Forum Discussion
Ripzha
3 years agoSeasoned Ace
Ort: Brindleton Bay - Brindleton Highschool
Charaktere: Milena / Blaze
Geschichtsstrang: Strafarbeit I
Nach dem letzten Klingeln der Schulglocke für heute, findet sich Blaze neben dem Hauswirtschaftsraum ein. Unmotiviert lehnt er sich an die Wand. Er hat keine Ahnung was auf ihn zu kommt, aber von der Schule fliegen ist keine Option. Wenn dann ist das seine Entscheidung. Immer wieder sagt er sich, es ist nicht für lange und das geht vorbei. So wie der Hausarrest. Er vermisst Viola und dementsprechend übel ist seine Laune während er mit verschränkten Armen wartet.
Milena Borowski kommt aus dem Lehrer*innen Zimmer und geht in Richtung Hauswirtschaftsraum. Als sie Sullivan erblickt verfinstert sich ihr Blick. "Mitkomme!", sagt sie streng und geht in Richtung Kantinen-Küche. Dort angekommen mustert sie den Schüler von oben bis unten. "Nie ... Junge sein unmöglich! Deshalb Strafe ... Varstanden!" Dann zeigt die Polin auf die Arbeitsplatte, wo ein Brett mit einem Messer und ein Sparschäler liegen. "Junge jetzt schäle ziemniak!" Dabei zeigt sie auf die drei vollen 25 Kilogramm Kartoffel-Säcke. "Schäle, dann wasche, dann schneide ... verchstand! rozkaz należy natychmiast wykonać! Nach der klaren Ansage läuft sie auf ein Radio und schaltet es an. "Jetzt du höre gute polnisch Musik! Seien gut für Arbeit!" Es läuft ein Lied an.
'My, Słowianki, wiemy, jak użyć mowy ciała
Wiemy, jak poruszać tym, co mama w genach dała
To jest ta słowiańska krew
To jest ta uroda i wdzięk!'
hat es Milena angetan. Diese kann grob übersetzt werden als:
>We're Slavic girls
We know how to use our charming beauty
Now, shake what your mama gave, ya!
Clap your hands to this music
This is our nature
This is our call
This is our hot Slavic blood<
Bei dem musikalischen Part lächelt die Lehrerin und schafft es, während sie sich rhythmisch dreht Töpfe und Pfannen auf den Herd zu platzieren.
Mit gesenkten Armen sieht Blaze der Alten kurz zu wie sie zur Muke voll abgeht. Als sie ihm einen bösen Blick zu wirft, zieht er die Mütze tiefer über die Ohren und dreht sich zu dem fetten Berg Kartoffeln um. Es ist nicht für lange, es geht vorbei. Es ist nicht für lange es geht… er krempelt die Ärmel hoch, nimmt den Schäler und eine Kartoffel, und muss nach kurzer Zeit feststellen dass das bei anderen, die zack zack zack den Erdapfel von der Schale befreit haben, sehr viel einfacher aussieht als es ist. Die kleinen Schalenstücke fallen herunter und er ist bereits am Überlegen wie man das effizienter und schneller durchführen könnte.
Eine Maschine vielleicht, auf die man das Ding drauf steckt und es um die eigene Achse dreht, und die klinge nur Ansetzen muss… hmm… Die durchdringende Musik stört seine Konzentration. Zugegeben gibt es schlimmere Muke, aber auch bessere. Er schält, wäscht das Gemüse und legt es in den Korb, er versucht schneller zu werden, weil er sonst nie fertig wird, die Idee der Maschine lässt ihn nicht mehr los und zack, „Ah.. shit…“ schält er sich in den Finger so das Blut tropft. Er lässt Schäler und Kartoffel fallen und dreht das Wasser auf um die Wunde drunter zu halten. Was ne scheisse.
Milena hat den Jungen unterdessen beobachtet. Ihr ist nicht entgangen, wie unbeholfen und unkonzentriert der Schüler ans Kartoffeln schälen heran geht. Kopfschüttelnd geht sie auf ihn zu. "Ungeschicke Junge ... Zeige her." Sie greift nach seinem Finger und schaut sich die Schnittwunde an. "In Küche Hygiene A und O." Sie geht dann an einen Hängeschrank und holt einen Erste Hilfe Kasten hervor. Anschließend tränkt sie ein sauberes Tuch in Alkohol, der unter der Spüle stand. Mit nassem Tuch und einem Pflaster kehrt sie zu Sullivan zurück. Die Schnittwunde wird zuerst mit dem Alkohol desinfiziert, was sicher unangenehm brennt.
Dann kommt das Pflaster darum. "So, jetzt Junge nehme Handschuh für Hand mit Pflasterch. Dann mache weiterch. Wir habe viel zu tun. ... Ich dirch zeige nochmal wie rchechtig gehe." Sie nimmt eine Kartoffel, schält sie in vier gleichmäßigen Handbewegungen und wirft sie in den "erledigt" Korb. "So du habe es zu mache ... du habe Glück mit Schnitt ... In Polen wir schele mit Messer. Wenn nicht aufpasse, Finger schnell ab. Verstanden!?! ... Jetzt deine Aufgabe weiter machen konzentriert!" Dann geht Milena an die Arbeitsplatte und schneidet geschickt Schnittlauch klein.
Blaze macht missgelaunt weiter, nach der halben Arbeit beginnt bereits sein Handgelenk zu schmerzen und der Handschuh nervt. Der Finger pocht. Und schlecht ist ihm auch weil ihm das Blut nicht mehr aus dem Kopf geht. Wobei er das auch zu seinem Vorteil nutzen könnte. Statt die Übelkeit zu unterdrücken, könnte er der Alten auch hier über die geschälten Kartoffeln kotzen. Leider wird ihn das wahrscheinlich nur wieder an den Anfang katapultieren. Alles von vorn. "Kann ich eben aufs Klo...?" fragt er schließlich monoton die Lehrerin.
Milena mustert Sullivan und ist von dessen Leistung unzufrieden. "Is gut ... komme schnell wieder. Sonst du schele weitere 25 Kilo ziemniak! Ichr hab Zeit. Kann ganz Nacht da sein mit dirch!" Dies ist eine deutliche Warnung an ihn. Sie hat die Kräuter fertig und kümmert sich nun um Speck, der gewürfelt wird.
Blaze lässt den Sparschäler fallen und zieht den Handschuh aus, während er die Küche verlässt. Pause. Endlich. Er geht auf die Toiletten und pinkelt. Nach dem Händewaschen, blickt er sich im Flur um und steckt sich eine Kippe an. Ausser ihm und der alten Borowski ist eh keiner mehr hier. Er blickt zum Feuermelder an der Decke der sich nicht an dem bisschen Qualm stört, dann eilt er mit der Zigarette zwischen den Lippen in den obersten Stock. Prüfend öffnet er die Kammer des Hausmeisters.
Ein paar Minuten später öffnet Blaze die Tür zur Mensaküche wieder. "Spricht was dagegen die Ziemnnnllak..." Blaze verschluckt sich fast an seiner eigenen Zunge, "Die Kartoffeln ein wenig effizienter zu schälen...? fragt er ernstgemeint, mit einem kaum wahrnehmbaren, verschmitzten schiefen Lächeln.
Milena erkennt an, dass der Junge das Schälen effektiver gestalten möchte. In einer Küche, egal ob Restaurant, Hotel oder Kneipe muss zügig und effizient gearbeitet werden. Sonst funktioniert der Service nicht. Doch Sullivan hat derzeit keinen Anspruch darauf, seine Arbeit erleichtert zu bekommen. Weiter schneidend sagt die Köchin streng: "Ich dir gab Aufgabe ... du umsetzen Arbeit ... kein wen aberch. Hab dirch Tachnik gezeit." Die Speckwürfel verteilt sie auf mehrere Dosen. "In Polen du werst Taugenichs ... Du wollen sein Taugenichs?", fragt sie ihn unverblümt.
Blaze atmet geräuschvoll aus, presst die Zähne und dann die Lippen zusammen. Irving 2.0, cool. Genervt und enttäuscht stellt der den Akkubohrer auf die Theke, geht daran vorbei zurück zum Arbeitsplatz um die kack-Kartoffeln manuell weiter zu schälen. Vielleicht sind seine Ideen nicht immer ... super. Zugegeben sind sie meistens ziemlich Sinnfrei, machen dafür aber Spass. Aber die Perlen die er sich zwischendrin ausdenkt, interessieren auch keinen. Warum sollte er sich also bemühen sich nur auf Sinnvolles zu beschränken? Keinen Juckts.
Die Strafe hier ist genau so pädagogisch wertvoll wie die Strafe zu Hause. Sobald das durchgestanden ist, wird sich zum trotz nichts ändern. Das verspricht Blaze. Er zieht sich wieder einen Handschuh an und wäscht sich die Hände. Er schält die Kartoffeln. Langsam. Eine nach der anderen. Er hat auch Zeit. Entweder ist er hier oder in seinem anderen Gefängnis. Deshalb, scheiss drauf. "Haben Sie Kinder...?" fragt er.
Schmunzelnd antwortet Milena: "Tak , zwei Tochter und ein Sohn. Olga, Alicja und Jakub." Sie nimmt sich ein Kochbuch blättert darin. "Junge habe Geschwister?", fragt sie nun ihn.
Er hat zwar nur aus langweile gefragt und nicht mit einer Rückfrage gerechnet, aber er muss sich eingestehen dass er sich irgendwo, ganz tief drin, darüber freut etwas antworten zu können. Ohne die Kartoffeln die er bearbeitet aus den Augen zu lassen antwortet er, "Ich hab nen Halbbruder. Er ist dreizehn Jahre älter als ich..." In der Aussage schwingt etwas wie bedauern. "Wie alt sind ihre..?"
"Olga Alteste mi 35. Alicja sein 28 und Jakub ist 23. ... Du habe gut Kontakt zu Halbbruderch? Du ihn magen?" Die Köchin legt das Kochbuch auf eine Ablage und winkt Sullivan zu sich. "Junge ... du schaue ... wir mache Kartoffelsalat, Kartoffelbrei und Bratkartoffeln. Was du esse gern?"
Blaze schaut auf, nickt auf die Frage zu Del, legt die Werkzeuge und das Gemüse nieder und stellt sich zu der Frau. Blaze betrachtet das Kochbuch, dann die Küchenchefin und zuckt mit den Schultern. "Keine Ahnung." er überlegt was wohl das einfachste ist zuzubereiten, ist sich aber nicht sicher. Blaze musste noch nie in seinem Leben in einer Küche stehen. "Das erste." fügt er an.
"Kein Achnung? ...", harkt Milena verwundert nach. Das jemand ein Kartoffelgericht nicht sofort mag oder davon schwärmt, wäre ihr neu. Als Sullivan auf den Kartoffelsalat eingeht, nickt sie. "Salat sein immer gut ... Wir mache zwei Sorte ... Einmal ohne Ei, anda mit Ei. Mache Schritt fürch Schritt. Ok?"
Ein wenig ratlos sieht Balze sie an und nickt halt. "Von mir aus." Je eher, desto schneller ist er hier raus. Er kann sich weiss Creator nicht vorstellen, was einen dazu veranlagt Koch zu werden. "Wieso machen Sie das hier." spricht er schließlich seine Gedanken aus. "Wollten Sie schon immer in einer mittelmäßigen Schule die Kantine schmeißen?" Ganz zu schweigen, den mittelmäßigen Schülern das Löffelschwingen beizubringen.
Milena sieht Sullivan musternd an. "Junge von nichts wisse ... zu jung ... Doch ich dirch sage: Wenn Arbeit dirch mache Freude, du machst Arbeit gern. ... Arbeit Kinder mache mirch Freude. ..." Dann überlegt sie kurz. "Was mache Junge Freude?", fragt sie direkt. Dabei zeigt sie auf die Kartoffeln, die weiter geschält werden müssen. Bei der Arbeit kann man ja reden. Von allein schält sich das Gemüse allerdings nicht.
Blaze wendet sich wieder der Arbeit zu. Er antwortet nicht sofort. Die frage hat ihm Beth auch schon gestellt bevor er den Abstecher in die Kunstschule gemacht hat. Elite-Kunstschule. Wos ihm am ende genau so wenig gefallen hat. Er glaubt es lag an den Leuten um ihn herum, der Stoff an sich war ganz okay, wenn auch viel auf einmal. Sein grosses Ziel ist weg von zu Hause zu kommen, so schnell es geht, den Kontakt zu Irving Carter Blaisdell abbrechen und sein Ding machen. Was auch immer das für ein Ding ist. Zur Zeit ist es so, dass alles was er testet ihm zwar anfangs Spass macht, aber irgendwann verliert er die Lust daran und dann wars das mit der Motivation. Auch wenn er immer mal wieder darauf zurück kommt. Er schüttelt den Kopf. "Musik machen, Sprayen.." Alles was er jetzt nicht mehr kann und erst jetzt wo es ihm verboten ist, will er es umso mehr. "Nichts was Geld einbringt.." fügt er die Worte seines Vaters an.
"Aba Herz gehen auf dabei, rchichtig?", bleibt Milena am Thema dran.
Blaze zuckt die Schultern und nickt. Jedenfalls eine Zeit lang, bis seine Interessen sich wieder verschieben. Was stimmt eigentlich nicht mit ihm? Jeder hat irgendwas an dem er dran bleibt. Bei ihm ist das anders.
"Das sein gut. Das sein wichtig, Junge", mit diesen Worten bereitet die Ältere alles vor, damit die Salate hergestellt werden können.
"Junge weiß, warchum wirch mache Salat heut und nicht morgen?"
"Kein Plan.." antwortet Blaze immernoch dem Problem nachdenkend, was die Frau grade aufgewühlt hat. Er schält die letzten zehn Kartoffeln.
"Salate sein besonders gut, wenn ein Nacht durchziehe. Darum mache heut Salate. Brei genauso. Bratkartoffel morgen. ... Du helfen morchgen bei Esse-Ausgabe", erklärt sie und kündigt nebenbei seinen Dienst an.
Blaze stellen sich die Haare auf. Gehts noch? "Ich hab den ganzen Tag Schule. Ich arbeite doch nich in der Mittagspause. Ist das überhaupt erlaubt!?" empört dreht er sich zu der Lehrerin um.
"Strafe sein, du helfen in Küche. Küche nicht allein kochen. Küche sein auch Ausgabe. Dein Mittagspaus sein, wenn kein Schülerchin mehr Essen brauche. Mit polnisch Mama alles schnell gehe, Junge. Du sein gut dran ... in Polen du musse alles allein mache ohne Hilfe", sagt sie schon fast belustigt.
"Du jetzt komme ... wir mache Brei."
Die meisten Kartoffeln für die Salate und den Brei sind bereits nebenbei im Wasser gekocht. Milena zeigt Sullivan, wie er die Kartoffeln in einem polnischen Stampfgerät, was hauptsächlich zur Butterherstellung verwendet wird, fein stampfen kann.
"Du sein Junge, du habe Kraft ...", ermutigt sie ihn.
"Ich bin in der Hölle.." sagt Blaze, nimmt aber trotzdem den Stil vom Stampfgerät in die Hand. Was das Essen ausgeben angeht, das werden sie ja noch sehen. Die wollen ihn hier demütigen? Nicht mit ihm.
"Junge sein selber schuld", mehr hat die Frau nicht dazu zusagen. Während der Schüler die Kartoffeln stampft, macht sie den Rest fertig.
Es ist viel Zeit vergangen. Als die Köchin auf die Uhr schaut, sagt sie zu Sullivan. "Für heut sein genug. Morgen du helfe bei Ausgabe. Gut schlafe sicherlich. Du kanne gehen", mit diesen Worten entlässt sie ihn für heute.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )
Charaktere: Milena / Blaze
Geschichtsstrang: Strafarbeit I
Nach dem letzten Klingeln der Schulglocke für heute, findet sich Blaze neben dem Hauswirtschaftsraum ein. Unmotiviert lehnt er sich an die Wand. Er hat keine Ahnung was auf ihn zu kommt, aber von der Schule fliegen ist keine Option. Wenn dann ist das seine Entscheidung. Immer wieder sagt er sich, es ist nicht für lange und das geht vorbei. So wie der Hausarrest. Er vermisst Viola und dementsprechend übel ist seine Laune während er mit verschränkten Armen wartet.
Milena Borowski kommt aus dem Lehrer*innen Zimmer und geht in Richtung Hauswirtschaftsraum. Als sie Sullivan erblickt verfinstert sich ihr Blick. "Mitkomme!", sagt sie streng und geht in Richtung Kantinen-Küche. Dort angekommen mustert sie den Schüler von oben bis unten. "Nie ... Junge sein unmöglich! Deshalb Strafe ... Varstanden!" Dann zeigt die Polin auf die Arbeitsplatte, wo ein Brett mit einem Messer und ein Sparschäler liegen. "Junge jetzt schäle ziemniak!" Dabei zeigt sie auf die drei vollen 25 Kilogramm Kartoffel-Säcke. "Schäle, dann wasche, dann schneide ... verchstand! rozkaz należy natychmiast wykonać! Nach der klaren Ansage läuft sie auf ein Radio und schaltet es an. "Jetzt du höre gute polnisch Musik! Seien gut für Arbeit!" Es läuft ein Lied an.
Spoiler
https://www.youtube.com/watch?v=VIksQDOijsg
'My, Słowianki, wiemy, jak użyć mowy ciała
Wiemy, jak poruszać tym, co mama w genach dała
To jest ta słowiańska krew
To jest ta uroda i wdzięk!'
hat es Milena angetan. Diese kann grob übersetzt werden als:
>We're Slavic girls
We know how to use our charming beauty
Now, shake what your mama gave, ya!
Clap your hands to this music
This is our nature
This is our call
This is our hot Slavic blood<
Bei dem musikalischen Part lächelt die Lehrerin und schafft es, während sie sich rhythmisch dreht Töpfe und Pfannen auf den Herd zu platzieren.
Mit gesenkten Armen sieht Blaze der Alten kurz zu wie sie zur Muke voll abgeht. Als sie ihm einen bösen Blick zu wirft, zieht er die Mütze tiefer über die Ohren und dreht sich zu dem fetten Berg Kartoffeln um. Es ist nicht für lange, es geht vorbei. Es ist nicht für lange es geht… er krempelt die Ärmel hoch, nimmt den Schäler und eine Kartoffel, und muss nach kurzer Zeit feststellen dass das bei anderen, die zack zack zack den Erdapfel von der Schale befreit haben, sehr viel einfacher aussieht als es ist. Die kleinen Schalenstücke fallen herunter und er ist bereits am Überlegen wie man das effizienter und schneller durchführen könnte.
Eine Maschine vielleicht, auf die man das Ding drauf steckt und es um die eigene Achse dreht, und die klinge nur Ansetzen muss… hmm… Die durchdringende Musik stört seine Konzentration. Zugegeben gibt es schlimmere Muke, aber auch bessere. Er schält, wäscht das Gemüse und legt es in den Korb, er versucht schneller zu werden, weil er sonst nie fertig wird, die Idee der Maschine lässt ihn nicht mehr los und zack, „Ah.. shit…“ schält er sich in den Finger so das Blut tropft. Er lässt Schäler und Kartoffel fallen und dreht das Wasser auf um die Wunde drunter zu halten. Was ne scheisse.
Milena hat den Jungen unterdessen beobachtet. Ihr ist nicht entgangen, wie unbeholfen und unkonzentriert der Schüler ans Kartoffeln schälen heran geht. Kopfschüttelnd geht sie auf ihn zu. "Ungeschicke Junge ... Zeige her." Sie greift nach seinem Finger und schaut sich die Schnittwunde an. "In Küche Hygiene A und O." Sie geht dann an einen Hängeschrank und holt einen Erste Hilfe Kasten hervor. Anschließend tränkt sie ein sauberes Tuch in Alkohol, der unter der Spüle stand. Mit nassem Tuch und einem Pflaster kehrt sie zu Sullivan zurück. Die Schnittwunde wird zuerst mit dem Alkohol desinfiziert, was sicher unangenehm brennt.
Dann kommt das Pflaster darum. "So, jetzt Junge nehme Handschuh für Hand mit Pflasterch. Dann mache weiterch. Wir habe viel zu tun. ... Ich dirch zeige nochmal wie rchechtig gehe." Sie nimmt eine Kartoffel, schält sie in vier gleichmäßigen Handbewegungen und wirft sie in den "erledigt" Korb. "So du habe es zu mache ... du habe Glück mit Schnitt ... In Polen wir schele mit Messer. Wenn nicht aufpasse, Finger schnell ab. Verstanden!?! ... Jetzt deine Aufgabe weiter machen konzentriert!" Dann geht Milena an die Arbeitsplatte und schneidet geschickt Schnittlauch klein.
Blaze macht missgelaunt weiter, nach der halben Arbeit beginnt bereits sein Handgelenk zu schmerzen und der Handschuh nervt. Der Finger pocht. Und schlecht ist ihm auch weil ihm das Blut nicht mehr aus dem Kopf geht. Wobei er das auch zu seinem Vorteil nutzen könnte. Statt die Übelkeit zu unterdrücken, könnte er der Alten auch hier über die geschälten Kartoffeln kotzen. Leider wird ihn das wahrscheinlich nur wieder an den Anfang katapultieren. Alles von vorn. "Kann ich eben aufs Klo...?" fragt er schließlich monoton die Lehrerin.
Milena mustert Sullivan und ist von dessen Leistung unzufrieden. "Is gut ... komme schnell wieder. Sonst du schele weitere 25 Kilo ziemniak! Ichr hab Zeit. Kann ganz Nacht da sein mit dirch!" Dies ist eine deutliche Warnung an ihn. Sie hat die Kräuter fertig und kümmert sich nun um Speck, der gewürfelt wird.
Blaze lässt den Sparschäler fallen und zieht den Handschuh aus, während er die Küche verlässt. Pause. Endlich. Er geht auf die Toiletten und pinkelt. Nach dem Händewaschen, blickt er sich im Flur um und steckt sich eine Kippe an. Ausser ihm und der alten Borowski ist eh keiner mehr hier. Er blickt zum Feuermelder an der Decke der sich nicht an dem bisschen Qualm stört, dann eilt er mit der Zigarette zwischen den Lippen in den obersten Stock. Prüfend öffnet er die Kammer des Hausmeisters.
Ein paar Minuten später öffnet Blaze die Tür zur Mensaküche wieder. "Spricht was dagegen die Ziemnnnllak..." Blaze verschluckt sich fast an seiner eigenen Zunge, "Die Kartoffeln ein wenig effizienter zu schälen...? fragt er ernstgemeint, mit einem kaum wahrnehmbaren, verschmitzten schiefen Lächeln.
Milena erkennt an, dass der Junge das Schälen effektiver gestalten möchte. In einer Küche, egal ob Restaurant, Hotel oder Kneipe muss zügig und effizient gearbeitet werden. Sonst funktioniert der Service nicht. Doch Sullivan hat derzeit keinen Anspruch darauf, seine Arbeit erleichtert zu bekommen. Weiter schneidend sagt die Köchin streng: "Ich dir gab Aufgabe ... du umsetzen Arbeit ... kein wen aberch. Hab dirch Tachnik gezeit." Die Speckwürfel verteilt sie auf mehrere Dosen. "In Polen du werst Taugenichs ... Du wollen sein Taugenichs?", fragt sie ihn unverblümt.
Blaze atmet geräuschvoll aus, presst die Zähne und dann die Lippen zusammen. Irving 2.0, cool. Genervt und enttäuscht stellt der den Akkubohrer auf die Theke, geht daran vorbei zurück zum Arbeitsplatz um die kack-Kartoffeln manuell weiter zu schälen. Vielleicht sind seine Ideen nicht immer ... super. Zugegeben sind sie meistens ziemlich Sinnfrei, machen dafür aber Spass. Aber die Perlen die er sich zwischendrin ausdenkt, interessieren auch keinen. Warum sollte er sich also bemühen sich nur auf Sinnvolles zu beschränken? Keinen Juckts.
Die Strafe hier ist genau so pädagogisch wertvoll wie die Strafe zu Hause. Sobald das durchgestanden ist, wird sich zum trotz nichts ändern. Das verspricht Blaze. Er zieht sich wieder einen Handschuh an und wäscht sich die Hände. Er schält die Kartoffeln. Langsam. Eine nach der anderen. Er hat auch Zeit. Entweder ist er hier oder in seinem anderen Gefängnis. Deshalb, scheiss drauf. "Haben Sie Kinder...?" fragt er.
Schmunzelnd antwortet Milena: "Tak , zwei Tochter und ein Sohn. Olga, Alicja und Jakub." Sie nimmt sich ein Kochbuch blättert darin. "Junge habe Geschwister?", fragt sie nun ihn.
Er hat zwar nur aus langweile gefragt und nicht mit einer Rückfrage gerechnet, aber er muss sich eingestehen dass er sich irgendwo, ganz tief drin, darüber freut etwas antworten zu können. Ohne die Kartoffeln die er bearbeitet aus den Augen zu lassen antwortet er, "Ich hab nen Halbbruder. Er ist dreizehn Jahre älter als ich..." In der Aussage schwingt etwas wie bedauern. "Wie alt sind ihre..?"
"Olga Alteste mi 35. Alicja sein 28 und Jakub ist 23. ... Du habe gut Kontakt zu Halbbruderch? Du ihn magen?" Die Köchin legt das Kochbuch auf eine Ablage und winkt Sullivan zu sich. "Junge ... du schaue ... wir mache Kartoffelsalat, Kartoffelbrei und Bratkartoffeln. Was du esse gern?"
Blaze schaut auf, nickt auf die Frage zu Del, legt die Werkzeuge und das Gemüse nieder und stellt sich zu der Frau. Blaze betrachtet das Kochbuch, dann die Küchenchefin und zuckt mit den Schultern. "Keine Ahnung." er überlegt was wohl das einfachste ist zuzubereiten, ist sich aber nicht sicher. Blaze musste noch nie in seinem Leben in einer Küche stehen. "Das erste." fügt er an.
"Kein Achnung? ...", harkt Milena verwundert nach. Das jemand ein Kartoffelgericht nicht sofort mag oder davon schwärmt, wäre ihr neu. Als Sullivan auf den Kartoffelsalat eingeht, nickt sie. "Salat sein immer gut ... Wir mache zwei Sorte ... Einmal ohne Ei, anda mit Ei. Mache Schritt fürch Schritt. Ok?"
Ein wenig ratlos sieht Balze sie an und nickt halt. "Von mir aus." Je eher, desto schneller ist er hier raus. Er kann sich weiss Creator nicht vorstellen, was einen dazu veranlagt Koch zu werden. "Wieso machen Sie das hier." spricht er schließlich seine Gedanken aus. "Wollten Sie schon immer in einer mittelmäßigen Schule die Kantine schmeißen?" Ganz zu schweigen, den mittelmäßigen Schülern das Löffelschwingen beizubringen.
Milena sieht Sullivan musternd an. "Junge von nichts wisse ... zu jung ... Doch ich dirch sage: Wenn Arbeit dirch mache Freude, du machst Arbeit gern. ... Arbeit Kinder mache mirch Freude. ..." Dann überlegt sie kurz. "Was mache Junge Freude?", fragt sie direkt. Dabei zeigt sie auf die Kartoffeln, die weiter geschält werden müssen. Bei der Arbeit kann man ja reden. Von allein schält sich das Gemüse allerdings nicht.
Blaze wendet sich wieder der Arbeit zu. Er antwortet nicht sofort. Die frage hat ihm Beth auch schon gestellt bevor er den Abstecher in die Kunstschule gemacht hat. Elite-Kunstschule. Wos ihm am ende genau so wenig gefallen hat. Er glaubt es lag an den Leuten um ihn herum, der Stoff an sich war ganz okay, wenn auch viel auf einmal. Sein grosses Ziel ist weg von zu Hause zu kommen, so schnell es geht, den Kontakt zu Irving Carter Blaisdell abbrechen und sein Ding machen. Was auch immer das für ein Ding ist. Zur Zeit ist es so, dass alles was er testet ihm zwar anfangs Spass macht, aber irgendwann verliert er die Lust daran und dann wars das mit der Motivation. Auch wenn er immer mal wieder darauf zurück kommt. Er schüttelt den Kopf. "Musik machen, Sprayen.." Alles was er jetzt nicht mehr kann und erst jetzt wo es ihm verboten ist, will er es umso mehr. "Nichts was Geld einbringt.." fügt er die Worte seines Vaters an.
"Aba Herz gehen auf dabei, rchichtig?", bleibt Milena am Thema dran.
Blaze zuckt die Schultern und nickt. Jedenfalls eine Zeit lang, bis seine Interessen sich wieder verschieben. Was stimmt eigentlich nicht mit ihm? Jeder hat irgendwas an dem er dran bleibt. Bei ihm ist das anders.
"Das sein gut. Das sein wichtig, Junge", mit diesen Worten bereitet die Ältere alles vor, damit die Salate hergestellt werden können.
"Junge weiß, warchum wirch mache Salat heut und nicht morgen?"
"Kein Plan.." antwortet Blaze immernoch dem Problem nachdenkend, was die Frau grade aufgewühlt hat. Er schält die letzten zehn Kartoffeln.
"Salate sein besonders gut, wenn ein Nacht durchziehe. Darum mache heut Salate. Brei genauso. Bratkartoffel morgen. ... Du helfen morchgen bei Esse-Ausgabe", erklärt sie und kündigt nebenbei seinen Dienst an.
Blaze stellen sich die Haare auf. Gehts noch? "Ich hab den ganzen Tag Schule. Ich arbeite doch nich in der Mittagspause. Ist das überhaupt erlaubt!?" empört dreht er sich zu der Lehrerin um.
"Strafe sein, du helfen in Küche. Küche nicht allein kochen. Küche sein auch Ausgabe. Dein Mittagspaus sein, wenn kein Schülerchin mehr Essen brauche. Mit polnisch Mama alles schnell gehe, Junge. Du sein gut dran ... in Polen du musse alles allein mache ohne Hilfe", sagt sie schon fast belustigt.
"Du jetzt komme ... wir mache Brei."
Die meisten Kartoffeln für die Salate und den Brei sind bereits nebenbei im Wasser gekocht. Milena zeigt Sullivan, wie er die Kartoffeln in einem polnischen Stampfgerät, was hauptsächlich zur Butterherstellung verwendet wird, fein stampfen kann.
"Du sein Junge, du habe Kraft ...", ermutigt sie ihn.
"Ich bin in der Hölle.." sagt Blaze, nimmt aber trotzdem den Stil vom Stampfgerät in die Hand. Was das Essen ausgeben angeht, das werden sie ja noch sehen. Die wollen ihn hier demütigen? Nicht mit ihm.
"Junge sein selber schuld", mehr hat die Frau nicht dazu zusagen. Während der Schüler die Kartoffeln stampft, macht sie den Rest fertig.
Es ist viel Zeit vergangen. Als die Köchin auf die Uhr schaut, sagt sie zu Sullivan. "Für heut sein genug. Morgen du helfe bei Ausgabe. Gut schlafe sicherlich. Du kanne gehen", mit diesen Worten entlässt sie ihn für heute.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )