Forum Discussion
Ripzha
3 years agoSeasoned Ace
Ort: Oasis Springs - Töpfer Haus
Charaktere: Delsyn / Bertl / Maryama
Geschichtsstrang: Bertls Chaos
Gut gelaunt und mit der Welt im reinen, tritt Delsyn aus dem Wohnwagen und atmet die nach Schnee riechende Luft ein. Es sind in der Nacht ein paar Flocken gefallen, die aber im Sand versickert sind. Er greift nach der Schaufel und legt sie sich über die Schulter, bevor er sich zum Nachbarhaus aufmacht. Chip schläft bestimmt noch, aber das macht nichts. Sie haben vor Halloween schon begonnen im Garten Ordnung zu schaffen. Eve hat mitgeholfen damit sie bei ihrem Pfadfinderleiter nächsten Frühling ein Stein im Brett hat. Damit hielt sie auch nicht hinter dem Berg und Delsyn hat sich darüber amüsiert.
Er geht nicht zur Haustür, sondern schaufelt einfach dort weiter wo er zu letzt aufgehört hat. Bald darauf nur noch im T-Shirt. Der Gedanke, dass er Marga, die wirklich eine fiese Zeit durchmacht, etwas gutes tut, treibt ihn an. Wenn sie das bis zum Frühling hinkriegen, kann sie ihr Gemüse wieder aussähen wenn es wärmer wird und mit seiner und Chips Hilfe, und Eve natürlich, ist es kostengünstig. Mit Finanzen hat Marga sich derzeit anderweitig genug herumzuschlagen.
Das Gesicht in den Händen vergraben sitzt Bertl am Küchentisch, den er gerade wieder an seinen Platz gerückt hat. Am liebsten würde er alles verdunkeln, sich verkriechen. Vor ihm steht eine ungeöffnete Flasche Wodka. Die letzte, die er im Schuppen aufbewahrt hat, für den Fall der Fälle, der jetzt eingetroffen ist. Marga ist weg, Adrian hasst ihn mehr denn je und er ist ein Versager auf ganzer Linie. Wenn seine Frau schon jetzt mit Zwiesel ist, dann kann er, Bertl, sich auch unter den Tisch trinken, dann ist es nicht mehr weit, bis Adrian sagt: Für mich ist er gestorben.
Er nimmt die Hände herunter und betrachtet die durchsichtige Flüssigkeit in der Flasche. Er weiß um die erlösende Wirkung, den alles betäubenden Nebel, der ihn schlafen... vergessen lassen wird. Das Tier regt sich, fährt die Klauen aus. Seine Finger trommeln unruhig auf der Tischplatte. Er hat sich gequält für Marga, für die Alienbewegung, für seinen Sohn. Hat das Monster nicht besiegt, aber gelernt es in Schach zu halten. Es gibt keinen Grund das weiter zu tun. Bertl schluckt hart, ehe seine zitternde Hand nach der Flasche greift und die Finger mit immer gieriger werdenden Bewegungen am Verschluss herumdrehen. Ein Geräusch, dass durch das kaputte Fenster zu ihm dringt, lässt ihn inne halten. Eine Schaufel? Der Bautrupp?
Bisher hat er noch nicht die Energie aufgebracht auch nur aus dem Fenster zu schauen, geschweige denn das Haus zu verlassen. Jetzt springt er wie elektrisiert vom Stuhl hoch. Womöglich ist seine Frau im Garten. Er stürmt über die Hintertüre hinaus und sieht Delsyn, der inmitten des Chaos steht, das einmal Margas Garten gewesen ist, schaufeln. Allein der Anblick der Verwüstung, die allein auf sein eigenes Konto geht, lässt ihn wieder zusammen sacken. Trotzdem will er den Schein wahren. Mit forschen Schritten geht er auf Del zu und grüßt ihn, als ob es ein ganz normaler Vorgang wäre. "Delsyn, ich habe dich von der Küche aus gehört. Was treibt dich hierher und vor allem..an die Arbeit in unserem Garten?" Hoffentlich merkt man ihm die Anstrengung nicht an, die ihn schon dieser Satz und das aufgesetzte Lächeln kosten.
Del hört die Schritte hinter sich und richtet sich auf. Er dreht sich zu Bertl um der ihm entgegen kommt und je näher er kommt desto älter wird er. Delsyn lächelt, spiesst die Schaufel vor sich in die weiche Erde und legt die Hände auf das Stielende. „Bertram.“ grüsst er ihn mit überraschtem Unterton zurück. Statt zu antworten mustert er ihn und stellt dem ungewaschenen Mann - es ist schlimmer als vor seinem verschwinden - eine Gegenfrage. „Seit wann bist du zurück?“
Er weiß Bescheid. Bertl fällt ein wenig zusammen. Es ist, als würde langsam die Luft aus einem Ballon entweichen. "Wie lange war ich denn weg?" fragt er zurück und schaut Delsyn verunsichert an. "Äh..seit heute Nacht." kommt es ihm dann noch leicht stammelnd über die Lippen.
Delsyn hebt eine Braue. „Verstehe.“ er wird ihm nicht sagen wie lange er weg war. „Weisst du nicht wie lange du weg warst?“ Hat er so viel getrunken? Lag er im Koma? Wenn er nicht eine verdammt gute Erklärung hat, hat Del ihm nicht viel zu sagen.
Es nützt nichts blenden zu wollen. Er darf nicht sprechen über seine Erlebnisse und um sich ein plausibles Lügengerüst auszudenken fehlt ihm jede Energie. "Ich weiß es wirklich nicht, es ist.. Gedächtnisverlust denke ich." Bertl fährt sich mit der Hand über die Stirn. "Ich kann mich an gestern erinnern, an den Streit mit Adrian, aber an nichts was davor geschehen ist." Die Verzweiflung, mit der er Delsyn ansieht ist nicht gespielt, auch wenn sie anders begründet ist, als die Erklärung vorgaukelt.
„Gedächtnisverlust.“ wiederholt Del. Er ist nicht der Typ der Leute verurteilt. Bertls Worte klingen dennoch nach einer Ausrede und er hat gesehen was sein Verschwinden mit Marga gemacht hat. Es ist schwer nicht Parteiisch zu sein. „Ich.. Wir sind dabei den Garten wieder in Ordnung zu bringen.“ er sagt nicht, damit Marga hier wieder Dinge einpflanzen kann. Er könnte es auch tun damit sie das Haus verkaufen kann. „Du hast doch nichts dagegen, oder?“
"Wer ..wir? " Bertl ist verwirrt. "Natürlich hab ich nichts dagegen, ich werd helfen..ist das einzig sinnvolle was ich tun kann." er denkt an die Flasche auf dem Küchentisch. Er muss davon fern bleiben.
Fast ist Del überrascht. Was ist passiert als er weg war? "Unter anderem Adrian." antwortet er und schaut auf die unmittelbare Umgebung wo bereits Aufräumaktionen stattgefunden haben. Delsyn blickt Bertl wieder an. Er wirkt als hätte er grade erst SARS auskuriert. "Versteh mich nicht falsch Bertram," beginnt Del mit höflichem zögern, "aber fühlst du dich dazu in der Lage...?"
Der letzte Widerstand bricht. Bertl muss sich auf einen herumliegenden Balken setzen, weil seine Knie nachgeben. "Delsyn, ich bin zu gar nichts in der Lage." Sein verzweifelter Blick wird intensiver. "Ich hab alles versaut..Marga ist weg, vielleicht mit einem Anderen und Adrian .. will nichts von mir wissen..ich..ich hab unser aller Leben ruiniert mit meinen Geschäften..was kann ich tun? Was?" Sein Blick schweift über das, in weiten teilen, immer noch chaotische Grundstück. Dann sieht er wieder zu Delsyn auf. "Weißt du..weißt du irgendetwas über Marga? Wo sie stecken könnte?" fragt er schließlich zögerlich.
Das Häufchen Elend tut Delsyn Leid. Er sieht es ein und zeigt Reue. Del weiss nur zu gut, dass es sich manchmal hoffnungslos anfühlt, wenn es einmal zu spät ist. Bertls Verzweiflung ist nachvollziehbar. Er fragt sich, ob er Marga erzählen soll dass er hier ist oder ob sie dann in ihren Entscheidungen gestresst ist. Statt ihm von Marga zu erzählen, sagt Del, „Wie wärs wenn du dich erstmal duschst, das belebt die Geister, und dann könntest du die Angelegenheiten rund um deinen Stand regeln. Ich hab… gesehn dass deine Kunden ein wenig… Ungeduldig waren mit Marga, als sie versucht hat das Geschäft aufrecht zu halten und deinen Namen zu schützen während du weg warst.“
Del weiss, wie heillos überfordert sie gewesen war, mit allem allein und sich dennoch Mühe gegeben hat, trotzt der Abwesenheit ihres Mannes, seinen…. - Verzeihung, - Scheiss zu regeln. Kein Wunder, dass ihr das über den Kopf gewachsen ist und sie hier raus musste. Del kratzt an einer Kerbe im Stil der Schaufel. „Das wäre ein guter Anfang. Und dann bring deine Finanzen, das Haus… dein Leben wieder in den Griff. Schritt für Schritt.“ Del schenkt ihm ein aufmunterndes Lächeln. „Ich bin hier.“ er blickt auf das Umliegende Chaos und zurück zu dem verwahrlosten Mann, „Kriegst du das hin?“
Wortlos schaut Bertl Delsyn an. In seinem Kopf türmen sich die Worte zu Mauern, die es mühsam zu erklimmen gilt. Dann nickt er langsam. "Vermutlich hast du Recht. Zumindest den ersten Punkt sollte ich heute fertig bekommen." Schwerfällig erhebt er sich und nickt nochmal in Dels Richtung, die Lippen leicht zusammen gepresst, die Stirn gerunzelt, bevor er sich mit schleppenden Schritten ins Haus begibt.
Der Nachbar schaut Bertl nach, bis er im Haus verschwindet. Nachdenklich blickt Del zu der Tür und verharrt mit den Händen auf der Schaufel, bis er in die Seitentasche seiner Hose greift und Maryamas Nummer wählt. Besser er meldet das ihr, die besser abschätzen kann ob Marga das grade verkraftet, statt mit der Tür ins Haus zu fallen und Bertls Frau zu überrumpeln mit dieser Neuigkeit. Es klingelt am anderen Ende.
"Guten Morgen Del, auch schon munter?" fragt Maryama erfreut, nachdem sie am Display gesehen hat wer anruft.
Del lächelt und das hört sie in der Stimme. „Der frühe Vogel und so weiter.“ dann verändert sich die Stimme und wird ernster. „Ich hab Neuigkeiten.“
"Okay." Kurze Pause. "Erzähl." Maryama setzt sich aufs Sofa und beobachtet Marga, die Geschirr spült und dabei von Browneye fixiert wird, dem es wohl mehr darum geht, dass sie direkt neben dem Kühlschrank steht, der diverse unerreichbare Köstlichkeiten birgt.
„Bertram ist zurück.“ fährt Del in gleichem Ton fort. Er schaut zu den Fenstern des Hauses, kann aber niemanden sehen.
"Ach du Sch..." Maryama senkt sofort den Ton, als Marga kurz fragend den Kopf hebt. Sie steht auf, nimmt Browneye am Halsband etwas weg von ihr und bedeutet ihm gestikulierend, mit ihr nach draußen zu kommen. "Sie können also erst in drei Wochen liefern?" fragt sie Del zur Tarnung, während sie sich auf den Weg in den Garten macht. Draußen angekommen erklärt sie kurz: "Sorry, Marga war in der Nähe , ich musste erst raus gehen." Sie setzt sich ans erloschene Lagerfeuer. "Seit wann?"
Del dreht sich um und geht ein paar Schritte in dem er die Schaufel wie ein Wanderstock in die Erde steckt. „Angeblich letzte Nacht.“ er bleibt stehen. „Er sieht… schlecht aus. Ich weiss nicht wo er war oder was er gemacht hat. Er meint er habe Gedächtnisverlust…“
"Puh...das klingt aber eher nach Ausrede, oder was meinst du? " Sie krault zur Beruhigung Browneye hinter den Ohren. "Oder säuft er wieder extrem?"
Del will nicht lästern. „Weiss nicht. Ich dachte nur, ich sags dir, dann kannst du abwägen wann Marga das erfahren sollte. Wie gehts ihr?“ er steckt die Schaufel senkrecht in den Sand und schiebt sie mit dem Fuss tiefer bevor er mit der wieder freien Hand die Wasserflasche nimmt, die im Schatten vor dem Balken steht auf dem Bertl zuvor gesessen hat.
"Mmh, ist gut." Maryama nickt, obwohl Del das nicht sehen kann. "Sie ist ganz zuversichtlich. Nael kümmert sich ja um den Vertrag mit der Bank und meint die Chancen stehen gut, dass man den anfechten kann. Ansonsten ist sie langsam recht stabil finde ich, natürlich Tagesform abhängig."
„Das freut mich.“ sagt er mit dem Handy zwischen Ohr und Schulter um den Deckel der Flasche abzuschrauben. „Ich hab ihm gesagt er soll sich um sein Geschäft kümmern. Ich denke das macht er jetzt. Vielleicht hat er gute Nachrichten für sie wenn er sie wieder trifft….“ sagt er und setzt die Flasche an die Lippen.
"Das klingt definitiv fast zu schön um wahr zu sein, aber ich wünsch es den beiden. Vielleicht sagt er ja ihr wo er war und was passiert ist, wer weiß." Sie lächelt unwillkürlich. "Danke, dass du es mir erzählt hast Del. Bist du grad vor Ort?"
„Ich, ja.“ Del schraubt den Deckel wieder drauf und wechselt das Ohr als er die Flasche zurückstellt. „Bin dabei den Garten in Ordnung zu bringen. Adrian wollte heute wieder helfen, aber ich schätze er schläft noch. Hab nur gehört, dass er Bertram aus dem Weg geht seit er zurück ist.“
"Das ist glaub ich mehr oder weniger immer so, was Marga mir erzählt hat." Sie blickt in den klaren Himmel und atmet einmal tief die kühle Luft ein. "Ich hab heute Zeit zum helfen, soll ich vorbei kommen? Marga kann mit Browneye spazieren gehen, das tut ihr gut." Sie schmunzelt. "Und ihm auch."
Dels Stimme hellt sich auf, „Gern.“ er schaut zum Haus und bemerkt das offene Fenster im oberen Stock. „Ich bin noch eine Weile hier. Später muss ich noch was für das Pfadfinderlager regeln. Die haben irgendwas mit der Wasserversorgung gemacht und ich will mir das ansehen.“ er klingt amüsiert, „Nicht dass den Kids beim Zähneputzen Frösche entgegenspringen.“
"Das wär doch mal lustig, dann können sie gleich was lernen über Amphibien und wir setzen sie nach dem Zähne putzen in den Teich nach draußen." Maryama lacht. "Okay, dann mach ich mich fertig und komm dir gleich helfen. Bis nachher."
(In Zusammenarbeit mit @simscat2)
Charaktere: Delsyn / Bertl / Maryama
Geschichtsstrang: Bertls Chaos
Gut gelaunt und mit der Welt im reinen, tritt Delsyn aus dem Wohnwagen und atmet die nach Schnee riechende Luft ein. Es sind in der Nacht ein paar Flocken gefallen, die aber im Sand versickert sind. Er greift nach der Schaufel und legt sie sich über die Schulter, bevor er sich zum Nachbarhaus aufmacht. Chip schläft bestimmt noch, aber das macht nichts. Sie haben vor Halloween schon begonnen im Garten Ordnung zu schaffen. Eve hat mitgeholfen damit sie bei ihrem Pfadfinderleiter nächsten Frühling ein Stein im Brett hat. Damit hielt sie auch nicht hinter dem Berg und Delsyn hat sich darüber amüsiert.
Er geht nicht zur Haustür, sondern schaufelt einfach dort weiter wo er zu letzt aufgehört hat. Bald darauf nur noch im T-Shirt. Der Gedanke, dass er Marga, die wirklich eine fiese Zeit durchmacht, etwas gutes tut, treibt ihn an. Wenn sie das bis zum Frühling hinkriegen, kann sie ihr Gemüse wieder aussähen wenn es wärmer wird und mit seiner und Chips Hilfe, und Eve natürlich, ist es kostengünstig. Mit Finanzen hat Marga sich derzeit anderweitig genug herumzuschlagen.
Das Gesicht in den Händen vergraben sitzt Bertl am Küchentisch, den er gerade wieder an seinen Platz gerückt hat. Am liebsten würde er alles verdunkeln, sich verkriechen. Vor ihm steht eine ungeöffnete Flasche Wodka. Die letzte, die er im Schuppen aufbewahrt hat, für den Fall der Fälle, der jetzt eingetroffen ist. Marga ist weg, Adrian hasst ihn mehr denn je und er ist ein Versager auf ganzer Linie. Wenn seine Frau schon jetzt mit Zwiesel ist, dann kann er, Bertl, sich auch unter den Tisch trinken, dann ist es nicht mehr weit, bis Adrian sagt: Für mich ist er gestorben.
Er nimmt die Hände herunter und betrachtet die durchsichtige Flüssigkeit in der Flasche. Er weiß um die erlösende Wirkung, den alles betäubenden Nebel, der ihn schlafen... vergessen lassen wird. Das Tier regt sich, fährt die Klauen aus. Seine Finger trommeln unruhig auf der Tischplatte. Er hat sich gequält für Marga, für die Alienbewegung, für seinen Sohn. Hat das Monster nicht besiegt, aber gelernt es in Schach zu halten. Es gibt keinen Grund das weiter zu tun. Bertl schluckt hart, ehe seine zitternde Hand nach der Flasche greift und die Finger mit immer gieriger werdenden Bewegungen am Verschluss herumdrehen. Ein Geräusch, dass durch das kaputte Fenster zu ihm dringt, lässt ihn inne halten. Eine Schaufel? Der Bautrupp?
Bisher hat er noch nicht die Energie aufgebracht auch nur aus dem Fenster zu schauen, geschweige denn das Haus zu verlassen. Jetzt springt er wie elektrisiert vom Stuhl hoch. Womöglich ist seine Frau im Garten. Er stürmt über die Hintertüre hinaus und sieht Delsyn, der inmitten des Chaos steht, das einmal Margas Garten gewesen ist, schaufeln. Allein der Anblick der Verwüstung, die allein auf sein eigenes Konto geht, lässt ihn wieder zusammen sacken. Trotzdem will er den Schein wahren. Mit forschen Schritten geht er auf Del zu und grüßt ihn, als ob es ein ganz normaler Vorgang wäre. "Delsyn, ich habe dich von der Küche aus gehört. Was treibt dich hierher und vor allem..an die Arbeit in unserem Garten?" Hoffentlich merkt man ihm die Anstrengung nicht an, die ihn schon dieser Satz und das aufgesetzte Lächeln kosten.
Del hört die Schritte hinter sich und richtet sich auf. Er dreht sich zu Bertl um der ihm entgegen kommt und je näher er kommt desto älter wird er. Delsyn lächelt, spiesst die Schaufel vor sich in die weiche Erde und legt die Hände auf das Stielende. „Bertram.“ grüsst er ihn mit überraschtem Unterton zurück. Statt zu antworten mustert er ihn und stellt dem ungewaschenen Mann - es ist schlimmer als vor seinem verschwinden - eine Gegenfrage. „Seit wann bist du zurück?“
Er weiß Bescheid. Bertl fällt ein wenig zusammen. Es ist, als würde langsam die Luft aus einem Ballon entweichen. "Wie lange war ich denn weg?" fragt er zurück und schaut Delsyn verunsichert an. "Äh..seit heute Nacht." kommt es ihm dann noch leicht stammelnd über die Lippen.
Delsyn hebt eine Braue. „Verstehe.“ er wird ihm nicht sagen wie lange er weg war. „Weisst du nicht wie lange du weg warst?“ Hat er so viel getrunken? Lag er im Koma? Wenn er nicht eine verdammt gute Erklärung hat, hat Del ihm nicht viel zu sagen.
Es nützt nichts blenden zu wollen. Er darf nicht sprechen über seine Erlebnisse und um sich ein plausibles Lügengerüst auszudenken fehlt ihm jede Energie. "Ich weiß es wirklich nicht, es ist.. Gedächtnisverlust denke ich." Bertl fährt sich mit der Hand über die Stirn. "Ich kann mich an gestern erinnern, an den Streit mit Adrian, aber an nichts was davor geschehen ist." Die Verzweiflung, mit der er Delsyn ansieht ist nicht gespielt, auch wenn sie anders begründet ist, als die Erklärung vorgaukelt.
„Gedächtnisverlust.“ wiederholt Del. Er ist nicht der Typ der Leute verurteilt. Bertls Worte klingen dennoch nach einer Ausrede und er hat gesehen was sein Verschwinden mit Marga gemacht hat. Es ist schwer nicht Parteiisch zu sein. „Ich.. Wir sind dabei den Garten wieder in Ordnung zu bringen.“ er sagt nicht, damit Marga hier wieder Dinge einpflanzen kann. Er könnte es auch tun damit sie das Haus verkaufen kann. „Du hast doch nichts dagegen, oder?“
"Wer ..wir? " Bertl ist verwirrt. "Natürlich hab ich nichts dagegen, ich werd helfen..ist das einzig sinnvolle was ich tun kann." er denkt an die Flasche auf dem Küchentisch. Er muss davon fern bleiben.
Fast ist Del überrascht. Was ist passiert als er weg war? "Unter anderem Adrian." antwortet er und schaut auf die unmittelbare Umgebung wo bereits Aufräumaktionen stattgefunden haben. Delsyn blickt Bertl wieder an. Er wirkt als hätte er grade erst SARS auskuriert. "Versteh mich nicht falsch Bertram," beginnt Del mit höflichem zögern, "aber fühlst du dich dazu in der Lage...?"
Der letzte Widerstand bricht. Bertl muss sich auf einen herumliegenden Balken setzen, weil seine Knie nachgeben. "Delsyn, ich bin zu gar nichts in der Lage." Sein verzweifelter Blick wird intensiver. "Ich hab alles versaut..Marga ist weg, vielleicht mit einem Anderen und Adrian .. will nichts von mir wissen..ich..ich hab unser aller Leben ruiniert mit meinen Geschäften..was kann ich tun? Was?" Sein Blick schweift über das, in weiten teilen, immer noch chaotische Grundstück. Dann sieht er wieder zu Delsyn auf. "Weißt du..weißt du irgendetwas über Marga? Wo sie stecken könnte?" fragt er schließlich zögerlich.
Das Häufchen Elend tut Delsyn Leid. Er sieht es ein und zeigt Reue. Del weiss nur zu gut, dass es sich manchmal hoffnungslos anfühlt, wenn es einmal zu spät ist. Bertls Verzweiflung ist nachvollziehbar. Er fragt sich, ob er Marga erzählen soll dass er hier ist oder ob sie dann in ihren Entscheidungen gestresst ist. Statt ihm von Marga zu erzählen, sagt Del, „Wie wärs wenn du dich erstmal duschst, das belebt die Geister, und dann könntest du die Angelegenheiten rund um deinen Stand regeln. Ich hab… gesehn dass deine Kunden ein wenig… Ungeduldig waren mit Marga, als sie versucht hat das Geschäft aufrecht zu halten und deinen Namen zu schützen während du weg warst.“
Del weiss, wie heillos überfordert sie gewesen war, mit allem allein und sich dennoch Mühe gegeben hat, trotzt der Abwesenheit ihres Mannes, seinen…. - Verzeihung, - Scheiss zu regeln. Kein Wunder, dass ihr das über den Kopf gewachsen ist und sie hier raus musste. Del kratzt an einer Kerbe im Stil der Schaufel. „Das wäre ein guter Anfang. Und dann bring deine Finanzen, das Haus… dein Leben wieder in den Griff. Schritt für Schritt.“ Del schenkt ihm ein aufmunterndes Lächeln. „Ich bin hier.“ er blickt auf das Umliegende Chaos und zurück zu dem verwahrlosten Mann, „Kriegst du das hin?“
Wortlos schaut Bertl Delsyn an. In seinem Kopf türmen sich die Worte zu Mauern, die es mühsam zu erklimmen gilt. Dann nickt er langsam. "Vermutlich hast du Recht. Zumindest den ersten Punkt sollte ich heute fertig bekommen." Schwerfällig erhebt er sich und nickt nochmal in Dels Richtung, die Lippen leicht zusammen gepresst, die Stirn gerunzelt, bevor er sich mit schleppenden Schritten ins Haus begibt.
Der Nachbar schaut Bertl nach, bis er im Haus verschwindet. Nachdenklich blickt Del zu der Tür und verharrt mit den Händen auf der Schaufel, bis er in die Seitentasche seiner Hose greift und Maryamas Nummer wählt. Besser er meldet das ihr, die besser abschätzen kann ob Marga das grade verkraftet, statt mit der Tür ins Haus zu fallen und Bertls Frau zu überrumpeln mit dieser Neuigkeit. Es klingelt am anderen Ende.
"Guten Morgen Del, auch schon munter?" fragt Maryama erfreut, nachdem sie am Display gesehen hat wer anruft.
Del lächelt und das hört sie in der Stimme. „Der frühe Vogel und so weiter.“ dann verändert sich die Stimme und wird ernster. „Ich hab Neuigkeiten.“
"Okay." Kurze Pause. "Erzähl." Maryama setzt sich aufs Sofa und beobachtet Marga, die Geschirr spült und dabei von Browneye fixiert wird, dem es wohl mehr darum geht, dass sie direkt neben dem Kühlschrank steht, der diverse unerreichbare Köstlichkeiten birgt.
„Bertram ist zurück.“ fährt Del in gleichem Ton fort. Er schaut zu den Fenstern des Hauses, kann aber niemanden sehen.
"Ach du Sch..." Maryama senkt sofort den Ton, als Marga kurz fragend den Kopf hebt. Sie steht auf, nimmt Browneye am Halsband etwas weg von ihr und bedeutet ihm gestikulierend, mit ihr nach draußen zu kommen. "Sie können also erst in drei Wochen liefern?" fragt sie Del zur Tarnung, während sie sich auf den Weg in den Garten macht. Draußen angekommen erklärt sie kurz: "Sorry, Marga war in der Nähe , ich musste erst raus gehen." Sie setzt sich ans erloschene Lagerfeuer. "Seit wann?"
Del dreht sich um und geht ein paar Schritte in dem er die Schaufel wie ein Wanderstock in die Erde steckt. „Angeblich letzte Nacht.“ er bleibt stehen. „Er sieht… schlecht aus. Ich weiss nicht wo er war oder was er gemacht hat. Er meint er habe Gedächtnisverlust…“
"Puh...das klingt aber eher nach Ausrede, oder was meinst du? " Sie krault zur Beruhigung Browneye hinter den Ohren. "Oder säuft er wieder extrem?"
Del will nicht lästern. „Weiss nicht. Ich dachte nur, ich sags dir, dann kannst du abwägen wann Marga das erfahren sollte. Wie gehts ihr?“ er steckt die Schaufel senkrecht in den Sand und schiebt sie mit dem Fuss tiefer bevor er mit der wieder freien Hand die Wasserflasche nimmt, die im Schatten vor dem Balken steht auf dem Bertl zuvor gesessen hat.
"Mmh, ist gut." Maryama nickt, obwohl Del das nicht sehen kann. "Sie ist ganz zuversichtlich. Nael kümmert sich ja um den Vertrag mit der Bank und meint die Chancen stehen gut, dass man den anfechten kann. Ansonsten ist sie langsam recht stabil finde ich, natürlich Tagesform abhängig."
„Das freut mich.“ sagt er mit dem Handy zwischen Ohr und Schulter um den Deckel der Flasche abzuschrauben. „Ich hab ihm gesagt er soll sich um sein Geschäft kümmern. Ich denke das macht er jetzt. Vielleicht hat er gute Nachrichten für sie wenn er sie wieder trifft….“ sagt er und setzt die Flasche an die Lippen.
"Das klingt definitiv fast zu schön um wahr zu sein, aber ich wünsch es den beiden. Vielleicht sagt er ja ihr wo er war und was passiert ist, wer weiß." Sie lächelt unwillkürlich. "Danke, dass du es mir erzählt hast Del. Bist du grad vor Ort?"
„Ich, ja.“ Del schraubt den Deckel wieder drauf und wechselt das Ohr als er die Flasche zurückstellt. „Bin dabei den Garten in Ordnung zu bringen. Adrian wollte heute wieder helfen, aber ich schätze er schläft noch. Hab nur gehört, dass er Bertram aus dem Weg geht seit er zurück ist.“
"Das ist glaub ich mehr oder weniger immer so, was Marga mir erzählt hat." Sie blickt in den klaren Himmel und atmet einmal tief die kühle Luft ein. "Ich hab heute Zeit zum helfen, soll ich vorbei kommen? Marga kann mit Browneye spazieren gehen, das tut ihr gut." Sie schmunzelt. "Und ihm auch."
Dels Stimme hellt sich auf, „Gern.“ er schaut zum Haus und bemerkt das offene Fenster im oberen Stock. „Ich bin noch eine Weile hier. Später muss ich noch was für das Pfadfinderlager regeln. Die haben irgendwas mit der Wasserversorgung gemacht und ich will mir das ansehen.“ er klingt amüsiert, „Nicht dass den Kids beim Zähneputzen Frösche entgegenspringen.“
"Das wär doch mal lustig, dann können sie gleich was lernen über Amphibien und wir setzen sie nach dem Zähne putzen in den Teich nach draußen." Maryama lacht. "Okay, dann mach ich mich fertig und komm dir gleich helfen. Bis nachher."
(In Zusammenarbeit mit @simscat2)