Forum Discussion
3 years ago
Ort: San Myshuno, WG Marie und Christin
Charaktere: Marie, Maryama, Marga
Geschichtsstrang: Familienzuwachs zum Zweiten
Heute ist ein besonderer Tag. Heute findet eines von Danas und Teddys Kätzchen ein neues Zuhause. Marie erwartet den Besuch bereits.
Bleib ganz ruhig , sonst werden alle nervös, inklusive Katerchen. Die Aufzugstür geht auf und Maryama geht mit schnellen Schritten zu Maries Wohnung. Sie kann es kaum erwarten, Bungee wieder zu sehen. Ob er groß geworden ist? Gut, dass Marga noch da ist, so konnte Browneye zuhause bleiben und darf später den neuen Mitbewohner begrüßen. Sie läutet und hört auch gleich schon Marie hinter der Tür näher kommen.
Die Gastgeberin öffnet die Tür. "Hallo Maryama. Komm rein. Möchtest du Tee?"
"Ja, am besten Baldrian, ich bin ein bisschen aufgeregt, ehrlich gesagt." Schmunzelnd folgt sie Marie ins Wohnzimmer, wo sich die ganze Katzenfamilie tummelt. Sofort entdeckt sie ihren zukünftigen Mitbewohner. "Hey, er hat schon nen richtigen kleinen Katerdickschädel." lacht sie. "Den wird er wohl auch brauchen bei uns." Sie geht in die Hocke und ruft im üblichen, hohen Becircton für Katzen." Na,komm Bungee Süßer, komm her. Heute darfst du umziehen, das wird toll." Überraschenderweise merkt das Kätzchen auf und kommt neugierig näher. "Hast du mit ihm seinen Namen geübt?" Maryama dreht sich in der Hocke zu Marie und strahlt. "Schau, er ist ganz zutraulich." Sie krault den Kater hinter den Ohren, was er sich schnurrend gefallen lässt.
Marie kommt der Bitte nach und richtet einen beruhigenden, Entspannungstee. Dazu reicht sie ihr veganes Gebäck. "Die Kätzchen werden so schnell groß. Bungee hat sich toll entwickelt. Er ist sehr neugierig. Du wirst mit ihm deine Freude haben." Sie setzt sich. Sofort springt Teddy auf ihren Schoß und rollt sich ein. Sie krault den Kater. "Wie geht es dir generell?", fragt sie freundlich und interessiert.
Maryama greift sich Bungee, setzt sich zu Marie an den Tisch und platziert den Kater auf dem Schoß. Für fünf Sekunden ungefähr, dann erkundet er das Sofa, stürzt gleich darauf tollpatschig von der Seitenlehne, überschlägt sich einmal und stürmt mit hochgerecktem Schwa nz zurück zu seinen Geschwistern. Lachend dreht sich Maryama wieder zu ihrer Freundin. "Uiuiui, ja Temperament hat er." Sie trinkt einen Schluck Tee und genießt das Kräuteraroma. Lavendel, Melisse und..Johanniskraut? "Ganz gut würde ich sagen. Marga ist immer noch da und schmeißt mehr oder weniger den Haushalt, was mir Zeit zur Gartenrenovierung gibt. Das ist Luxus pur. Und bei dir? Immer noch auf Wolke sieben mit Scott?" Sie lächelt dabei.
Die Gefragte nickt. "Ich muss dir etwas erzählen." Dabei wird sie rot im Gesicht. "Wir wollen zusammenziehen."
"Echt jetzt? Ihr seid ja flott. Wie schön!" Sie umarmt Marie spontan. "Aber Moment, für Christin ist das okay dass sie dann allein hier wohnt?"
Marie erwidert die Umarmung und lächelt. "Nun ... wir haben damals eine Vereinbarung getroffen: Wenn eine von uns die große Liebe findet und es bedeutet, dass die Turteltauben zusammenziehen werden, dann ist das kein Problem. ... Klar ... nach Christins Zusammenbruch fühle ich mich schon unwohl, sie nun allein zu lassen ... Aber ... hach ... Scott ist einfach toll." Sie zeigt auf die Blumen, die er mitgebracht hat. Diese haben mittlerweile eine schöne Vase erhalten. "Er ist so aufmerksam, so ein Gentleman ... Maryama ... ich war noch nie so glücklich." Die Erzählerin kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus.
"Ich merk's. Du bist richtig aufgeblüht, wie die hier." Maryama zeigt auf die Blumenpracht in der Vase. "Steht dir gut." antwortet sie lächelnd. "Habt ihr denn schon was in Aussicht?"
Marie schüttelt den Kopf. "Wir sind noch am schauen. Es ist nicht ganz einfach etwas passendes für uns die Katzen zu finden. Vor allem was bezahlbar ist."
"Ja, das kann ich mir vorstellen. Ich hör mich mal mit um. Denkt ihr an ein Häuschen oder eine Wohnung?" fragt Maryama und zuckt zusammen, weil sich Bungee an ihrer Hose hoch hangelt. Sie hakt seine Kralle aus dem Stoff und knuddelt ihn auf dem Schoß.
"Es wäre schön, wenn wir etwas im Grünen finden würden ... als Förster-Tochter finde ich den Wald immer noch sehr schön. ... Aber egal ob Häuslein oder Wohnung ... es soll uns allen gefallen. Kommst du mich dann dort besuchen?", redet Marie weiter.
"Aber klar." Maryama denkt kurz nach. "In Brindelton Bay gibt es noch verfügbare Grundstücke, einer sogar in direkter Nachbarschaft. Nur für den Fall, dass ihr euch überlegt selbst zu bauen..und grün ist es da auch." Sie setzt den Kater wieder auf den Boden, weil er unruhig wird und anfängt an ihrer Hand herum zu beißen.
Die Zuhörerin nickt. "Wenn wir gerade so offen sind Maryama ... darf ich dich etwas sehr persönliches fragen?"
Verwundert schaut Maryama auf. "Ja, nur zu."
Marie atmet kurz durch. Sie hofft, dass sie damit keinen Fehler macht ... jedoch möchte sie gerne Maryamas Meinung und Seite zu dieser Sache hören. "Es geht um Christin ... Was für einen Eindruck hast du von ihr?", fragt sie direkt.
"Von Christin?" wiederholt Maryama noch mehr überrascht. "Also..ich kenn sie ja gar nicht gut, hab nur ein paar Mal mit ihr gesprochen." Nachdenklich nimmt sie einen Schluck Tee. " Sie wirkte recht lebhaft auf mich und was sie vom Tanzen erzählt hat bestätigte den Eindruck noch... aber sie hat eigentlich nie direkt das Gespräch mit mir gesucht, drum bin ich glaub ich gar nicht die richtige Person um das befriedigend zu beantworten. Warum fragst du?" Eigentlich hatte Maryama immer den Eindruck, dass Christin mit ihr nicht all zu viel anfangen konnte und auch nicht weiter an einem Kontakt interessiert war, aber das braucht sie ja jetzt nicht unbedingt erwähnen.
"Ich spreche es an weil ... kannst du dich noch an diesen Mann erinnern ... diesen Barkeeper?", führt Marie den Gesprächsfaden weiter. Maryamas Eindruck hat sie schon erahnt.
Maryama zuckt zusammen. Alexander? "Ja, natürlich, wir wa..sind befreundet. Was hat er denn damit zu tun?" Ist Christin etwa auch in diese ganze Geschichte verwickelt? Davon hat Sascha nie etwas erwähnt, das wüsste sie.
"Genau der", nickt Marie. Teddy gähnt und schnurrt leise weiter. "Christin ... wie soll ich sagen ... hatte Interesse an ihm ... aber ... weil er ständig mit dieser Rothaarigen und mit dir Zeit verbracht hat ... hat sie dich ... als Konkurrenz wahr genommen ... Worauf ich hinaus will: Es tut mir sehr Leid, dass sie dir nie eine echte Chance gegeben hat ... Du bist so eine tolle Freundin ... Ihr hättet euch sicher unter anderen Umständen besser verstanden." Marie wirkt sehr traurig. "Weißt du ... Christin war immer für mich da ... sie hat ihre guten Seiten ... nur ... sie hat leider damals, in dieser Situation, das wesentliche aus dem Auge verloren ... Ich möchte ihr Verhalten dir gegenüber weder beschönigen, noch entschuldigen ... Ich möchte halt ehrlich dir gegenüber sein und hoffe, wir bleiben Freundinnen."
Maryama könnte jetzt sagen, dass sie sich darüber nie wirklich Gedanken gemacht hat, aber das klänge härter als es gemeint wäre. Christin war also verliebt in Alexander, interessant. Irgendwie ist das wohl mehr oder weniger an ihr vorbei gegangen, aber es erklärt die Zurückhaltung. "Ähm..ich hab das gar nie so wahr genommen. Ist eben so, dass man sich mit einem besser und mit dem anderen weniger gut versteht. Ich hab das nicht persönlich genommen." Sie lächelt. "Alexander und ich kennen uns schon einige Jahre, er ist für mich wohl immer das gewesen, was Christin für dich ist. Mehr aber auch nicht." Sie schluckt, weil sich ein kleiner Kloß in ihrem Hals bilden will. "Ein guter Freund, wie mein großer Bruder fast." Sie beobachtet die Kätzchen für einen Moment und schaut dann wieder zu Marie. "Ich hab nichts gegen Christin und natürlich bleiben wir Freundinnen."
Marie steht auf und umarmt Maryama. "Ich bin dir dafür dankbar ... Ich möchte dich nicht wegen dem was war verlieren." Durch das aufstehen murrt Teddy verärgert und geht seiner Wege. Belustigt sieht seine Besitzerin ihm nach. "Tut mir leid mein Süßer!", entschuldigt sie sich bei ihm. Dann wendet sie sich Maryama wieder zu. "Blicken wir optimistisch in die Zukunft. Fangen wir doch mit Bungees neuen Zuhause an. Soll ich den Kleinen dafür "eindosen"?" Sie hebt dabei die Finger, um das Wort extra zu betonen. Ein Lächeln umspielt ihre Lippen.
"Ja, leiten wir den Umzug ein. Ich freu mich so darauf ihn zuhause zu sehen, nur hab ich immer noch keine wirkliche Vorstellung wie wir das mit Browneye machen.", sagt Maryama schmunzelnd. "Aber das wird sich ergeben."
"Das wird schon. Am Anfang empfehle ich dir, Bungee und Browneye im Auge zu behalten und notfalls eine Spritzflasche griffbereit zu haben." Die Katzenmama steht auf und holt einen Umschlag aus ihrem Zimmer. Eine Tragebox hat sie ebenfalls dabei. "Hier im Umschlag sind alle Unterlagen zu ihm. Da Bungee ein Mischling ist, wird er keine Zuchtpapiere bekommen. Aber dafür einen Katzen-Impfpass mit allen wichtigen Impfungen, Entwurmungen, ect. Eingetragen." Dann öffnet sie die Box und nimmt das Katzenkind auf den Arm. "So mein Kleiner. Jetzt wird es Zeit." Plötzlich kommen ihr die Tränen. Marie wischt sie kurz weg. "Tschuldigung", sie küsst das Kätzchen und setzt es in die Box.
Einige Zeit später in Brindleton Bay Nr. 7
Zuhause angekommen öffnet Maryama die Haustüre und stellt fest, dass Marga wohl mit Browneye im Garten ist. Sie hat ihr unterwegs geschrieben, dass sie mit dem neuen Mitbewohner kommen und Marga hielt es wohl für klüger, Browneye erstmal etwas abseits des Geschehens zu halten. Gute Idee. "Du kannst die Kiste hier beim Sofa abstellen, Marie. Dann können wir unser weiteres Vorgehen besprechen." Maryama muss sich eingestehen, dass die ganze Sache ziemlich aufregend ist und sie will diese Energie nicht auf das Kätzchen oder Browney übertragen. Das teilt sie Marie auch mit. "Sollen wir Bungee erstmal noch ein Weilchen in der Kiste lassen, damit er sich an die neuen Gerüche gewöhnen kann?" fragt sie dann, wieder zu ihrer üblichen praktischen Energie findend.
Marie lächelt. Sie versucht stark zu sein. Bungee ist, wie seine Geschwister, ihr ans Herz gewachsen. Sie öffnet die Tragebox und setzt sich auf die Couch. "Lass ihn einfach alles selbst erkunden. So ist der Start ins neue Zuhause am einfachsten. Und wegen Browneye: Du nimmst Bungee auf den Arm und lässt Browneye an ihm schnuppern. Sie zu lange voneinander getrennt zu lassen, ist sonst nicht gut."
"Okay, ja du hast Recht." Aufmerksam beobachtet Maryama wie Bungee, der gerade sein Näschen aus der Box streckt, sich verhält. Erst erscheint der Kopf, dann tapst der Kater heraus und sieht sich verwundert um. "Er denkt sich was ist los? Wo sind die anderen?" sagt Maryama zu Marie und schmunzelt. Bungee wendet sich der Stimme zu und maunzt leise. "Ja, schau dich um, du wohnst jetzt hier."
Sie setzt sich im Schneidersitz auf den Boden und lässt den Kater machen. Nachdem er vorsichtig das Sofa beschnuppert hat, tapst er munter weiter Richtung Küche, inspiziert die Stuhlbeine, kehrt um und stürzt sich wie ein kampfbereiter Tiger auf den kleinen Teppich, der vor dem Sofa liegt. Wild um sich strampelt knüllt er ihn zusammen und bearbeitet ihn mit den Hinterbeinen. Maryama muss herzhaft lachen. "Er erobert sich das Haus."
Ohne Vorwarnung geht die Haustüre auf, Browneye schießt herein und begrüßt freudig sein Frauchen und Marie.
"Tut mir leid, es war so still, ich dachte gar nicht dass ihr drin seid." Marga schlägt die Hände überm Kopf zusammen. "Ich wollte ihn anleinen, aber er war schneller und dann dachte ich, ach, lass ihn rein, dann begrüßen wir gemeinsam den Ankömmling." Sie schaut zu Browneye, der begeistert Marie umtänzelt und plötzlich stocksteif stehen bleibt und die Nackenhaare aufstellt. Sein Blick ist auf das Teppichknäuel fixiert, in dem sich irgendetwas bewegt.
Maries Augen verengen sich, als sie Browneyes Reaktion bemerkt. "HEY!", laut klatscht sie in die Hände, was den Hund ablenkt. "AB ... SOFORT!" Sie steht dabei auf und macht eine Geste mit der Hand. Der Hund schaut sie an. "AB!", wiederholt Marie energisch bis Browneye zu Maryama läuft.
Zu fasziniert davon, wie der Teppich sich zu einem lebenden Etwas verwandelt hat, reagiert Maryama viel zu spät. Erst als Marie die Stimme erhebt und Browneye zu ihr herüber schießt, bemerkt sie was vor sich geht. Beruhigend legt sie einen Arm um den Hund, der nicht knurrt, aber unverändert wachsam auf das rotierende Teppichknäuel starrt. Lachend bittet Maryama: "Kannst du ihn mal da raus wickeln, bevor er sich noch bis zu uns vor arbeitet? Dann halt ich Browneye und du Bungee zum beschnuppern."
Nickend geht Marie auf das Fellknäul im Teppich gewickelt zu und befreit das Kätzchen. Sie nimmt Bungee auf den Arm und kniet sich im Sicherheitsabstand vor Browneye. Sie wartet ab.
"Okay kleiner Löwe." Browneye wendet den Kopf zu ihr und wedelt mit dem Schw anz. Das ist ein Schmusekosewort und weckt positive Assoziationen...zumindest hofft Maryama das, positive und beruhigende. "Du darfst jetzt jemanden begrüßen, komm." Sie rückt in Maries Richtung vor und der Hund bleibt brav an ihrer Seite, wenn auch interessiert hechelnd. Sie streckt eine Hand aus und berührt zart Bungee, der schon ein wenig ungeduldig auf Maries Arm zu strampeln beginnt. "Schau, das ist unser neuer Freund, er wohnt jetzt hier." Maryama streichelt das Kätzchen am Kopf und spricht weiter leise auf ihren Hund ein. Dann schaut sie zu Marie, während Browneye seine Schnauze vorstreckt und überraschend vorsichtig Richtung Kater schnuppert. Marga hält vor Spannung den Atem an.
Zumindest ist es ein gutes Zeichen. Marie wartet ab was weiter geschehen wird. Das Katerchen geht mit seinem Näschen ebenfalls vor und schnuppert ebenfalls. Schmunzelnd streicht Marie mit dem Daumen über Bungees Kopf. Das Kätzchen maunzt aufgeregt. "Magst zu Browneye?", fragt sie ihn und setzt das Wollknäuel vor sich auf den Boden. Bungee schüttelt sich kurz, maunzt und läuft auf den Hund neugierig zu.
Maryama beobachtet fasziniert, wie Browneye regungslos duldet, dass Bungee unter ihm durch läuft, im Kreis um ihn herum tollt und sich schließlich an eine seiner Tatzen hängt und wild mit allen vier Beinchen daran herumstrampelt. Jetzt kommt Leben in den Hund. Er schubst den Kater sanft mit der Schnauze von sich weg und macht einen kleinen, freudigen Luftsprung, bevor beide wie aus der Kanone geschossen los rennen. Das Getobe geht noch eine ganze Weile und bringt alle Beobachter zum lachen. Was für ein Glück, dass Browneye so ein friedfertiges Wesen hat, das Experiment hätte auch ganz anders ausgehen können, denkt Maryama zufrieden.
Plötzlich summt Margas Handy. Ein Blick auf das Display sagt ihr, dass Adrian geschrieben hat. Hoffentlich ist alles in Ordnung. Als sie den Text liest, wird ihr Gesicht eine Nuance blasser.
ER ist wieder da. Ich MUSS für ne Weile weg ..halt's nicht aus da. Mach dir keine Sorgen, mir geht’s gut Bitte sag in der Schule dass ich krank bin Ich meld mich.
Marga schluckt und starrt einen Moment auf die Tischplatte. Bertl ist wieder da? Einfach so? Was ist da vorgefallen,dass Adrian weggelaufen ist? Sorgenvoll runzelt sie die Stirn, während sie die Nachricht immer wieder durch liest. Im Hintergrund tollen Browneye und Bungee herum und die beiden jungen Frauen lachen vergnügt über die Kapriolen der beiden. All das verschwimmt in Margas Wahrnehmung. Sie muss nachdenken, in Ruhe. Abrupt steht sie auf und steckt ihr Handy in die Hosentasche. Mit einem leicht gezwungenen Lächeln winkt sie Marie und Maryama. „Ich geh mal kurz frische Luft schnappen, bin gleich wieder da.“ Kurz darauf fällt die Haustüre ins Schloss.
Etwas später
Als Marga nach einem längeren Spaziergang zurückkehrt, fällt ihr Blick als erstes auf die beiden Tiere, die eng aneinander gekuschelt in Browneyes Körbchen schlafen. Schmunzelnd schließt sie die Türe und setzt sich zu Maryama, die allein auf dem Sofa sitzt und die beiden lächelnd beobachtet.
„Ist Marie schon weg?“ fragt Marga überrascht und lässt sich neben Maryama in die weichen Polster fallen. Diese nickt. „Ja, wir haben noch eine Tasse Tee getrunken und dann ist sie nach Hause gefahren. Die beiden Wildfänge da drüben sind schon dicke Freunde geworden, sie konnte also beruhigt gehen.“ Maryama schaut sie fragend an. „Wo warst du denn so lange?“
Seufzend blickt Marga sie an.“ Spazieren. Ich hab eine Nachricht von Adrian bekommen. Bertl ist zurück.“
Kaum sind die Worte laut ausgesprochen, laufen auch schon die Tränen über Margas Wangen.
Ist ihr Chip also zuvorgekommen. Maryama hat nach dem richtigen Moment gesucht, Marga von der Rückkehr ihres Mannes zu berichten, aber bisher hatte sich nichts ergeben. Entweder fehlte die Ruhe dafür, oder Marga wirkte nicht so ausgeglichen, dass es angebracht erschien, ihr das mit zu teilen. Sie sieht jetzt aber keine Veranlassung ihr nachträglich zu sagen, dass Delsyn sie schon in Kenntnis gesetzt hatte.Vielleicht ist es sogar besser, dass Marga es von ihrem Sohn erfahren hat.
„Hey, komm her.“ Maryama umarmt die weinende Frau und hält sie einfach, bis die ganze Anspannung der letzten Zeit aus ihr heraus geschluchzt ist. „Weißt du noch?“ fragt sie dann behutsam, als Marga endlich ihr Taschentuch heraus gefischt hat und sich die Augen trocken tupft. “Wir schaffen das gemeinsam und das gilt auch jetzt. Du bist auf einem guten Weg und den gehst du zusammen mit deine Freunden weiter.“
Marga blickt auf und nickt mit einem tapferen Lächeln. Genau das wird sie tun.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )
Charaktere: Marie, Maryama, Marga
Geschichtsstrang: Familienzuwachs zum Zweiten
Heute ist ein besonderer Tag. Heute findet eines von Danas und Teddys Kätzchen ein neues Zuhause. Marie erwartet den Besuch bereits.
Bleib ganz ruhig , sonst werden alle nervös, inklusive Katerchen. Die Aufzugstür geht auf und Maryama geht mit schnellen Schritten zu Maries Wohnung. Sie kann es kaum erwarten, Bungee wieder zu sehen. Ob er groß geworden ist? Gut, dass Marga noch da ist, so konnte Browneye zuhause bleiben und darf später den neuen Mitbewohner begrüßen. Sie läutet und hört auch gleich schon Marie hinter der Tür näher kommen.
Die Gastgeberin öffnet die Tür. "Hallo Maryama. Komm rein. Möchtest du Tee?"
"Ja, am besten Baldrian, ich bin ein bisschen aufgeregt, ehrlich gesagt." Schmunzelnd folgt sie Marie ins Wohnzimmer, wo sich die ganze Katzenfamilie tummelt. Sofort entdeckt sie ihren zukünftigen Mitbewohner. "Hey, er hat schon nen richtigen kleinen Katerdickschädel." lacht sie. "Den wird er wohl auch brauchen bei uns." Sie geht in die Hocke und ruft im üblichen, hohen Becircton für Katzen." Na,komm Bungee Süßer, komm her. Heute darfst du umziehen, das wird toll." Überraschenderweise merkt das Kätzchen auf und kommt neugierig näher. "Hast du mit ihm seinen Namen geübt?" Maryama dreht sich in der Hocke zu Marie und strahlt. "Schau, er ist ganz zutraulich." Sie krault den Kater hinter den Ohren, was er sich schnurrend gefallen lässt.
Marie kommt der Bitte nach und richtet einen beruhigenden, Entspannungstee. Dazu reicht sie ihr veganes Gebäck. "Die Kätzchen werden so schnell groß. Bungee hat sich toll entwickelt. Er ist sehr neugierig. Du wirst mit ihm deine Freude haben." Sie setzt sich. Sofort springt Teddy auf ihren Schoß und rollt sich ein. Sie krault den Kater. "Wie geht es dir generell?", fragt sie freundlich und interessiert.
Maryama greift sich Bungee, setzt sich zu Marie an den Tisch und platziert den Kater auf dem Schoß. Für fünf Sekunden ungefähr, dann erkundet er das Sofa, stürzt gleich darauf tollpatschig von der Seitenlehne, überschlägt sich einmal und stürmt mit hochgerecktem Schwa nz zurück zu seinen Geschwistern. Lachend dreht sich Maryama wieder zu ihrer Freundin. "Uiuiui, ja Temperament hat er." Sie trinkt einen Schluck Tee und genießt das Kräuteraroma. Lavendel, Melisse und..Johanniskraut? "Ganz gut würde ich sagen. Marga ist immer noch da und schmeißt mehr oder weniger den Haushalt, was mir Zeit zur Gartenrenovierung gibt. Das ist Luxus pur. Und bei dir? Immer noch auf Wolke sieben mit Scott?" Sie lächelt dabei.
Die Gefragte nickt. "Ich muss dir etwas erzählen." Dabei wird sie rot im Gesicht. "Wir wollen zusammenziehen."
"Echt jetzt? Ihr seid ja flott. Wie schön!" Sie umarmt Marie spontan. "Aber Moment, für Christin ist das okay dass sie dann allein hier wohnt?"
Marie erwidert die Umarmung und lächelt. "Nun ... wir haben damals eine Vereinbarung getroffen: Wenn eine von uns die große Liebe findet und es bedeutet, dass die Turteltauben zusammenziehen werden, dann ist das kein Problem. ... Klar ... nach Christins Zusammenbruch fühle ich mich schon unwohl, sie nun allein zu lassen ... Aber ... hach ... Scott ist einfach toll." Sie zeigt auf die Blumen, die er mitgebracht hat. Diese haben mittlerweile eine schöne Vase erhalten. "Er ist so aufmerksam, so ein Gentleman ... Maryama ... ich war noch nie so glücklich." Die Erzählerin kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus.
"Ich merk's. Du bist richtig aufgeblüht, wie die hier." Maryama zeigt auf die Blumenpracht in der Vase. "Steht dir gut." antwortet sie lächelnd. "Habt ihr denn schon was in Aussicht?"
Marie schüttelt den Kopf. "Wir sind noch am schauen. Es ist nicht ganz einfach etwas passendes für uns die Katzen zu finden. Vor allem was bezahlbar ist."
"Ja, das kann ich mir vorstellen. Ich hör mich mal mit um. Denkt ihr an ein Häuschen oder eine Wohnung?" fragt Maryama und zuckt zusammen, weil sich Bungee an ihrer Hose hoch hangelt. Sie hakt seine Kralle aus dem Stoff und knuddelt ihn auf dem Schoß.
"Es wäre schön, wenn wir etwas im Grünen finden würden ... als Förster-Tochter finde ich den Wald immer noch sehr schön. ... Aber egal ob Häuslein oder Wohnung ... es soll uns allen gefallen. Kommst du mich dann dort besuchen?", redet Marie weiter.
"Aber klar." Maryama denkt kurz nach. "In Brindelton Bay gibt es noch verfügbare Grundstücke, einer sogar in direkter Nachbarschaft. Nur für den Fall, dass ihr euch überlegt selbst zu bauen..und grün ist es da auch." Sie setzt den Kater wieder auf den Boden, weil er unruhig wird und anfängt an ihrer Hand herum zu beißen.
Die Zuhörerin nickt. "Wenn wir gerade so offen sind Maryama ... darf ich dich etwas sehr persönliches fragen?"
Verwundert schaut Maryama auf. "Ja, nur zu."
Marie atmet kurz durch. Sie hofft, dass sie damit keinen Fehler macht ... jedoch möchte sie gerne Maryamas Meinung und Seite zu dieser Sache hören. "Es geht um Christin ... Was für einen Eindruck hast du von ihr?", fragt sie direkt.
"Von Christin?" wiederholt Maryama noch mehr überrascht. "Also..ich kenn sie ja gar nicht gut, hab nur ein paar Mal mit ihr gesprochen." Nachdenklich nimmt sie einen Schluck Tee. " Sie wirkte recht lebhaft auf mich und was sie vom Tanzen erzählt hat bestätigte den Eindruck noch... aber sie hat eigentlich nie direkt das Gespräch mit mir gesucht, drum bin ich glaub ich gar nicht die richtige Person um das befriedigend zu beantworten. Warum fragst du?" Eigentlich hatte Maryama immer den Eindruck, dass Christin mit ihr nicht all zu viel anfangen konnte und auch nicht weiter an einem Kontakt interessiert war, aber das braucht sie ja jetzt nicht unbedingt erwähnen.
"Ich spreche es an weil ... kannst du dich noch an diesen Mann erinnern ... diesen Barkeeper?", führt Marie den Gesprächsfaden weiter. Maryamas Eindruck hat sie schon erahnt.
Maryama zuckt zusammen. Alexander? "Ja, natürlich, wir wa..sind befreundet. Was hat er denn damit zu tun?" Ist Christin etwa auch in diese ganze Geschichte verwickelt? Davon hat Sascha nie etwas erwähnt, das wüsste sie.
"Genau der", nickt Marie. Teddy gähnt und schnurrt leise weiter. "Christin ... wie soll ich sagen ... hatte Interesse an ihm ... aber ... weil er ständig mit dieser Rothaarigen und mit dir Zeit verbracht hat ... hat sie dich ... als Konkurrenz wahr genommen ... Worauf ich hinaus will: Es tut mir sehr Leid, dass sie dir nie eine echte Chance gegeben hat ... Du bist so eine tolle Freundin ... Ihr hättet euch sicher unter anderen Umständen besser verstanden." Marie wirkt sehr traurig. "Weißt du ... Christin war immer für mich da ... sie hat ihre guten Seiten ... nur ... sie hat leider damals, in dieser Situation, das wesentliche aus dem Auge verloren ... Ich möchte ihr Verhalten dir gegenüber weder beschönigen, noch entschuldigen ... Ich möchte halt ehrlich dir gegenüber sein und hoffe, wir bleiben Freundinnen."
Maryama könnte jetzt sagen, dass sie sich darüber nie wirklich Gedanken gemacht hat, aber das klänge härter als es gemeint wäre. Christin war also verliebt in Alexander, interessant. Irgendwie ist das wohl mehr oder weniger an ihr vorbei gegangen, aber es erklärt die Zurückhaltung. "Ähm..ich hab das gar nie so wahr genommen. Ist eben so, dass man sich mit einem besser und mit dem anderen weniger gut versteht. Ich hab das nicht persönlich genommen." Sie lächelt. "Alexander und ich kennen uns schon einige Jahre, er ist für mich wohl immer das gewesen, was Christin für dich ist. Mehr aber auch nicht." Sie schluckt, weil sich ein kleiner Kloß in ihrem Hals bilden will. "Ein guter Freund, wie mein großer Bruder fast." Sie beobachtet die Kätzchen für einen Moment und schaut dann wieder zu Marie. "Ich hab nichts gegen Christin und natürlich bleiben wir Freundinnen."
Marie steht auf und umarmt Maryama. "Ich bin dir dafür dankbar ... Ich möchte dich nicht wegen dem was war verlieren." Durch das aufstehen murrt Teddy verärgert und geht seiner Wege. Belustigt sieht seine Besitzerin ihm nach. "Tut mir leid mein Süßer!", entschuldigt sie sich bei ihm. Dann wendet sie sich Maryama wieder zu. "Blicken wir optimistisch in die Zukunft. Fangen wir doch mit Bungees neuen Zuhause an. Soll ich den Kleinen dafür "eindosen"?" Sie hebt dabei die Finger, um das Wort extra zu betonen. Ein Lächeln umspielt ihre Lippen.
"Ja, leiten wir den Umzug ein. Ich freu mich so darauf ihn zuhause zu sehen, nur hab ich immer noch keine wirkliche Vorstellung wie wir das mit Browneye machen.", sagt Maryama schmunzelnd. "Aber das wird sich ergeben."
"Das wird schon. Am Anfang empfehle ich dir, Bungee und Browneye im Auge zu behalten und notfalls eine Spritzflasche griffbereit zu haben." Die Katzenmama steht auf und holt einen Umschlag aus ihrem Zimmer. Eine Tragebox hat sie ebenfalls dabei. "Hier im Umschlag sind alle Unterlagen zu ihm. Da Bungee ein Mischling ist, wird er keine Zuchtpapiere bekommen. Aber dafür einen Katzen-Impfpass mit allen wichtigen Impfungen, Entwurmungen, ect. Eingetragen." Dann öffnet sie die Box und nimmt das Katzenkind auf den Arm. "So mein Kleiner. Jetzt wird es Zeit." Plötzlich kommen ihr die Tränen. Marie wischt sie kurz weg. "Tschuldigung", sie küsst das Kätzchen und setzt es in die Box.
Einige Zeit später in Brindleton Bay Nr. 7
Zuhause angekommen öffnet Maryama die Haustüre und stellt fest, dass Marga wohl mit Browneye im Garten ist. Sie hat ihr unterwegs geschrieben, dass sie mit dem neuen Mitbewohner kommen und Marga hielt es wohl für klüger, Browneye erstmal etwas abseits des Geschehens zu halten. Gute Idee. "Du kannst die Kiste hier beim Sofa abstellen, Marie. Dann können wir unser weiteres Vorgehen besprechen." Maryama muss sich eingestehen, dass die ganze Sache ziemlich aufregend ist und sie will diese Energie nicht auf das Kätzchen oder Browney übertragen. Das teilt sie Marie auch mit. "Sollen wir Bungee erstmal noch ein Weilchen in der Kiste lassen, damit er sich an die neuen Gerüche gewöhnen kann?" fragt sie dann, wieder zu ihrer üblichen praktischen Energie findend.
Marie lächelt. Sie versucht stark zu sein. Bungee ist, wie seine Geschwister, ihr ans Herz gewachsen. Sie öffnet die Tragebox und setzt sich auf die Couch. "Lass ihn einfach alles selbst erkunden. So ist der Start ins neue Zuhause am einfachsten. Und wegen Browneye: Du nimmst Bungee auf den Arm und lässt Browneye an ihm schnuppern. Sie zu lange voneinander getrennt zu lassen, ist sonst nicht gut."
"Okay, ja du hast Recht." Aufmerksam beobachtet Maryama wie Bungee, der gerade sein Näschen aus der Box streckt, sich verhält. Erst erscheint der Kopf, dann tapst der Kater heraus und sieht sich verwundert um. "Er denkt sich was ist los? Wo sind die anderen?" sagt Maryama zu Marie und schmunzelt. Bungee wendet sich der Stimme zu und maunzt leise. "Ja, schau dich um, du wohnst jetzt hier."
Sie setzt sich im Schneidersitz auf den Boden und lässt den Kater machen. Nachdem er vorsichtig das Sofa beschnuppert hat, tapst er munter weiter Richtung Küche, inspiziert die Stuhlbeine, kehrt um und stürzt sich wie ein kampfbereiter Tiger auf den kleinen Teppich, der vor dem Sofa liegt. Wild um sich strampelt knüllt er ihn zusammen und bearbeitet ihn mit den Hinterbeinen. Maryama muss herzhaft lachen. "Er erobert sich das Haus."
Ohne Vorwarnung geht die Haustüre auf, Browneye schießt herein und begrüßt freudig sein Frauchen und Marie.
"Tut mir leid, es war so still, ich dachte gar nicht dass ihr drin seid." Marga schlägt die Hände überm Kopf zusammen. "Ich wollte ihn anleinen, aber er war schneller und dann dachte ich, ach, lass ihn rein, dann begrüßen wir gemeinsam den Ankömmling." Sie schaut zu Browneye, der begeistert Marie umtänzelt und plötzlich stocksteif stehen bleibt und die Nackenhaare aufstellt. Sein Blick ist auf das Teppichknäuel fixiert, in dem sich irgendetwas bewegt.
Maries Augen verengen sich, als sie Browneyes Reaktion bemerkt. "HEY!", laut klatscht sie in die Hände, was den Hund ablenkt. "AB ... SOFORT!" Sie steht dabei auf und macht eine Geste mit der Hand. Der Hund schaut sie an. "AB!", wiederholt Marie energisch bis Browneye zu Maryama läuft.
Zu fasziniert davon, wie der Teppich sich zu einem lebenden Etwas verwandelt hat, reagiert Maryama viel zu spät. Erst als Marie die Stimme erhebt und Browneye zu ihr herüber schießt, bemerkt sie was vor sich geht. Beruhigend legt sie einen Arm um den Hund, der nicht knurrt, aber unverändert wachsam auf das rotierende Teppichknäuel starrt. Lachend bittet Maryama: "Kannst du ihn mal da raus wickeln, bevor er sich noch bis zu uns vor arbeitet? Dann halt ich Browneye und du Bungee zum beschnuppern."
Nickend geht Marie auf das Fellknäul im Teppich gewickelt zu und befreit das Kätzchen. Sie nimmt Bungee auf den Arm und kniet sich im Sicherheitsabstand vor Browneye. Sie wartet ab.
"Okay kleiner Löwe." Browneye wendet den Kopf zu ihr und wedelt mit dem Schw anz. Das ist ein Schmusekosewort und weckt positive Assoziationen...zumindest hofft Maryama das, positive und beruhigende. "Du darfst jetzt jemanden begrüßen, komm." Sie rückt in Maries Richtung vor und der Hund bleibt brav an ihrer Seite, wenn auch interessiert hechelnd. Sie streckt eine Hand aus und berührt zart Bungee, der schon ein wenig ungeduldig auf Maries Arm zu strampeln beginnt. "Schau, das ist unser neuer Freund, er wohnt jetzt hier." Maryama streichelt das Kätzchen am Kopf und spricht weiter leise auf ihren Hund ein. Dann schaut sie zu Marie, während Browneye seine Schnauze vorstreckt und überraschend vorsichtig Richtung Kater schnuppert. Marga hält vor Spannung den Atem an.
Zumindest ist es ein gutes Zeichen. Marie wartet ab was weiter geschehen wird. Das Katerchen geht mit seinem Näschen ebenfalls vor und schnuppert ebenfalls. Schmunzelnd streicht Marie mit dem Daumen über Bungees Kopf. Das Kätzchen maunzt aufgeregt. "Magst zu Browneye?", fragt sie ihn und setzt das Wollknäuel vor sich auf den Boden. Bungee schüttelt sich kurz, maunzt und läuft auf den Hund neugierig zu.
Maryama beobachtet fasziniert, wie Browneye regungslos duldet, dass Bungee unter ihm durch läuft, im Kreis um ihn herum tollt und sich schließlich an eine seiner Tatzen hängt und wild mit allen vier Beinchen daran herumstrampelt. Jetzt kommt Leben in den Hund. Er schubst den Kater sanft mit der Schnauze von sich weg und macht einen kleinen, freudigen Luftsprung, bevor beide wie aus der Kanone geschossen los rennen. Das Getobe geht noch eine ganze Weile und bringt alle Beobachter zum lachen. Was für ein Glück, dass Browneye so ein friedfertiges Wesen hat, das Experiment hätte auch ganz anders ausgehen können, denkt Maryama zufrieden.
Plötzlich summt Margas Handy. Ein Blick auf das Display sagt ihr, dass Adrian geschrieben hat. Hoffentlich ist alles in Ordnung. Als sie den Text liest, wird ihr Gesicht eine Nuance blasser.
ER ist wieder da. Ich MUSS für ne Weile weg ..halt's nicht aus da. Mach dir keine Sorgen, mir geht’s gut Bitte sag in der Schule dass ich krank bin Ich meld mich.
Marga schluckt und starrt einen Moment auf die Tischplatte. Bertl ist wieder da? Einfach so? Was ist da vorgefallen,dass Adrian weggelaufen ist? Sorgenvoll runzelt sie die Stirn, während sie die Nachricht immer wieder durch liest. Im Hintergrund tollen Browneye und Bungee herum und die beiden jungen Frauen lachen vergnügt über die Kapriolen der beiden. All das verschwimmt in Margas Wahrnehmung. Sie muss nachdenken, in Ruhe. Abrupt steht sie auf und steckt ihr Handy in die Hosentasche. Mit einem leicht gezwungenen Lächeln winkt sie Marie und Maryama. „Ich geh mal kurz frische Luft schnappen, bin gleich wieder da.“ Kurz darauf fällt die Haustüre ins Schloss.
Etwas später
Als Marga nach einem längeren Spaziergang zurückkehrt, fällt ihr Blick als erstes auf die beiden Tiere, die eng aneinander gekuschelt in Browneyes Körbchen schlafen. Schmunzelnd schließt sie die Türe und setzt sich zu Maryama, die allein auf dem Sofa sitzt und die beiden lächelnd beobachtet.
„Ist Marie schon weg?“ fragt Marga überrascht und lässt sich neben Maryama in die weichen Polster fallen. Diese nickt. „Ja, wir haben noch eine Tasse Tee getrunken und dann ist sie nach Hause gefahren. Die beiden Wildfänge da drüben sind schon dicke Freunde geworden, sie konnte also beruhigt gehen.“ Maryama schaut sie fragend an. „Wo warst du denn so lange?“
Seufzend blickt Marga sie an.“ Spazieren. Ich hab eine Nachricht von Adrian bekommen. Bertl ist zurück.“
Kaum sind die Worte laut ausgesprochen, laufen auch schon die Tränen über Margas Wangen.
Ist ihr Chip also zuvorgekommen. Maryama hat nach dem richtigen Moment gesucht, Marga von der Rückkehr ihres Mannes zu berichten, aber bisher hatte sich nichts ergeben. Entweder fehlte die Ruhe dafür, oder Marga wirkte nicht so ausgeglichen, dass es angebracht erschien, ihr das mit zu teilen. Sie sieht jetzt aber keine Veranlassung ihr nachträglich zu sagen, dass Delsyn sie schon in Kenntnis gesetzt hatte.Vielleicht ist es sogar besser, dass Marga es von ihrem Sohn erfahren hat.
„Hey, komm her.“ Maryama umarmt die weinende Frau und hält sie einfach, bis die ganze Anspannung der letzten Zeit aus ihr heraus geschluchzt ist. „Weißt du noch?“ fragt sie dann behutsam, als Marga endlich ihr Taschentuch heraus gefischt hat und sich die Augen trocken tupft. “Wir schaffen das gemeinsam und das gilt auch jetzt. Du bist auf einem guten Weg und den gehst du zusammen mit deine Freunden weiter.“
Marga blickt auf und nickt mit einem tapferen Lächeln. Genau das wird sie tun.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )