Forum Discussion
3 years ago
Ort: Brindleton Bay Nr.7, Yvonnes Erbe
Charaktere: Marga, Maryama, Nael, Bertram
Geschichtsstrang: Aus alt mach neu?
Mit zitternden Fingern tippt Marga Naels Nummer. Dies ist die letzte Sache, die sie noch erledigen will, bevor sie nach Oasis Springs zurück kehrt. Die benötigten Unterschriften hat sie ihm schon gegeben und jetzt geht es noch darum, die weiteren Schritte zu klären und den neuesten Stand in der Angelegenheit mit der Bank zu erfahren. Es klingelt und Margas Anspannung steigt.
"Garcia-Klein.", meldet sich Nael am Telefon.
"Hallo Nael, hier..hier ist Marga. Entschuldige bitte die Störung. Ich will nicht drängeln, aber es wäre wichtig für mich zu wissen, wie es in unserer Angelegenheit mit der Bank aussieht." Sie kratzt einen unsichtbaren Fleck von der Tischplatte vor sich. "Hat sich denn schon etwas Neues ergeben?" Gespannt wartet sie auf die Antwort am anderen Ende.
Nael weiß wovon sie spricht. "Ja, richtig. Es tut mir Leid. Ich wollte dich schon vor zwei Tagen anrufen, habe es aber dann nicht geschafft. Also. Es gibt Neuigkeiten." Er macht eine Pause. "Gute Neuigkeiten."
"Was? Das ist ja wunderbar!" Marga kann kaum glauben was sie hört. "Oh Nael, erzähl."
Der Anwalt erzählt von seinem Vorhaben, aufgrund des Widerrufs den Kreditvertrag als ungültig zu erklären. "Die Bank hat sich bereitwillig darauf eingelassen, vermutlich weil dieses Thema bereits mehrfach vor Gericht gebracht wurde und die Banken verloren haben. Besser für uns. Die Bestätigung sollte bereits mit der Post zu Dir unterwegs sein. Marga, du kannst aufatmen. Der Albtraum ist vorbei." Er freut sich für seine Mandantin und hat ein positives Gefühl, einem Sim geholfen zu haben. Wie ich das vermisst habe.
Margas Blick wird immer größer, je länger sie zuhört. "Das ist die beste Nachricht seit mein Arzt mir gesagt hat, dass ich schwanger bin." entfährt es ihr spontan. Sie muss lachen und gleichzeitig rinnen ihr zwei Tränen über die Wange. "Wie kann ich dir nur danken Nael? Deinen Einsatz wieder gut machen?" Er wollte nichts für seine Hilfe annehmen, aber das geht nicht, auf keinen Fall. "Bitte sag mir irgendetwas, was ich für dich tun kann, was dir Freude macht...irgendetwas. Du ahnst gar nicht WIE sehr du uns geholfen hast, Nael." bittet sie inständig.
Er überlegt. An eine Gegenleistung oder eine Gefälligkeit hat er wirklich nicht gedacht. Da erinnert er sich an Maryamas Geburtstag und Margas Essen. "Ich würde gerne deine Kochkünste in Anspruch nehmen."
"Aber sicher! Sehr, sehr gerne. Was stellst du dir denn vor?" Marga würde ein 6 Gänge Menü für Nael kochen, wenn er das gerne wollte. Sie ist so unendlich erleichtert, dass es überhaupt etwas gibt, was sie für ihn tun kann.
"Wir veranstalten zum Ende des Jahres vor den Feiertagen eine kleine Einweihungsfeier für unser Bauprojekt. Da wir noch nicht wissen, welche Gerichte wir servieren, vielleicht magst du uns dabei unterstützen? Du bist mit deiner Familie natürlich herzlich eingeladen, dabei zu sein. Maryama kommt sicherlich auch." Nael hofft, dass Marga ihm hierbei helfen kann.
mit deiner Familie Marga durchzuckt ein schmerzhafter Blitz, bei Naels Worten. Wenn es doch nur alles so normal und einfach wäre mit ihrer Familie. Äußerlich unberührt antwortet sie: "Nael, von Herzen gern. Soll ich mir ein paar Sachen überlegen und mich mit euch absprechen dann oder wollt ihr lieber was in Auftrag geben? Ich kann glaub ich alles kochen, wenn es nicht ZU exotisch ist." Marga lächelt sich selbst Mut zu.
"Überlege dir in Ruhe ein paar Sachen und dann können wir darüber gerne sprechen. Ich habe volles Vertrauen in Dich!", antwortet der Anwalt.
"Ja, das mach ich und falls du noch Wünsche hast, ruf mich einfach an." Nachdem sie sich verabschiedet haben,verharrt Marga noch einen Augenblick lächelnd am Tisch. Was für ein wundervoller Mensch, dieser Nael.
Ein paar Stunden später
Der Abwasch ist erledigt und Maryama will jetzt nach der Mittagspause zu Delsyn ins Pfadfindercamp aufbrechen.Sie will sich einen Teil der Begrünung nochmal genauer ansehen und ihm bei den Arbeiten mit der Wasserversorgungsanlage zur Hand gehen. Maryama ist froh um diese Ablenkung, denn..
Ihr Blick fällt auf Margas Koffer, die gepackt im Eingangsbereich stehen und Browneye, der sie aufmerksam bewacht. Bungee ist weniger ehrfurchtsvoll, er turnt gerade oben auf den Kanten herum und hat seinen Spaß.
Während Maryama ihr Abtrockenhandtuch aufhängt, wendet sie sich an Marga: „Bis du dir ganz sicher, dass heute schon der richtige Tag ist? Fühlst du dich stabil?“ Marga blickt auf und lächelt. „Ach Maryama.“ Sie umarmt die neu gewonnene Freundin, die so viel jünger ist als sie und ihr trotzdem so lieb geworden ist.
„Ich weiß gar nicht, ob ich jemals richtig stabil werde, aber ich fühle mich gestärkt und vor allem erholt. Ohne diese Zentnerlast mit der Bank hab ich das Gefühl, ich kann so vieles schaffen.“ Sie rückt wieder etwas ab von Maryama. „Ich hätte gern eine Tochter wie dich, das würde mir oft helfen in meinem verschrobenen Männerhaushalt.“
Maryama lacht leise und nickt verständnisvoll. „Das glaub ich dir gerne, aber du weißt ja. Wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, dann kommst du hierher und wir unternehmen irgendetwas Spaßiges. Das hilft.“ - „Ja, das hilft sehr, danke.“ Marga geht zur ihren Koffern, streichelt und liebkost nochmal ausgiebig Browneye und Bungee und lässt sich dann von Maryama zum Bus nach...
...Oasis Springs Nr.11, Haushalt Töpfer begleiten.
Schon von weitem sieht Marga, dass in Adrians Zimmer das Fenster offen steht und das bei der Kälte. Merkt Bertram sowas gar nicht? Der zweite Blick registriert, dass der Verkaufswagen fehlt. Er hat dieses unselige Geschäft also aufgegeben. Ist das ein gutes Zeichen? Das flaue Gefühl im Magen wird stärker. Was erwartet sie gleich?
Allein der Gedanke an den zerstörten Garten treibt ihr den Schweiß auf die Stirn, aber jetzt heißt es die Zähne zusammen beißen.Nach dem Telefonat mit Nael hat sie einen Entschluss gefasst. Hoffentlich verlässt sie nicht gleich wieder der Mut. Bertram hat so eine Art an sich, die ihr in Sekunden den Wind aus den Segeln nehmen kann. Marga strafft die Schultern und legt mit aufrechtem Gang den Rest der Strecke nach Hause zurück. Als sie um die Ecke Richtung Haustüre biegt, bleibt ihr vor Überraschung der Mund offen stehen. Der Garten ist zwar nicht mehr ihr Garten, aber das Grundstück ist wieder eingeebnet. Dieses riesige, gähnende Loch ist verschwunden und sogar ihre geliebten Obstbäume sind wieder in die Erde gepflanzt worden. Von Bertl. Er steht daneben und klopft gerade den Erdboden rundherum fest. Sprachlos steht Marga für ein paar Sekunden da und versucht das Szenario zu verarbeiten. Wann ist das alles geschehen? Dann dämmert es ihr. Wie Maryama öfter als üblich gesagt hatte, sie müsse Delsyn zur Hand gehen...Delsyn, bestimmt hat er dafür gesorgt, dass hier Ordnung geschaffen wurde..und womöglich sogar Bertl motiviert etwas zu tun. Dankbarkeit und Erleichterung lassen wieder die Tränen rollen. Die Koffer entgleiten ihren Fingern und fallen mit einem dumpfen Geräusch zu Boden, was Bertl herum fahren lässt. Stumm verschmelzen für Sekunden ihre Blicke miteinander. Marga spürt wie das Eis in ihrem Herzen zu bröckeln beginnt beim Anblick ihres unverletzten Mannes. So lange hat sie die Sorge um sein Wohlergehen unterdrückt, um nicht verrückt zu werden.
„Marga!“ Bertls Ruf unterbricht die Starre. Er lässt die Schaufel fallen und läuft auf sie zu.
Als er versucht sie zu umarmen und stammelnd um Worte ringt, streckt Marga die Arme aus und schiebt ihn, nur mühsam ihre Emotionen beherrschend, ein Stück von sich weg. „Warte!“ Bertl weicht noch einen Schritt zurück und sieht sie verwirrt und gleichzeitig ängstlich an, was wiederum Marga verwirrt. So kennt sie ihn nicht. „Bevor du dir irgendetwas zurecht legst. Ich will nichts hören und auch keine Fragen gestellt bekommen. Ich bin wieder da, du bist wieder da..das muss vorerst reichen. Ansonsten dreh ich hier auf dem Absatz um und werde sicher nicht noch einmal zurück kommen.“ Gott, wieviel Kraft ein paar Sätze kosten können. Ihr ist bewusst, dass es Gespräche geben muss, aber zum einen fühlt sie sich dem im Moment noch nicht gewachsen, zum anderen reicht dieses Konzept, um den wichtigsten Punkt um zu setzen, den sie aber nicht hier draußen im Garten ansprechen wird.
Sie lächelt Bertl an. „Lass uns rein gehen.“ -“Marga, ich..“ - „Drinnen Bertl.“
Wieder in diesem geliebten Haus zu sein, zu wissen, dass es ihr nicht unter der Nase weggepfändet wird, ist das schönste Gefühl seit langem. Als Marga die Küchentüre aufmacht, kommt die kalte Dusche. Eine Wodkaflasche mitten auf der Tischplatte. Demonstrativ. Angst kriecht in ihrem Inneren hoch. Sie dreht sich mit fragendem Blick zu ihrem Mann, der schnurstracks an ihr vorbei geht, die Flasche packt und mit, wie Marga automatisch registriert, zitternden Händen in den Ausguss kippt.
„Die stand da als Mahnmal Marga. Ich will, ich MUSS es schaffen davon weg zu kommen.“ Bertl sieht sie an und Marga kann den Ernst hinter diesen Worten in seinen Augen lesen. Sie atmet einmal tief durch und uamrmt ihn dann lange. Es ist keinesfalls sicher, ob es einen Weg geben kann für ihre 'Familie', aber einen Versuch will sie wagen. Allerdings nicht bedingungslos. Als sie zusammen am Tisch sitzen und Bertl das Gesicht in den Händen vergräbt, nimmt Marga sie bestimmt herunter, drückt sie und sieht ihn an.
„Ich habe Zeit mit Sims verbracht, die mir gezeigt haben, wie es sein kann respektvoll zusammen zu leben, miteinander zu lachen, statt sich zu bekämpfen, einander zu unterstützen und einfach der Sim sein zu dürfen, der man ist. Ich werde hier bleiben, Bertl.“ Sie schaut ernst in seine Augen, in denen der gleiche, kleine Hoffnungsfunken glimmt, wie in ihren. „Aber es gibt Bedingungen. Du wirst dich in Behandlung begeben. In eine Klinik, wo man dir hilft die Sucht zu überwinden und zeigt, wie du danach leben kannst. Zusammen mit mir und deinem Sohn.Wir beide allein können das nicht stemmen, Bertl.“
Bertl richtet sich etwas auf und nickt stumm. Sie wird bei ihm bleiben, das ist alles was er will. Mit ihr leben dürfen und wieder ein 'Sim' werden. “Du hast recht, Marga...das ist der einzig sinnvolle Weg.“
“Ja, aber nicht die einzige Bedingung.“ Marga hält innerlich den Atem an. Sie ist keine Spielerin und gewiss nicht geübt in Pokerface aufsetzen, aber dieser Schachzug muss sein. Maryama, die heute noch mit ihr geübt hat, wäre stolz sie jetzt zu sehen. „Ich werde dich nach Kräften dabei unterstützen Bertram, aber wenn das überstanden ist, geht es daran die Schulden für das Haus zu tilgen. Du weißt, dass uns das in den Ruin treiben kann. Durch deine Misswirtschaft verliere ich womöglich mein Elternhaus, das darf nicht geschehen.“ Ihr Blick fixiert ihren Mann.
Bertl blickt zerknirscht zurück und setzt zu einer Antwort an.
„Sag jetzt nichts. Was geschehen ist, ist geschehen. Du suchst dir nach deiner Rückkehr wieder Arbeit und ich überlege mir ein Konzept, wie ich selbst auch Geld verdienen kann. Nur so, gemeinsam, werden wir das größte Unglück verhindern können, nämlich dass das Haus meiner Eltern und Großeltern an irgendwelche Fremden fällt, die es abreissen und einen protzigen Neubau hinstellen würden.“
Sie will sich ein Konzept überlegen um selbst Geld zu verdienen? Bertls Kopf ruckt hoch. Mehr Schnaps brennen und an die Nachbarn verkaufen? Die..Zwiesel Nachbarn? Er schüttelt den Kopf, um diese Gedanken zu vertreiben, was Marga fehl interpretiert und eine Augenbraue hebt. Schnell beeilt er sich zu erklären. „Das wird nicht geschehen Marga, ich werde alles dafür tun, versprochen.“ Es ist seine letzte Chance. Er kann Margas Entschlossenheit spüren. Das ist neu, aber sehr...attraktiv, stellt er mit Verwunderung fest. Mit dieser Frau an seiner Seite kann er alles schaffen.
„Dann sind wir uns in diesem Punkt einig.“ Margas sanfte Stimme dringt zu ihm durch. „Dann kommen wir zum nächsten. Adrian. Was ist zwischen euch vorgefallen? Erzähl.“ Bertl sackt innerlich wieder etwas zusammen. Hat er gerade gedacht, er könne alles schaffen? Vielleicht muss er das nochmal revidieren.
Charaktere: Marga, Maryama, Nael, Bertram
Geschichtsstrang: Aus alt mach neu?
Mit zitternden Fingern tippt Marga Naels Nummer. Dies ist die letzte Sache, die sie noch erledigen will, bevor sie nach Oasis Springs zurück kehrt. Die benötigten Unterschriften hat sie ihm schon gegeben und jetzt geht es noch darum, die weiteren Schritte zu klären und den neuesten Stand in der Angelegenheit mit der Bank zu erfahren. Es klingelt und Margas Anspannung steigt.
"Garcia-Klein.", meldet sich Nael am Telefon.
"Hallo Nael, hier..hier ist Marga. Entschuldige bitte die Störung. Ich will nicht drängeln, aber es wäre wichtig für mich zu wissen, wie es in unserer Angelegenheit mit der Bank aussieht." Sie kratzt einen unsichtbaren Fleck von der Tischplatte vor sich. "Hat sich denn schon etwas Neues ergeben?" Gespannt wartet sie auf die Antwort am anderen Ende.
Nael weiß wovon sie spricht. "Ja, richtig. Es tut mir Leid. Ich wollte dich schon vor zwei Tagen anrufen, habe es aber dann nicht geschafft. Also. Es gibt Neuigkeiten." Er macht eine Pause. "Gute Neuigkeiten."
"Was? Das ist ja wunderbar!" Marga kann kaum glauben was sie hört. "Oh Nael, erzähl."
Der Anwalt erzählt von seinem Vorhaben, aufgrund des Widerrufs den Kreditvertrag als ungültig zu erklären. "Die Bank hat sich bereitwillig darauf eingelassen, vermutlich weil dieses Thema bereits mehrfach vor Gericht gebracht wurde und die Banken verloren haben. Besser für uns. Die Bestätigung sollte bereits mit der Post zu Dir unterwegs sein. Marga, du kannst aufatmen. Der Albtraum ist vorbei." Er freut sich für seine Mandantin und hat ein positives Gefühl, einem Sim geholfen zu haben. Wie ich das vermisst habe.
Margas Blick wird immer größer, je länger sie zuhört. "Das ist die beste Nachricht seit mein Arzt mir gesagt hat, dass ich schwanger bin." entfährt es ihr spontan. Sie muss lachen und gleichzeitig rinnen ihr zwei Tränen über die Wange. "Wie kann ich dir nur danken Nael? Deinen Einsatz wieder gut machen?" Er wollte nichts für seine Hilfe annehmen, aber das geht nicht, auf keinen Fall. "Bitte sag mir irgendetwas, was ich für dich tun kann, was dir Freude macht...irgendetwas. Du ahnst gar nicht WIE sehr du uns geholfen hast, Nael." bittet sie inständig.
Er überlegt. An eine Gegenleistung oder eine Gefälligkeit hat er wirklich nicht gedacht. Da erinnert er sich an Maryamas Geburtstag und Margas Essen. "Ich würde gerne deine Kochkünste in Anspruch nehmen."
"Aber sicher! Sehr, sehr gerne. Was stellst du dir denn vor?" Marga würde ein 6 Gänge Menü für Nael kochen, wenn er das gerne wollte. Sie ist so unendlich erleichtert, dass es überhaupt etwas gibt, was sie für ihn tun kann.
"Wir veranstalten zum Ende des Jahres vor den Feiertagen eine kleine Einweihungsfeier für unser Bauprojekt. Da wir noch nicht wissen, welche Gerichte wir servieren, vielleicht magst du uns dabei unterstützen? Du bist mit deiner Familie natürlich herzlich eingeladen, dabei zu sein. Maryama kommt sicherlich auch." Nael hofft, dass Marga ihm hierbei helfen kann.
mit deiner Familie Marga durchzuckt ein schmerzhafter Blitz, bei Naels Worten. Wenn es doch nur alles so normal und einfach wäre mit ihrer Familie. Äußerlich unberührt antwortet sie: "Nael, von Herzen gern. Soll ich mir ein paar Sachen überlegen und mich mit euch absprechen dann oder wollt ihr lieber was in Auftrag geben? Ich kann glaub ich alles kochen, wenn es nicht ZU exotisch ist." Marga lächelt sich selbst Mut zu.
"Überlege dir in Ruhe ein paar Sachen und dann können wir darüber gerne sprechen. Ich habe volles Vertrauen in Dich!", antwortet der Anwalt.
"Ja, das mach ich und falls du noch Wünsche hast, ruf mich einfach an." Nachdem sie sich verabschiedet haben,verharrt Marga noch einen Augenblick lächelnd am Tisch. Was für ein wundervoller Mensch, dieser Nael.
Ein paar Stunden später
Der Abwasch ist erledigt und Maryama will jetzt nach der Mittagspause zu Delsyn ins Pfadfindercamp aufbrechen.Sie will sich einen Teil der Begrünung nochmal genauer ansehen und ihm bei den Arbeiten mit der Wasserversorgungsanlage zur Hand gehen. Maryama ist froh um diese Ablenkung, denn..
Ihr Blick fällt auf Margas Koffer, die gepackt im Eingangsbereich stehen und Browneye, der sie aufmerksam bewacht. Bungee ist weniger ehrfurchtsvoll, er turnt gerade oben auf den Kanten herum und hat seinen Spaß.
Während Maryama ihr Abtrockenhandtuch aufhängt, wendet sie sich an Marga: „Bis du dir ganz sicher, dass heute schon der richtige Tag ist? Fühlst du dich stabil?“ Marga blickt auf und lächelt. „Ach Maryama.“ Sie umarmt die neu gewonnene Freundin, die so viel jünger ist als sie und ihr trotzdem so lieb geworden ist.
„Ich weiß gar nicht, ob ich jemals richtig stabil werde, aber ich fühle mich gestärkt und vor allem erholt. Ohne diese Zentnerlast mit der Bank hab ich das Gefühl, ich kann so vieles schaffen.“ Sie rückt wieder etwas ab von Maryama. „Ich hätte gern eine Tochter wie dich, das würde mir oft helfen in meinem verschrobenen Männerhaushalt.“
Maryama lacht leise und nickt verständnisvoll. „Das glaub ich dir gerne, aber du weißt ja. Wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, dann kommst du hierher und wir unternehmen irgendetwas Spaßiges. Das hilft.“ - „Ja, das hilft sehr, danke.“ Marga geht zur ihren Koffern, streichelt und liebkost nochmal ausgiebig Browneye und Bungee und lässt sich dann von Maryama zum Bus nach...
...Oasis Springs Nr.11, Haushalt Töpfer begleiten.
Schon von weitem sieht Marga, dass in Adrians Zimmer das Fenster offen steht und das bei der Kälte. Merkt Bertram sowas gar nicht? Der zweite Blick registriert, dass der Verkaufswagen fehlt. Er hat dieses unselige Geschäft also aufgegeben. Ist das ein gutes Zeichen? Das flaue Gefühl im Magen wird stärker. Was erwartet sie gleich?
Allein der Gedanke an den zerstörten Garten treibt ihr den Schweiß auf die Stirn, aber jetzt heißt es die Zähne zusammen beißen.Nach dem Telefonat mit Nael hat sie einen Entschluss gefasst. Hoffentlich verlässt sie nicht gleich wieder der Mut. Bertram hat so eine Art an sich, die ihr in Sekunden den Wind aus den Segeln nehmen kann. Marga strafft die Schultern und legt mit aufrechtem Gang den Rest der Strecke nach Hause zurück. Als sie um die Ecke Richtung Haustüre biegt, bleibt ihr vor Überraschung der Mund offen stehen. Der Garten ist zwar nicht mehr ihr Garten, aber das Grundstück ist wieder eingeebnet. Dieses riesige, gähnende Loch ist verschwunden und sogar ihre geliebten Obstbäume sind wieder in die Erde gepflanzt worden. Von Bertl. Er steht daneben und klopft gerade den Erdboden rundherum fest. Sprachlos steht Marga für ein paar Sekunden da und versucht das Szenario zu verarbeiten. Wann ist das alles geschehen? Dann dämmert es ihr. Wie Maryama öfter als üblich gesagt hatte, sie müsse Delsyn zur Hand gehen...Delsyn, bestimmt hat er dafür gesorgt, dass hier Ordnung geschaffen wurde..und womöglich sogar Bertl motiviert etwas zu tun. Dankbarkeit und Erleichterung lassen wieder die Tränen rollen. Die Koffer entgleiten ihren Fingern und fallen mit einem dumpfen Geräusch zu Boden, was Bertl herum fahren lässt. Stumm verschmelzen für Sekunden ihre Blicke miteinander. Marga spürt wie das Eis in ihrem Herzen zu bröckeln beginnt beim Anblick ihres unverletzten Mannes. So lange hat sie die Sorge um sein Wohlergehen unterdrückt, um nicht verrückt zu werden.
„Marga!“ Bertls Ruf unterbricht die Starre. Er lässt die Schaufel fallen und läuft auf sie zu.
Als er versucht sie zu umarmen und stammelnd um Worte ringt, streckt Marga die Arme aus und schiebt ihn, nur mühsam ihre Emotionen beherrschend, ein Stück von sich weg. „Warte!“ Bertl weicht noch einen Schritt zurück und sieht sie verwirrt und gleichzeitig ängstlich an, was wiederum Marga verwirrt. So kennt sie ihn nicht. „Bevor du dir irgendetwas zurecht legst. Ich will nichts hören und auch keine Fragen gestellt bekommen. Ich bin wieder da, du bist wieder da..das muss vorerst reichen. Ansonsten dreh ich hier auf dem Absatz um und werde sicher nicht noch einmal zurück kommen.“ Gott, wieviel Kraft ein paar Sätze kosten können. Ihr ist bewusst, dass es Gespräche geben muss, aber zum einen fühlt sie sich dem im Moment noch nicht gewachsen, zum anderen reicht dieses Konzept, um den wichtigsten Punkt um zu setzen, den sie aber nicht hier draußen im Garten ansprechen wird.
Sie lächelt Bertl an. „Lass uns rein gehen.“ -“Marga, ich..“ - „Drinnen Bertl.“
Wieder in diesem geliebten Haus zu sein, zu wissen, dass es ihr nicht unter der Nase weggepfändet wird, ist das schönste Gefühl seit langem. Als Marga die Küchentüre aufmacht, kommt die kalte Dusche. Eine Wodkaflasche mitten auf der Tischplatte. Demonstrativ. Angst kriecht in ihrem Inneren hoch. Sie dreht sich mit fragendem Blick zu ihrem Mann, der schnurstracks an ihr vorbei geht, die Flasche packt und mit, wie Marga automatisch registriert, zitternden Händen in den Ausguss kippt.
„Die stand da als Mahnmal Marga. Ich will, ich MUSS es schaffen davon weg zu kommen.“ Bertl sieht sie an und Marga kann den Ernst hinter diesen Worten in seinen Augen lesen. Sie atmet einmal tief durch und uamrmt ihn dann lange. Es ist keinesfalls sicher, ob es einen Weg geben kann für ihre 'Familie', aber einen Versuch will sie wagen. Allerdings nicht bedingungslos. Als sie zusammen am Tisch sitzen und Bertl das Gesicht in den Händen vergräbt, nimmt Marga sie bestimmt herunter, drückt sie und sieht ihn an.
„Ich habe Zeit mit Sims verbracht, die mir gezeigt haben, wie es sein kann respektvoll zusammen zu leben, miteinander zu lachen, statt sich zu bekämpfen, einander zu unterstützen und einfach der Sim sein zu dürfen, der man ist. Ich werde hier bleiben, Bertl.“ Sie schaut ernst in seine Augen, in denen der gleiche, kleine Hoffnungsfunken glimmt, wie in ihren. „Aber es gibt Bedingungen. Du wirst dich in Behandlung begeben. In eine Klinik, wo man dir hilft die Sucht zu überwinden und zeigt, wie du danach leben kannst. Zusammen mit mir und deinem Sohn.Wir beide allein können das nicht stemmen, Bertl.“
Bertl richtet sich etwas auf und nickt stumm. Sie wird bei ihm bleiben, das ist alles was er will. Mit ihr leben dürfen und wieder ein 'Sim' werden. “Du hast recht, Marga...das ist der einzig sinnvolle Weg.“
“Ja, aber nicht die einzige Bedingung.“ Marga hält innerlich den Atem an. Sie ist keine Spielerin und gewiss nicht geübt in Pokerface aufsetzen, aber dieser Schachzug muss sein. Maryama, die heute noch mit ihr geübt hat, wäre stolz sie jetzt zu sehen. „Ich werde dich nach Kräften dabei unterstützen Bertram, aber wenn das überstanden ist, geht es daran die Schulden für das Haus zu tilgen. Du weißt, dass uns das in den Ruin treiben kann. Durch deine Misswirtschaft verliere ich womöglich mein Elternhaus, das darf nicht geschehen.“ Ihr Blick fixiert ihren Mann.
Bertl blickt zerknirscht zurück und setzt zu einer Antwort an.
„Sag jetzt nichts. Was geschehen ist, ist geschehen. Du suchst dir nach deiner Rückkehr wieder Arbeit und ich überlege mir ein Konzept, wie ich selbst auch Geld verdienen kann. Nur so, gemeinsam, werden wir das größte Unglück verhindern können, nämlich dass das Haus meiner Eltern und Großeltern an irgendwelche Fremden fällt, die es abreissen und einen protzigen Neubau hinstellen würden.“
Sie will sich ein Konzept überlegen um selbst Geld zu verdienen? Bertls Kopf ruckt hoch. Mehr Schnaps brennen und an die Nachbarn verkaufen? Die..Zwiesel Nachbarn? Er schüttelt den Kopf, um diese Gedanken zu vertreiben, was Marga fehl interpretiert und eine Augenbraue hebt. Schnell beeilt er sich zu erklären. „Das wird nicht geschehen Marga, ich werde alles dafür tun, versprochen.“ Es ist seine letzte Chance. Er kann Margas Entschlossenheit spüren. Das ist neu, aber sehr...attraktiv, stellt er mit Verwunderung fest. Mit dieser Frau an seiner Seite kann er alles schaffen.
„Dann sind wir uns in diesem Punkt einig.“ Margas sanfte Stimme dringt zu ihm durch. „Dann kommen wir zum nächsten. Adrian. Was ist zwischen euch vorgefallen? Erzähl.“ Bertl sackt innerlich wieder etwas zusammen. Hat er gerade gedacht, er könne alles schaffen? Vielleicht muss er das nochmal revidieren.