte zur Seite, nimmt sich ein Stück Bruschetta aus dem Körbchen, das der Ober gerade auf den Tisch gestellt hat und knabbert daran herum. "Und deine?" fragt sie dann neugierig. "Aber eigentlich bist du ja mehr so der Pasta Typ, nicht?" fügt sie dann schmunzelnd an, in Erinnerung an den Heimweg an Halloween.
Artjom braucht einen Moment bis er es schnallt und gibt ihr lachend recht. „Das ist gar nicht so unwahr.“ Er legt die Karte ebenfalls weg und lehnt sich wieder vor, „Klingt vielleicht langweilig, aber mein Lieblingslebensmittel ist Mais und das find ich auch auf ner Pizza mega.“ er formt ein O mit Zeigefinger und Daumen. „Meine Mom kocht gern traditionell, da komm ich meistens weniger in den Genuss. Deswegen nutz ich das heute aus.“ er lächelt Nouki an.
Nouki grinst. "Mais hab ich am liebsten als Popcorn. Ansonsten verfüttere ich ihn auch oft an unsere Hühner, die lieben ihn auch." Sie wird wieder ernster und sieht Artjom aufmerksam an. "Magst du mir ein bisschen erzählen von deiner Heimat? Und der Kultur? Was es dir bedeutet? Ich weiß gar nicht so viel über die Ukraine." gibt sie leicht verlegen zu.
„Ich auch nicht.“ sagt er und muss bei ihrem Blick lachen. „Nein Spass… ich will dich nicht mit einer öden Geschichtsstunde langweilen.“ Artjom könnte ihr nahezu alles von der Völkerwanderungszeit bis zur Sowjetunion erzählen, was er zwar gerne täte, aber er hat gelernt das Streber nicht anerkannt sind. Vor allem nicht auf Dates. „Ich bin nicht sooo verwurzelt. Ich mag das essen und die Mentalität, aber ich find mich auch in anderen Kulturen zurecht. Nichtsdestotrotz hat das Land viel zu bieten. Schöne Landschaften, viel Kunst, es ist das dritte… oder vierte? Land auf der Liste der gebildetsten Bevölkerung..“ er grinst schief, „Ich war da bis ich 13 wurde, danach sind wir oft umgezogen.“ er hebt die Schultern, da das seiner Mutter geschuldet ist. „Ich hab dort neben der Landessprache, simlisch gelernt und verstehe auch russisch. Und natürlich Gebärdensprache. Aber das hat weniger mit meiner Herkunft zu tun.“ sagt er ohne angeberisch zu klingen, aber mit einem gesunden Stolz in der Stimme.
Gebannt lauscht Nouki seinen Worten. Er weiß so viel was sie interessiert und sie würde im Moment jedes Wort aufsaugen, das ihr mehr über ihn verrät. Nichts davon wäre langweilig . In ihren morgendlichen Gesprächen konnten sie Themen oft nur anschneiden oder es ging um Schule und die Theater AG. Sie genießt es, sich endlich in Ruhe mit ihm zu unterhalten, auch wenn ihre Gedanken, wie immer in seiner Gegenwart, ein wenig durcheinander purzeln. Die Schmetterlinge im Bauch tanzen meist zu unruhig. Hoffentlich kann sie heute die Pizza überhaupt essen. In den letzten Tagen war nach ein paar Bissen Schluss und sie musste sich schon besorgte Fragen von ihrer Mutter gefallen lassen, die heute in : bist du vielleicht verliebt? gipfelten. Noukis strahlendes Lächeln war wohl Antwort und Beruhigung genug. Sie hat noch nicht von Artjom erzählt zuhause, aber ihre Mutter weiß, dass sie von selbst kommt wenn die Zeit dafür reif ist. Der Ober serviert die Getränke und nimmt ihre Bestellung auf. Nouki dankt lächelnd und setzt dann die Unterhaltung mit Artjom fort. "Du sprichst drei Sprachen, wow." Die Bewunderung in ihrem Blick bleibt. "Wie kommt es dass du die Gebärdensprache gelernt hast? Das ist faszinierend und ich würde das auch gerne können. Könnte mir mal beruflich nützlich sein."
Artjom trinkt einen Schluck von der bestellten Sprite. „Mein Vater ist Gehörlos. Wenn er dabei ist, sprechen wir immer…“ die nächsten Worte unterstützt er mit den Händen, „…zusätzlich mit Gebärdensprache.“ er legt lächelnd wieder eine Hand an sein Glas und stützt sich auf den anderen Unterarm was ihn interessiert wirken lässt, „Aber er kann auch Lippenlesen. Ich kann das nur ein bisschen. Was willst du denn später machen?“
Beeindruckt nimmt Nouki einen Schluck Mineralwasser und dreht dann an dem Glas herum, während sie antwortet. "Ich hab in letzter Zeit viel überlegt. Ursprünglich war der Plan mal junge Sporttalente zu fördern und zu trainieren, aber ich hab mich jetzt entschlossen Sporttherapeutin zu werden. Ich denke Sport hilft körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen sich selbst besser zu erleben, das Selbstbewusstsein zu stärken oder ihr Körperempfinden zu entwickeln. Der Gedanke gefällt mir und Sport ist nun mal was, worin ich richtig gut bin und was ich liebe." Sie lächelt ihn offen an. "Am liebsten würde ich dann mit Kindern arbeiten, aber das weiß ich noch nicht so genau."
„Ein nobles Ziel.“ antwortet Artjom und sieht sie aufrichtig lächelnd an, und mit Gebärdensprache unterstützt fügt er an, „Ich bring dir was bei, wenn du willst.“ er grinst. Zugegeben ist er schon sehr stolz dass diese Fähigkeit immer wieder beeindruckt und er muss nicht mal was dafür tun. „Sind alle in deiner Familie so Sportfreaks?“ fragt er, „Oder woher die Begeisterung?“
"Das würde mich sehr freuen, wenn du mir das beibringst." Noukis Augen strahlen, als sie das sagt. Artjom scheint mit allen Anforderungen in seinem Leben so spielerisch leicht zurecht zu kommen. Nouki beneidet ihn fast um diese Fähigkeit. Dann grinst sie. "Sportfreaks? Nein, ganz und gar nicht. Mein Vater ist ein viel beschäftigter Geschäftsmann und verbringt sein halbes Leben am PC und meine Mutter wandert zwar gern, aber mehr weil dann die ganze Familie etwas zusammen unternimmt. Keine Ahnung wo das bei mir herkommt. Ich musste mich schon immer viel bewegen. Schon als kleines Kind konnte ich nicht einfach gehen, ich bin immer gerannt. Gefühlt meine ganze Kindheit lang. Das ist mir geblieben und jetzt kanalisiere ich die Energie einfach nur." Sie muss lachen.
"Aber erzähl du doch mal von deiner Familie. Was hat dein Vater für eine Arbeit? Und was möchtest du mal machen später?"
„Mein Vater schreibt für ein Online Portal. Sammelt Daten, und macht Zusammenfassungen und so weiter. Freier Journalist könnte man sagen, obwohl er nicht muss. Und ich…“ Artjom lehnt sich zurück und denkt kurz auf den Tisch schauend nach. „Meine Mutter möchte, dass ich Jura studiere, aber…“ er schaut zu Nouki auf und lächelt ein wenig, „vielleicht mach ich…. nein, sehr wahrscheinlich mach ich das nicht.“ er hat es satt sein Leben von ihr bestimmen zu lassen. Er weiss nur noch nicht wie er das umsetzt ohne dass sie aus allen Wolken fällt. „Ich glaub mich ziehts auch in den Journalismus. Mit Leuten reden, Informationen verbreiten. Vor allem kann ich in einem Studium dieser Art auch locker einen Abstecher zu den Fächern Geschichte und Politikwissenschaften machen.“ Artjom klingt sicher in dem was er sagt, „Aber mal sehn ob meine Mom mir nicht nen Strich durch die Rechnung macht. Bei ihr weiss man nie.“ jetzt lächelt er nicht mehr.
"Dann hat dich dein Paps also inspiriert, das ist cool. Du könntest dann auch viel reisen, Worte und ihre kreative Verwendung beherrscht du ja perfekt und deine Mutter wird deine Entscheidung sicher verstehen, wenn du ihr das entsprechend erklärst."
Sie versucht in Artjoms ernster Miene zu lesen. "Hast du das Gefühl, dass sie dich nicht in deinen eigenen Vorstellungen unterstützen wird? Habt ihr schon geredet miteinander?" Das ist etwas, was sie sich gar nicht vorstellen kann. Wenn Nouki sich ernsthaft Gedanken über ihr Leben macht und ihren Eltern die Pläne mitteilt, wird am großen Tisch darüber gesprochen und sie kann sich der Unterstützung beider sicher sein, sofern ihre Vorstellungen realistisch und finanzierbar sind. Das Essen wird serviert und Nouki spürt erleichtert. dass der Duft der im Holzofen gebackenen Pizza ihren Appetit anregt. "Buon appetito." wünscht sie Artjom lächelnd und schneidet genüsslich ihre Calzone an, während sie gespannt auf seine Antwort wartet. Jura ist knochentrockener Stoff, da sollte man schon Leidenschaft mitbringen, um so ein Studium durch zu ziehen. Sowas darf er sich nicht aufladen, wenn sein Herz für eine ganz andere Richtung schlägt.
Artjom richtet sich auf als der Teller serviert wird. Während er die Pizza Americana schneidet, sagt er, „Jaaaa… nein… das ist nicht so einfach bei meiner Mutter. Wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat gibts keine Diskussion. Sie ist echt stur.“ er steckt sich ein Dreieck auf die Gabel und schiebt es in den Mund. Kauend und ein wenig grinsend sagt er weiter, „Solltest du sie je kennen lernen, nimm einfach nichts was sie sagt ernst. Damit fährst du am besten.“
Er hält es für möglich, dass sie seine Mutter kennen lernt. Noukis Herzschlag beschleunigt sich etwas. "Und wenn sie mir erzählt, was sie für einen tollen Sohn hat?" fragt sie grinsend zurück. "Gilt das dann auch?"
„Ja dann auch. Ist eh nicht ernst gemeint dann.“ er sieht Nouki an, „Also ich mein,“ er breitet ein wenig die Arme aus und zeigt mit beiden Händen auf sich, „mach dir lieber ein eigenes Bild.“ Er zwinkert und widmet sich wieder seiner Pizza. „Sie ist okay, meint 's grundsätzlich nicht böse, aber… sie kann halt nicht die Klappe halten und dann ist schnell mal was gesagt, was nicht….“ er unterbricht sich und lächelt, „Wie sind deine Eltern? Unterstützen sie dich bei der Berufswahl? Und von wem von beiden hast du diese schrille Haarfarbe geerbt?“ das letzte betont er scherzhaft, wobei ein Vater mit pinken Haaren auch nicht alle Tage anzutreffen ist.
Im Kauen inne haltend mustert Nouki Artjom aufmerksam. Er hat nicht gescherzt, auch wenn er so locker darüber spricht. Irgendwas läuft wohl nicht ganz rund zwischen seiner Mutter und ihm. Sie würde gern fragen wie sein Vater dazu steht, aber das ist kein günstiger Zeitpunkt das Thema zu vertiefen, vor allem da Artjom jetzt selbst davon ablenkt. "Natürlich mach ich mir selbst ein Bild und was ich bisher kenne, ist ziemlich...angenehm." sagt sie leise schmunzelnd, ehe sie ihre Serviette benutzt und einen Schluck trinkt. "Ich habe wirklich Glück mit meinen Eltern. Sie lassen mir viel Freiheit, unterstützen mich..sogar dann wenn ich Entscheidungen treffe, die ihren Vorstellungen entgegen laufen. Mein Vater ist Food Designer, hat eine eigene Firma und das Geschäft boomt, seit vegane Produkte immer beliebter werden. Beide wollten, dass ich da mal mit einsteige, aber dann haben wir uns alle zusammengesetzt und schließlich haben Mama und Papa meinen Berufswunsch akzeptiert. Und!" sie erhebt den Zeigefinger und auch etwas die Stimme."..auch meine neue Haarfarbe. Das war so eine Spontanaktion mit Ellie. Sie hat blau gefärbt und ich pink. Eigentlich hab ich rote Haare. fast wie Tani schießt es ihr durch den Kopf. Sie lacht trotzdem leise und spießt eine Pepperoni auf die Gabel, die sie sorgfältig mit geschmolzenem Käse umwickelt und in den Mund schiebt.
"Mein Vater nennt mich jetzt nicht mehr Böhnchen, sondern Pink Panther. Ich kann dir gleich mal ein Bild auf dem Handy zeigen, wie ich vor der Aktion ausgesehen hab, wenn du magst." schlägt sie spontan vor.
„Ja zeig mal.“ Die halbe Pizza ist verspeist und er unterbricht das Essen um ihr Handy entgegen zu nehmen. Er betrachtet das Bild. „Fuchsrot, sieht toll aus. Steht dir mega.“ er reicht das Telefon zurück und lächelt, „Gefällt mir. Hattest du auch mal lange Haare?“ fragt er interessiert.
"Danke." Nouki lächelt auch. Pink nicht so?"Nein..oder warte, als kleines Kind, aber schon da nur Zöpfe, weil ich so ein Wildfang war. Beim Sport sind kurze Haare einfach praktischer." entgegnet sie unbekümmert. "Man muss sich nicht ewig mit der Pflege aufhalten und kann die Zeit sinnvoller nutzen." ergänzt sie halb scherzend, halb ernst.
„Verstehe.“ Artjom betrachtet ihre Frisur. Vielleicht eine Millisekunde zu lange und sagt schliesslich lächelnd, „Du hast so ein schönes Gesicht, du kannst bestimmt alles tragen.“ er widmet sich dem letzten Stück der Pizza.
War das jetzt ein Kompliment? Während Nouki nochmal ein Stück Pizza in den Mund schiebt, kommt ein undefinierbares Gefühl in ihrem Inneren hoch und... bleibt undefinierbar. Sie schluckt, tupft sich den Mund und legt dann ihr Besteck sorgfältig nebeneinander am Tellerrand ab. Lächelnd lehnt sie sich im Stuhl zurück und betrachtet mit leicht schief gelegtem Kopf Artjoms Frisur. "Ich muss sagen, mir hat der schwarze Haarschopf von Laughing Jack auch sehr gut gefallen."
Der Junge schaut auf. „Oh echt? Naja. Natürlich ist das neue Schwarz.“ er fährt sich mit den Fingern durch die Wolle und demonstriert: „Und ist auch ein gutes Gefühl reinzugreifen.“ dann grinst er wissend.
Nouki schluckt, behält aber ihr Lächeln bei. Das kann sie im aktuell nicht bieten. Sie überspielt das wieder anklopfende, diffuse Gefühl indem sie sich nach vorne lehnt und schmunzelnd sagt:" Was auf einen Versuch ankäme."
Mit ähnlich herausforderndem Lächeln lehnt er sich seinerseits vor und sagt: "Da hast du recht."
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Nach dem Essen, bezahlt Artjom und sie gehen plaudernd zum Fluss, was sich so locker und ungezwungen anfühlt wie ihre morgendlichen Treffen vor der Schule. Beim Wasser bleiben sie stehen. Er beugt sich runter, hebt einen Stein auf und wirft ihn, so das der kleine Felsbrocken mit einem leisen „Klonk“ im Fluss versinkt. Herausfordernd sieht er Nouki an. Zeig was du kannst, kleine Sportskanone.
Nouki, grinst. Sie sucht sich einen flachen Stein, geht etwas in die Hocke und wirft. Zufrieden beobachtet sie, wie ihr 'Geschoß' über die Wasseroberfläche hüpft, ehe es sanft absinkt. " Fünf jumps, wer kann, der kann." Sie lacht und zieht die Nase etwas kraus dabei.
Er schaut auf den breiten Fluss, dann zu Nouki. "Das war reines Glück.“ scherzt er als ihr Stein noch ein wenig weiter fliegt. Er hatte es eh nicht drauf angelegt zu gewinnen’. „Wo wir beim Glück sind," sein charmantes Lächeln kommt zum Vorschein und er nimmt ihre Hände. "Das war ein wunderschöner Abend." sanft küsst er ihre Finger. "Danke dafür."
"Ja, ich fand es auch schön..finde es immer noch." korrigiert sie sich lächelnd und blickt zu ihm auf. "Das war das erste Mal für mich, dass mich jemand so offiziell eingeladen hat. Ziemlich spannende Sache." Sie schmunzelt leise und wird wieder minimal verlegen. Hoffentlich hält er sie nicht für so ein Mauerblümchen. Irgendwie war sie bisher für Jungs mehr so der Kumpeltyp und mit Leon..das steht auf einem ganz anderen Blatt. Es ist aufregend plötzlich von jemandem wie Artjom anders wahr genommen zu werden.
„Kann ich mir gar nicht vorstellen.“ sagt er lächelnd und denkt, das ist ja interessant. „Denn du bist schön, und witzig und klug und wirfst gut mit Steinen und….“ mit jedem Wort kommt er ihr ein wenig näher und küsst sie sanft. Dann schaut er sie an, „und kannst gut küssen.“ er streicht ihr eine imaginäre Strähne hinters Ohr. „Darauf kann kein Mann verzichten wollen.“
Eine heiße Welle aus Glück und Freude durchfährt Nouki. Sie reckt sich ein wenig, vergräbt ihre Hände in seinen Haaren und schaut ihn spitzbübisch lächelnd an. "Zumindest einer muss das auch gar nicht." Als sie ihn küsst legt sie all diese Gefühle hinein und löst sich dann leicht schwindlig wieder etwas von ihm. "Ich will auch nicht auf dich verzichten." sagt sie leise und schmiegt sich an seine Brust.
Er hat als junger Typ zu viel gesehen als das er hier einen auf plumpen, verliebten Ahnungslosen machen könnte. Das klingt einfach alles peinlich und er besitzt das Vokabular um es besser zu machen. Er liebt es wie sie sich ihm hingibt, wie sie sich mühe gibt. Er fühlt sich sehr wohl und zufrieden und hat das Gefühl, das alles genau richtig läuft. Er umarmt sie, drückt sie an sich bis ihm die richtigen Worte einfallen: "Dann... lass uns doch herausfinden wohin das führt...?"
Nouki hebt ihr Gesicht aus seiner Jacke, wo sie sich angekuschelt hat und blickt ihm in die Augen. Hat sie gerade richtig gehört? Ihr Herz schlägt augenblicklich Purzelbäume. "Ja, lass uns zusammen auf Entdeckungsreise gehen. " erwidert sie glücklich und zieht ihn sanft zu sich herunter zu einem langen Kuss.
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha)
Charaktere: Artjom / Nouki
Geschichtsstrang: Wohin das führt
Er hat überlegt sie in den Bandraum einzuladen, aber dort ist es dreckig. Bei sich zu Hause kommt ihm seine Mutter in die Quere und wie peinlich ist es die Tür nicht schließen zu dürfen. Also Windenburg. Es gibt dort diese niedliche Pizzeria mit gut bewertetem Ambiente, in die er Nouki eingeladen hat. Essen beim Italiener, ein Klassiker. Und danach Spaziergang durch die Altstadt. Nouki ist ein praktisches Mädchen, was sich aber auch gern mal fallen lässt. Das kriegt er hin. Der Kuss vor ihrem Haus war herausragend und schön und er muss ihr zeigen, dass er davon mehr will und nur er.
Vor der Pizzeria am Brunnen wartet er und lauscht dem Plätschern des Wassers. Artjom freut sich auf sie. Das ist das erste offizielle Date. Endlich ohne Köter und ohne Morgenluft die in der Nase fast gefriert.
Mit klopfendem Herzen ist Nouki unterwegs zur Pizzeria, in der sie heute mit Artjom essen wird. Ihr erstes Date und das erste Mal für sie, dass ein Junge sie einlädt, so ganz offiziell. Das ist mehr als aufregend. Die Vorfreude lässt sie ihre Schritte beschleunigen. Hoffentlich wird der Abend nicht so chaotisch, wie die Vorbereitungen zuhause, denkt sie halb amüsiert, halb besorgt. Eine Stunde lang hatte sie ihren Kleiderschrank durchwühlt, Outfits anprobiert, wieder verworfen und wieder Neues kombiniert. Das Ende vom Lied war ein riesiger Haufen Klamotten auf ihrem Bett und das Outfit, das sie jetzt trägt. Zwar eins ihrer liebsten und warm, aber eigentlich wäre sie lieber etwas schicker gegangen. Die Konsequenz wäre aber gewesen, zu frieren, was bedeutet hätte den ganzen Abend ein unkomfortables Gefühl zu haben und das ist das Letzte was sie will. Wenigstens muss ich mir wegen der Frisur keinen Kopf machen, denkt sie amüsiert, während sie nochmal ihr Gehtempo erhöht. Da ist er. Ihr Herz macht einen Stolperschlag und beschleunigt enorm. „Buona sera, come stai?“ fragt sie, als sie bei ihm ankommt und umarmt ihn freudig.
Artjom umarmt sie fest. „Äh.. Non parlo italiano.. oder so.“ er grinst. „Pero estoy bien. Wären wir besser ukrainisch essen gegangen, da könnt ich wirklich punkten.“ Vergnügt zeigt er auf das Restaurant hinter sich. „Hast du Hunger?“
"Ich hab immer Hunger und ich liebe italienisches Essen." bestätigt Nouki lächelnd und schaut zu ihm auf. "Du wohl auch, sonst hättest du es ja nicht ausgesucht."
„In Russland sagt man ‚Brot ist der Kopf von allem‘. Passt ganz gut zu einer Pizzeria. Aber ich schätze auch den Belag.“ sagt er amüsiert und geht mit ihr auf den Eingang zu.
Am Empfang steht ein Italiener der ihnen einen Tisch für Due Persone zeigt und sofort die Kerzen darauf entzündet nachdem sie sich gesetzt haben. Er bringt die Speisekarte und fragt nach den Getränkewünschen der Gäste. Als er weg ist lehnt Artjom sich zurück und studiert die Karte. Dabei fährt er mit dem Daumen über seine Narbe. „Und? Was ist deine Lieblingspizza?“ fragte er und schaut sie freundlich über den Kartenrand an.
Nachdem sie die Getränke gewählt haben, sieht Nouki sich kurz um. Es ist schnuckelig hier und genau so, wie man sich ein italienisches Restaurant wünscht. Ein Ambiente zum wohl fühlen. Artjom hat wirklich Geschmack bewiesen mit seiner Wahl. Dieses Gefühl lässt sie warm zurück lächeln, als sie seine Frage beantwortet. "Schwierig...alle außer Meeresfrüchte?" Nouki schmunzelt. "Wenn ich mich entscheiden soll, dann Calzone mit scharfen Pepperoni. Ich liebe es, sie an zu schneiden, der Käse läuft so herrlich geschmolzen heraus und die Kräuteraromawolke haut mich um." Sie lacht. "Mir läuft schon das Wasser im Munde zusammen beim Gedanken daran." Sie legt die Karte zur Seite, nimmt sich ein Stück Bruschetta aus dem Körbchen, das der Ober gerade auf den Tisch gestellt hat und knabbert daran herum. "Und deine?" fragt sie dann neugierig. "Aber eigentlich bist du ja mehr so der Pasta Typ, nicht?" fügt sie dann schmunzelnd an, in Erinnerung an den Heimweg an Halloween.
Artjom braucht einen Moment bis er es schnallt und gibt ihr lachend recht. „Das ist gar nicht so unwahr.“ Er legt die Karte ebenfalls weg und lehnt sich wieder vor, „Klingt vielleicht langweilig, aber mein Lieblingslebensmittel ist Mais und das find ich auch auf ner Pizza mega.“ er formt ein O mit Zeigefinger und Daumen. „Meine Mom kocht gern traditionell, da komm ich meistens weniger in den Genuss. Deswegen nutz ich das heute aus.“ er lächelt Nouki an.
Nouki grinst. "Mais hab ich am liebsten als Popcorn. Ansonsten verfüttere ich ihn auch oft an unsere Hühner, die lieben ihn auch." Sie wird wieder ernster und sieht Artjom aufmerksam an. "Magst du mir ein bisschen erzählen von deiner Heimat? Und der Kultur? Was es dir bedeutet? Ich weiß gar nicht so viel über die Ukraine." gibt sie leicht verlegen zu.
„Ich auch nicht.“ sagt er und muss bei ihrem Blick lachen. „Nein Spass… ich will dich nicht mit einer öden Geschichtsstunde langweilen.“ Artjom könnte ihr nahezu alles von der Völkerwanderungszeit bis zur Sowjetunion erzählen, was er zwar gerne täte, aber er hat gelernt das Streber nicht anerkannt sind. Vor allem nicht auf Dates. „Ich bin nicht sooo verwurzelt. Ich mag das essen und die Mentalität, aber ich find mich auch in anderen Kulturen zurecht. Nichtsdestotrotz hat das Land viel zu bieten. Schöne Landschaften, viel Kunst, es ist das dritte… oder vierte? Land auf der Liste der gebildetsten Bevölkerung..“ er grinst schief, „Ich war da bis ich 13 wurde, danach sind wir oft umgezogen.“ er hebt die Schultern, da das seiner Mutter geschuldet ist. „Ich hab dort neben der Landessprache, simlisch gelernt und verstehe auch russisch. Und natürlich Gebärdensprache. Aber das hat weniger mit meiner Herkunft zu tun.“ sagt er ohne angeberisch zu klingen, aber mit einem gesunden Stolz in der Stimme.
Gebannt lauscht Nouki seinen Worten. Er weiß so viel was sie interessiert und sie würde im Moment jedes Wort aufsaugen, das ihr mehr über ihn verrät. Nichts davon wäre langweilig . In ihren morgendlichen Gesprächen konnten sie Themen oft nur anschneiden oder es ging um Schule und die Theater AG. Sie genießt es, sich endlich in Ruhe mit ihm zu unterhalten, auch wenn ihre Gedanken, wie immer in seiner Gegenwart, ein wenig durcheinander purzeln. Die Schmetterlinge im Bauch tanzen meist zu unruhig. Hoffentlich kann sie heute die Pizza überhaupt essen. In den letzten Tagen war nach ein paar Bissen Schluss und sie musste sich schon besorgte Fragen von ihrer Mutter gefallen lassen, die heute in : bist du vielleicht verliebt? gipfelten. Noukis strahlendes Lächeln war wohl Antwort und Beruhigung genug. Sie hat noch nicht von Artjom erzählt zuhause, aber ihre Mutter weiß, dass sie von selbst kommt wenn die Zeit dafür reif ist. Der Ober serviert die Getränke und nimmt ihre Bestellung auf. Nouki dankt lächelnd und setzt dann die Unterhaltung mit Artjom fort. "Du sprichst drei Sprachen, wow." Die Bewunderung in ihrem Blick bleibt. "Wie kommt es dass du die Gebärdensprache gelernt hast? Das ist faszinierend und ich würde das auch gerne können. Könnte mir mal beruflich nützlich sein."
Artjom trinkt einen Schluck von der bestellten Sprite. „Mein Vater ist Gehörlos. Wenn er dabei ist, sprechen wir immer…“ die nächsten Worte unterstützt er mit den Händen, „…zusätzlich mit Gebärdensprache.“ er legt lächelnd wieder eine Hand an sein Glas und stützt sich auf den anderen Unterarm was ihn interessiert wirken lässt, „Aber er kann auch Lippenlesen. Ich kann das nur ein bisschen. Was willst du denn später machen?“
Beeindruckt nimmt Nouki einen Schluck Mineralwasser und dreht dann an dem Glas herum, während sie antwortet. "Ich hab in letzter Zeit viel überlegt. Ursprünglich war der Plan mal junge Sporttalente zu fördern und zu trainieren, aber ich hab mich jetzt entschlossen Sporttherapeutin zu werden. Ich denke Sport hilft körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen sich selbst besser zu erleben, das Selbstbewusstsein zu stärken oder ihr Körperempfinden zu entwickeln. Der Gedanke gefällt mir und Sport ist nun mal was, worin ich richtig gut bin und was ich liebe." Sie lächelt ihn offen an. "Am liebsten würde ich dann mit Kindern arbeiten, aber das weiß ich noch nicht so genau."
„Ein nobles Ziel.“ antwortet Artjom und sieht sie aufrichtig lächelnd an, und mit Gebärdensprache unterstützt fügt er an, „Ich bring dir was bei, wenn du willst.“ er grinst. Zugegeben ist er schon sehr stolz dass diese Fähigkeit immer wieder beeindruckt und er muss nicht mal was dafür tun. „Sind alle in deiner Familie so Sportfreaks?“ fragt er, „Oder woher die Begeisterung?“
"Das würde mich sehr freuen, wenn du mir das beibringst." Noukis Augen strahlen, als sie das sagt. Artjom scheint mit allen Anforderungen in seinem Leben so spielerisch leicht zurecht zu kommen. Nouki beneidet ihn fast um diese Fähigkeit. Dann grinst sie. "Sportfreaks? Nein, ganz und gar nicht. Mein Vater ist ein viel beschäftigter Geschäftsmann und verbringt sein halbes Leben am PC und meine Mutter wandert zwar gern, aber mehr weil dann die ganze Familie etwas zusammen unternimmt. Keine Ahnung wo das bei mir herkommt. Ich musste mich schon immer viel bewegen. Schon als kleines Kind konnte ich nicht einfach gehen, ich bin immer gerannt. Gefühlt meine ganze Kindheit lang. Das ist mir geblieben und jetzt kanalisiere ich die Energie einfach nur." Sie muss lachen.
"Aber erzähl du doch mal von deiner Familie. Was hat dein Vater für eine Arbeit? Und was möchtest du mal machen später?"
„Mein Vater schreibt für ein Online Portal. Sammelt Daten, und macht Zusammenfassungen und so weiter. Freier Journalist könnte man sagen, obwohl er nicht muss. Und ich…“ Artjom lehnt sich zurück und denkt kurz auf den Tisch schauend nach. „Meine Mutter möchte, dass ich Jura studiere, aber…“ er schaut zu Nouki auf und lächelt ein wenig, „vielleicht mach ich…. nein, sehr wahrscheinlich mach ich das nicht.“ er hat es satt sein Leben von ihr bestimmen zu lassen. Er weiss nur noch nicht wie er das umsetzt ohne dass sie aus allen Wolken fällt. „Ich glaub mich ziehts auch in den Journalismus. Mit Leuten reden, Informationen verbreiten. Vor allem kann ich in einem Studium dieser Art auch locker einen Abstecher zu den Fächern Geschichte und Politikwissenschaften machen.“ Artjom klingt sicher in dem was er sagt, „Aber mal sehn ob meine Mom mir nicht nen Strich durch die Rechnung macht. Bei ihr weiss man nie.“ jetzt lächelt er nicht mehr.
"Dann hat dich dein Paps also inspiriert, das ist cool. Du könntest dann auch viel reisen, Worte und ihre kreative Verwendung beherrscht du ja perfekt und deine Mutter wird deine Entscheidung sicher verstehen, wenn du ihr das entsprechend erklärst."
Sie versucht in Artjoms ernster Miene zu lesen. "Hast du das Gefühl, dass sie dich nicht in deinen eigenen Vorstellungen unterstützen wird? Habt ihr schon geredet miteinander?" Das ist etwas, was sie sich gar nicht vorstellen kann. Wenn Nouki sich ernsthaft Gedanken über ihr Leben macht und ihren Eltern die Pläne mitteilt, wird am großen Tisch darüber gesprochen und sie kann sich der Unterstützung beider sicher sein, sofern ihre Vorstellungen realistisch und finanzierbar sind. Das Essen wird serviert und Nouki spürt erleichtert. dass der Duft der im Holzofen gebackenen Pizza ihren Appetit anregt. "Buon appetito." wünscht sie Artjom lächelnd und schneidet genüsslich ihre Calzone an, während sie gespannt auf seine Antwort wartet. Jura ist knochentrockener Stoff, da sollte man schon Leidenschaft mitbringen, um so ein Studium durch zu ziehen. Sowas darf er sich nicht aufladen, wenn sein Herz für eine ganz andere Richtung schlägt.
Artjom richtet sich auf als der Teller serviert wird. Während er die Pizza Americana schneidet, sagt er, „Jaaaa… nein… das ist nicht so einfach bei meiner Mutter. Wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat gibts keine Diskussion. Sie ist echt stur.“ er steckt sich ein Dreieck auf die Gabel und schiebt es in den Mund. Kauend und ein wenig grinsend sagt er weiter, „Solltest du sie je kennen lernen, nimm einfach nichts was sie sagt ernst. Damit fährst du am besten.“
Er hält es für möglich, dass sie seine Mutter kennen lernt. Noukis Herzschlag beschleunigt sich etwas. "Und wenn sie mir erzählt, was sie für einen tollen Sohn hat?" fragt sie grinsend zurück. "Gilt das dann auch?"
„Ja dann auch. Ist eh nicht ernst gemeint dann.“ er sieht Nouki an, „Also ich mein,“ er breitet ein wenig die Arme aus und zeigt mit beiden Händen auf sich, „mach dir lieber ein eigenes Bild.“ Er zwinkert und widmet sich wieder seiner Pizza. „Sie ist okay, meint 's grundsätzlich nicht böse, aber… sie kann halt nicht die Klappe halten und dann ist schnell mal was gesagt, was nicht….“ er unterbricht sich und lächelt, „Wie sind deine Eltern? Unterstützen sie dich bei der Berufswahl? Und von wem von beiden hast du diese schrille Haarfarbe geerbt?“ das letzte betont er scherzhaft, wobei ein Vater mit pinken Haaren auch nicht alle Tage anzutreffen ist.
Im Kauen inne haltend mustert Nouki Artjom aufmerksam. Er hat nicht gescherzt, auch wenn er so locker darüber spricht. Irgendwas läuft wohl nicht ganz rund zwischen seiner Mutter und ihm. Sie würde gern fragen wie sein Vater dazu steht, aber das ist kein günstiger Zeitpunkt das Thema zu vertiefen, vor allem da Artjom jetzt selbst davon ablenkt. "Natürlich mach ich mir selbst ein Bild und was ich bisher kenne, ist ziemlich...angenehm." sagt sie leise schmunzelnd, ehe sie ihre Serviette benutzt und einen Schluck trinkt. "Ich habe wirklich Glück mit meinen Eltern. Sie lassen mir viel Freiheit, unterstützen mich..sogar dann wenn ich Entscheidungen treffe, die ihren Vorstellungen entgegen laufen. Mein Vater ist Food Designer, hat eine eigene Firma und das Geschäft boomt, seit vegane Produkte immer beliebter werden. Beide wollten, dass ich da mal mit einsteige, aber dann haben wir uns alle zusammengesetzt und schließlich haben Mama und Papa meinen Berufswunsch akzeptiert. Und!" sie erhebt den Zeigefinger und auch etwas die Stimme."..auch meine neue Haarfarbe. Das war so eine Spontanaktion mit Ellie. Sie hat blau gefärbt und ich pink. Eigentlich hab ich rote Haare. fast wie Tani schießt es ihr durch den Kopf. Sie lacht trotzdem leise und spießt eine Pepperoni auf die Gabel, die sie sorgfältig mit geschmolzenem Käse umwickelt und in den Mund schiebt.
"Mein Vater nennt mich jetzt nicht mehr Böhnchen, sondern Pink Panther. Ich kann dir gleich mal ein Bild auf dem Handy zeigen, wie ich vor der Aktion ausgesehen hab, wenn du magst." schlägt sie spontan vor.
„Ja zeig mal.“ Die halbe Pizza ist verspeist und er unterbricht das Essen um ihr Handy entgegen zu nehmen. Er betrachtet das Bild. „Fuchsrot, sieht toll aus. Steht dir mega.“ er reicht das Telefon zurück und lächelt, „Gefällt mir. Hattest du auch mal lange Haare?“ fragt er interessiert.
"Danke." Nouki lächelt auch. Pink nicht so?"Nein..oder warte, als kleines Kind, aber schon da nur Zöpfe, weil ich so ein Wildfang war. Beim Sport sind kurze Haare einfach praktischer." entgegnet sie unbekümmert. "Man muss sich nicht ewig mit der Pflege aufhalten und kann die Zeit sinnvoller nutzen." ergänzt sie halb scherzend, halb ernst.
„Verstehe.“ Artjom betrachtet ihre Frisur. Vielleicht eine Millisekunde zu lange und sagt schliesslich lächelnd, „Du hast so ein schönes Gesicht, du kannst bestimmt alles tragen.“ er widmet sich dem letzten Stück der Pizza.
War das jetzt ein Kompliment? Während Nouki nochmal ein Stück Pizza in den Mund schiebt, kommt ein undefinierbares Gefühl in ihrem Inneren hoch und... bleibt undefinierbar. Sie schluckt, tupft sich den Mund und legt dann ihr Besteck sorgfältig nebeneinander am Tellerrand ab. Lächelnd lehnt sie sich im Stuhl zurück und betrachtet mit leicht schief gelegtem Kopf Artjoms Frisur. "Ich muss sagen, mir hat der schwarze Haarschopf von Laughing Jack auch sehr gut gefallen."
Der Junge schaut auf. „Oh echt? Naja. Natürlich ist das neue Schwarz.“ er fährt sich mit den Fingern durch die Wolle und demonstriert: „Und ist auch ein gutes Gefühl reinzugreifen.“ dann grinst er wissend.
Nouki schluckt, behält aber ihr Lächeln bei. Das kann sie im aktuell nicht bieten. Sie überspielt das wieder anklopfende, diffuse Gefühl indem sie sich nach vorne lehnt und schmunzelnd sagt:" Was auf einen Versuch ankäme."
Mit ähnlich herausforderndem Lächeln lehnt er sich seinerseits vor und sagt: "Da hast du recht."
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Nach dem Essen, bezahlt Artjom und sie gehen plaudernd zum Fluss, was sich so locker und ungezwungen anfühlt wie ihre morgendlichen Treffen vor der Schule. Beim Wasser bleiben sie stehen. Er beugt sich runter, hebt einen Stein auf und wirft ihn, so das der kleine Felsbrocken mit einem leisen „Klonk“ im Fluss versinkt. Herausfordernd sieht er Nouki an. Zeig was du kannst, kleine Sportskanone.
Nouki, grinst. Sie sucht sich einen flachen Stein, geht etwas in die Hocke und wirft. Zufrieden beobachtet sie, wie ihr 'Geschoß' über die Wasseroberfläche hüpft, ehe es sanft absinkt. " Fünf jumps, wer kann, der kann." Sie lacht und zieht die Nase etwas kraus dabei.
Er schaut auf den breiten Fluss, dann zu Nouki. "Das war reines Glück.“ scherzt er als ihr Stein noch ein wenig weiter fliegt. Er hatte es eh nicht drauf angelegt zu gewinnen’. „Wo wir beim Glück sind," sein charmantes Lächeln kommt zum Vorschein und er nimmt ihre Hände. "Das war ein wunderschöner Abend." sanft küsst er ihre Finger. "Danke dafür."
"Ja, ich fand es auch schön..finde es immer noch." korrigiert sie sich lächelnd und blickt zu ihm auf. "Das war das erste Mal für mich, dass mich jemand so offiziell eingeladen hat. Ziemlich spannende Sache." Sie schmunzelt leise und wird wieder minimal verlegen. Hoffentlich hält er sie nicht für so ein Mauerblümchen. Irgendwie war sie bisher für Jungs mehr so der Kumpeltyp und mit Leon..das steht auf einem ganz anderen Blatt. Es ist aufregend plötzlich von jemandem wie Artjom anders wahr genommen zu werden.
„Kann ich mir gar nicht vorstellen.“ sagt er lächelnd und denkt, das ist ja interessant. „Denn du bist schön, und witzig und klug und wirfst gut mit Steinen und….“ mit jedem Wort kommt er ihr ein wenig näher und küsst sie sanft. Dann schaut er sie an, „und kannst gut küssen.“ er streicht ihr eine imaginäre Strähne hinters Ohr. „Darauf kann kein Mann verzichten wollen.“
Eine heiße Welle aus Glück und Freude durchfährt Nouki. Sie reckt sich ein wenig, vergräbt ihre Hände in seinen Haaren und schaut ihn spitzbübisch lächelnd an. "Zumindest einer muss das auch gar nicht." Als sie ihn küsst legt sie all diese Gefühle hinein und löst sich dann leicht schwindlig wieder etwas von ihm. "Ich will auch nicht auf dich verzichten." sagt sie leise und schmiegt sich an seine Brust.
Er hat als junger Typ zu viel gesehen als das er hier einen auf plumpen, verliebten Ahnungslosen machen könnte. Das klingt einfach alles peinlich und er besitzt das Vokabular um es besser zu machen. Er liebt es wie sie sich ihm hingibt, wie sie sich mühe gibt. Er fühlt sich sehr wohl und zufrieden und hat das Gefühl, das alles genau richtig läuft. Er umarmt sie, drückt sie an sich bis ihm die richtigen Worte einfallen: "Dann... lass uns doch herausfinden wohin das führt...?"
Nouki hebt ihr Gesicht aus seiner Jacke, wo sie sich angekuschelt hat und blickt ihm in die Augen. Hat sie gerade richtig gehört? Ihr Herz schlägt augenblicklich Purzelbäume. "Ja, lass uns zusammen auf Entdeckungsreise gehen. " erwidert sie glücklich und zieht ihn sanft zu sich herunter zu einem langen Kuss.
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha)