Forum Discussion
3 years ago
Ort: Strangerville
Charaktere: Jenna, Dr Henry McCoy
Titel: Jenna und der Doc
Die rothaarige Frau sieht sich um. Stranger Ville. Zuletzt war sie hier, als sie bei dem Flugzeugwrack auf die Teenager getroffen ist... die zum Glück alle unverletzt von der Werwolfbegegnung entkamen. Diesmal ist es anders. Zum einem ist sie diesmal in ihrer humanoiden Gestalt unterwegs - noch ist kein Vollmond - und außerdem hat sie diesmal nicht das Wrack zum Ziel, sondern eine andere Adresse: Das Labor von Dr. Henry McCoy.
Seltsamer Ort, findet Jenna, als sie dort angekommen ist. Dass das Labor unterirdisch liegt und nicht wirklich einer Praxis ähnelt, ist eines der Ungewöhnlichkeiten. Aber ihr Problem ist ja auch alles andere als gewöhnlich. Der Doc hat allerdings einen guten Ruf, und in ihrer Verzweifelung hätte sie sich auch an weniger seriöse Quellen gewendet. Einen Versuch ist es wert.
Und so sieht sie sie sich verstohlen im Labor an. Die Wände sind aus Stein und allerhand Geräte liegen herum. Das Ungewöhnlichste ist allerdings der Doc selbst, in seinem blauen Fell. Dennoch geht Jenna mutig auf ihn zu. "Hallo.", begrüßt sie ihn knapp.
Grummelig sieht er aus, groß und kräftig, als er mit dem Rücken zu ihr steht und vertieft an einem Tisch herumwerkelt.
"Nanu?" Ein Blick über die Schulter lässt ihn erkennen, dass er sich nicht geirrt hat. Eine junge Frau hat den Weg herunter in sein Labor gefunden.
"Guten Tag, junges Fräulein.", nickt er freundlich und legt seine Arbeit auf dem Tisch ab. "Was kann ich für Sie tun?"
"Sie haben einen guten Ruf.", erwidert die Werwölfin, "und vielleicht können Sie mir helfen." Sie seufzt. "Ich bin selber mit dem Werwolffluch belegt, als ich gebissen wurde." Als Beweis für ihre Behauptung krempelt sie ihren Ärmel hoch, so dass die Bissnarbe auf ihrem Arm sichtbar wird. Dann fährt sie fort: "Ich weiß nicht, warum er mich verwandelt hat und nicht gleich komplett zerfleischt, aber so ist es nun mal. Ich... ich will das aber nicht. Lässt sich so etwas rückgängig machen? Sie kennen sich doch aus mit Okkulten, wie ihrer Homepage zu entnehmen ist."
"Faszinierend.", murmelt er und geht auf sie zu, will schon nach ihrem Arm greifen, verharrt dann aber in der Bewegung. "Verzeihung, darf ich?"
Jenna erinnert sich an ihre Begegnung mit Kvothe, der einfach ihren Kopf anfassen wollte. Damals hat ihr das nicht gefallen, aber hier ist es etwas anderes. Immerhin hat sie den Doc extra deshalb aufgesucht, um Hilfe zu finden. "In Ordnung.", bestätigt sie daher.
Sanft zieht er den Arm der jungen Frau näher zu sich heran und betrachtet den verheilten Biss.
"Wann genau hat dieser Übergriff stattgefunden?", fragt er und tickt mit einem Finger der großen Pranke an seiner Brille.
"Ist paar Wochen her", überlegt Jenna. "Zuerst hatte ich mich direkt nach dem Biss verwandelt. Dann später ein weiteres Mal während Vollmond." Sie mustert den Doc. Ihm scheint die Werwolfgestalt nichts auszumachen. Aber mittlerweile hat auch sie bemerkt, dass es nicht nur Nachteile als Werwolf gibt. So schnell wäre ihre Bisswunde nicht verheilt, wenn sie noch ein Mensch wäre.
Nickend murmelt er kaum verständliche Worte vor sich her und wendet sich ab, um etwas in einem kleinen Buch zu notieren.
"Der Biss ist bereits komplett verheilt, das macht eine Heilung leider schwierig - wenn auch nicht unmöglich." Er dreht sich wieder herum und mustert die junge Frau. "Bei einem frischen Biss könnte man anhand von Abstrichen verschiedene Untersuchungen machen. Verraten Sie mir ihren Namen, junges Fräulein?"
"Tja, dazu ist es wohl zu spät.", seufzt die Werwölfin. Dann stellt sie sich mit ihrem Namen vor.
"Ich darf Sie ironischerweise freundlichst bei den Werwölfen begrüßen." Er reicht ihr die Hand und schüttelt kräftig.
"Es tut mir sehr leid, dass Sie unfreiwillig in unsere Reihen stoßen. So etwas sollte nicht passieren. Die Erfahrung zeigt leider, dass es dennoch geschieht - wie wir sehen."
"Gibt es denn keine Möglichkeit?", fragt Jenna, die ihre Hoffnung nicht aufgeben will.
Der Studierte kratzt sich langsam am Kinn. "Ich arbeite derzeit an einem Mittel - es ist allerdings noch nicht fertig. Anhand der Selbstheilung der Werwolfgene könnte es möglich sein, eine Art Impfung herzustellen. Damit wird die Mutation zwar nicht rückgängig gemacht. Aber unter Umständen wäre es möglich, sie für eine Weile zu unterdrücken."
"Das wäre ein Anfang.", findet Jenna. "Bis es soweit ist: Kann ich irgendwie trotzdem mehr Kontrolle erlangen? Sie laufen z.B. auch als Werwolf herum, und scheinen trotzdem nicht ständig im Rampage-Mode zu sein."
"Nun, meine Liebe, das ist jahrelange Übung.", entgegnet er. "Es ist durchaus ein Unterschied, ob jemand als Werwolf geboren wird oder der Körper in der Blüte des Lebens einer gewaltvollen Mutation unterliegt."
Dr. McCoy bietet ihr einen Stuhl an. "Bitte setzen Sie sich und berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen."
Jenna setzt sich. "Tja, die Heilungsfähigkeit der Werwölfe habe ich selber ja auch schon kennengelernt." Sie schielt auf ihren Arm. Nun, da der Ärmel wieder runtergekrempelt ist, sieht man davon auch nichts mehr. "Auch, dass sich meine Sinne erhöht haben.. Nur... die Vollmonde sind das Problem. Ich habe vor dem Angriff studiert, doch so lange ich das mit der Verwandlung nicht im Griff habe, würde ich nur die anderen Leute gefährden. Daher bin ich aus der Studenten-WG auch erst mal ausgezogen und hab das Studium unterbrochen. Der letzte Vollmond war jedenfalls schlimm. Bin am Flugzeugwrack zu mir gekommen und erinnere mich nicht daran, wie ich dorthin gekommen bin. Ich erinnere mich dunkel an eine Vampirin... vielleicht zwei. Und andere Teenager, die ich verfolgt habe. Zum Glück habe ich zu dem Zeitpunkt niemanden verletzt, aber das wird sicher nicht immer gut ausgehen."
McCoy nickt. Er verstet die Sorgen seines Gastes und findet es gut, dass sie versucht, Wege aus ihrer Situation zu finden.
"Bei dem Volk der Werwölfe gibt es richtige Unterrichtseinheiten, in denen die Jungen lernen, mit diesen Gefühlsstürmen umzugehen - und sie letztlich zu kontrollieren. Möglicherweise wäre auch das ein Versuch wert.", überlegt er laut. "Es wäre mir eine Freude, einen Kontakt herzustellen."
Jenna lächelt. "Das wäre gut." Vielleicht könnte sie sich an ihr Dasein gewöhnen, wenn sie mehr Kontrolle hat. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
"In der Zwischenzeit arbeite ich weiter an dem Serum, das Okkulten mehr Kontrolle über ihre Eigenarten verleiht. In diesem Zusammenhang lassen Sie mich fragen, wären Sie bereit zu einigen Zellproben? Etwas Blut, Hautschuppen, ein Haar. Das könnte bei der Forschung wirklich behilflich sein."
"Why not.", murmelt Jenna. So eine kleine Blutprobe wird sie ja nicht umbringen.
Fast schon aufgeregt sammelt der Werwolf alle Utensilien zusammen - nicht viele Artgenossen geben Proben freiwillig ab. Unter seinem Volk ist seine Forschung nicht bei allen angesehen, was das Sammeln von Fakten nicht unbedingt leicht macht. Oft muss Dr. McCoy improvisieren - die meisten Proben stammen von ihm selbst.
Mit einem Spatel scharbt er einige Hautschuppen vom Arm der Probantin in eine Petrischale hinein, verschließt diese und beschriftet sie sogleich. Beim Blutabnehmen überrascht er mit feinster Fingerfertigkeit, so dass die junge Frau kaum etwas spürt. Auch eine Speichelprobe wird entnommen und schließlich zupft er ihr ein einzelnes Haar vom Kopf.
"Vielen Dank, junges Fräulein,", lächelt er. "Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren. Und bitte hinterlassen Sie mir ihre Daten, damit auch ich Sie erreichen kann." Er drückt ihr einen Zettel und einen Stift in die Hand. "Sobald ich weitere Ergebnisse erziele, werde ich Sie gern informieren."
Jenna hinterlässt ihre Handynummer und Namen auf dem Zettel. Eine Wohnadresse hat sie momentan nicht, seit sie aus der WG ausgezogen ist. Sie wohnt zwar in einer alten verlassenen Hütte, die jedoch längst vergessen ist und keine Straßennummer hat.
"Für den Anfang möchte ich Ihnen einen Rat mitgeben, Fräulein Jenna." Er reicht ihr die gewaltige Pranke zum Abschied und hält ihre Hand wohlwollend in seiner.
"Versuchen Sie, ihr Wesen zu beruhigen. Meditieren Sie, entspannen Sie auf allen Wegen, die Ihnen zugänglich sind. Die Verwandlung wird von Stresshormonen angetrieben - wenn Sie also lernen, entspannt zu sein, wird auch die animalische Rage weniger. Die gute Nachricht ist, dass Entspannung lernbar ist." Mit diesen Worten lässt er ihre Hand los, nimmt seine Brille ab und putzt sie mit einem kleinen Tuch sauber. "Melden Sie sich, wenn Sie Unterstützung brauchen."
Jenna bedankt sich. Vielleicht sollte sie tatsächlich mal Meditationskurse suchen. "Machen Sie's gut!", sagt sie zum Abschied. Sie fühlt sich, als sei sie in den richtigen Händen (oder eher gesagt Pranken) für ihr Problem.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )
Charaktere: Jenna, Dr Henry McCoy
Titel: Jenna und der Doc
Die rothaarige Frau sieht sich um. Stranger Ville. Zuletzt war sie hier, als sie bei dem Flugzeugwrack auf die Teenager getroffen ist... die zum Glück alle unverletzt von der Werwolfbegegnung entkamen. Diesmal ist es anders. Zum einem ist sie diesmal in ihrer humanoiden Gestalt unterwegs - noch ist kein Vollmond - und außerdem hat sie diesmal nicht das Wrack zum Ziel, sondern eine andere Adresse: Das Labor von Dr. Henry McCoy.
Seltsamer Ort, findet Jenna, als sie dort angekommen ist. Dass das Labor unterirdisch liegt und nicht wirklich einer Praxis ähnelt, ist eines der Ungewöhnlichkeiten. Aber ihr Problem ist ja auch alles andere als gewöhnlich. Der Doc hat allerdings einen guten Ruf, und in ihrer Verzweifelung hätte sie sich auch an weniger seriöse Quellen gewendet. Einen Versuch ist es wert.
Und so sieht sie sie sich verstohlen im Labor an. Die Wände sind aus Stein und allerhand Geräte liegen herum. Das Ungewöhnlichste ist allerdings der Doc selbst, in seinem blauen Fell. Dennoch geht Jenna mutig auf ihn zu. "Hallo.", begrüßt sie ihn knapp.
Grummelig sieht er aus, groß und kräftig, als er mit dem Rücken zu ihr steht und vertieft an einem Tisch herumwerkelt.
"Nanu?" Ein Blick über die Schulter lässt ihn erkennen, dass er sich nicht geirrt hat. Eine junge Frau hat den Weg herunter in sein Labor gefunden.
"Guten Tag, junges Fräulein.", nickt er freundlich und legt seine Arbeit auf dem Tisch ab. "Was kann ich für Sie tun?"
"Sie haben einen guten Ruf.", erwidert die Werwölfin, "und vielleicht können Sie mir helfen." Sie seufzt. "Ich bin selber mit dem Werwolffluch belegt, als ich gebissen wurde." Als Beweis für ihre Behauptung krempelt sie ihren Ärmel hoch, so dass die Bissnarbe auf ihrem Arm sichtbar wird. Dann fährt sie fort: "Ich weiß nicht, warum er mich verwandelt hat und nicht gleich komplett zerfleischt, aber so ist es nun mal. Ich... ich will das aber nicht. Lässt sich so etwas rückgängig machen? Sie kennen sich doch aus mit Okkulten, wie ihrer Homepage zu entnehmen ist."
"Faszinierend.", murmelt er und geht auf sie zu, will schon nach ihrem Arm greifen, verharrt dann aber in der Bewegung. "Verzeihung, darf ich?"
Jenna erinnert sich an ihre Begegnung mit Kvothe, der einfach ihren Kopf anfassen wollte. Damals hat ihr das nicht gefallen, aber hier ist es etwas anderes. Immerhin hat sie den Doc extra deshalb aufgesucht, um Hilfe zu finden. "In Ordnung.", bestätigt sie daher.
Sanft zieht er den Arm der jungen Frau näher zu sich heran und betrachtet den verheilten Biss.
"Wann genau hat dieser Übergriff stattgefunden?", fragt er und tickt mit einem Finger der großen Pranke an seiner Brille.
"Ist paar Wochen her", überlegt Jenna. "Zuerst hatte ich mich direkt nach dem Biss verwandelt. Dann später ein weiteres Mal während Vollmond." Sie mustert den Doc. Ihm scheint die Werwolfgestalt nichts auszumachen. Aber mittlerweile hat auch sie bemerkt, dass es nicht nur Nachteile als Werwolf gibt. So schnell wäre ihre Bisswunde nicht verheilt, wenn sie noch ein Mensch wäre.
Nickend murmelt er kaum verständliche Worte vor sich her und wendet sich ab, um etwas in einem kleinen Buch zu notieren.
"Der Biss ist bereits komplett verheilt, das macht eine Heilung leider schwierig - wenn auch nicht unmöglich." Er dreht sich wieder herum und mustert die junge Frau. "Bei einem frischen Biss könnte man anhand von Abstrichen verschiedene Untersuchungen machen. Verraten Sie mir ihren Namen, junges Fräulein?"
"Tja, dazu ist es wohl zu spät.", seufzt die Werwölfin. Dann stellt sie sich mit ihrem Namen vor.
"Ich darf Sie ironischerweise freundlichst bei den Werwölfen begrüßen." Er reicht ihr die Hand und schüttelt kräftig.
"Es tut mir sehr leid, dass Sie unfreiwillig in unsere Reihen stoßen. So etwas sollte nicht passieren. Die Erfahrung zeigt leider, dass es dennoch geschieht - wie wir sehen."
"Gibt es denn keine Möglichkeit?", fragt Jenna, die ihre Hoffnung nicht aufgeben will.
Der Studierte kratzt sich langsam am Kinn. "Ich arbeite derzeit an einem Mittel - es ist allerdings noch nicht fertig. Anhand der Selbstheilung der Werwolfgene könnte es möglich sein, eine Art Impfung herzustellen. Damit wird die Mutation zwar nicht rückgängig gemacht. Aber unter Umständen wäre es möglich, sie für eine Weile zu unterdrücken."
"Das wäre ein Anfang.", findet Jenna. "Bis es soweit ist: Kann ich irgendwie trotzdem mehr Kontrolle erlangen? Sie laufen z.B. auch als Werwolf herum, und scheinen trotzdem nicht ständig im Rampage-Mode zu sein."
"Nun, meine Liebe, das ist jahrelange Übung.", entgegnet er. "Es ist durchaus ein Unterschied, ob jemand als Werwolf geboren wird oder der Körper in der Blüte des Lebens einer gewaltvollen Mutation unterliegt."
Dr. McCoy bietet ihr einen Stuhl an. "Bitte setzen Sie sich und berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen."
Jenna setzt sich. "Tja, die Heilungsfähigkeit der Werwölfe habe ich selber ja auch schon kennengelernt." Sie schielt auf ihren Arm. Nun, da der Ärmel wieder runtergekrempelt ist, sieht man davon auch nichts mehr. "Auch, dass sich meine Sinne erhöht haben.. Nur... die Vollmonde sind das Problem. Ich habe vor dem Angriff studiert, doch so lange ich das mit der Verwandlung nicht im Griff habe, würde ich nur die anderen Leute gefährden. Daher bin ich aus der Studenten-WG auch erst mal ausgezogen und hab das Studium unterbrochen. Der letzte Vollmond war jedenfalls schlimm. Bin am Flugzeugwrack zu mir gekommen und erinnere mich nicht daran, wie ich dorthin gekommen bin. Ich erinnere mich dunkel an eine Vampirin... vielleicht zwei. Und andere Teenager, die ich verfolgt habe. Zum Glück habe ich zu dem Zeitpunkt niemanden verletzt, aber das wird sicher nicht immer gut ausgehen."
McCoy nickt. Er verstet die Sorgen seines Gastes und findet es gut, dass sie versucht, Wege aus ihrer Situation zu finden.
"Bei dem Volk der Werwölfe gibt es richtige Unterrichtseinheiten, in denen die Jungen lernen, mit diesen Gefühlsstürmen umzugehen - und sie letztlich zu kontrollieren. Möglicherweise wäre auch das ein Versuch wert.", überlegt er laut. "Es wäre mir eine Freude, einen Kontakt herzustellen."
Jenna lächelt. "Das wäre gut." Vielleicht könnte sie sich an ihr Dasein gewöhnen, wenn sie mehr Kontrolle hat. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
"In der Zwischenzeit arbeite ich weiter an dem Serum, das Okkulten mehr Kontrolle über ihre Eigenarten verleiht. In diesem Zusammenhang lassen Sie mich fragen, wären Sie bereit zu einigen Zellproben? Etwas Blut, Hautschuppen, ein Haar. Das könnte bei der Forschung wirklich behilflich sein."
"Why not.", murmelt Jenna. So eine kleine Blutprobe wird sie ja nicht umbringen.
Fast schon aufgeregt sammelt der Werwolf alle Utensilien zusammen - nicht viele Artgenossen geben Proben freiwillig ab. Unter seinem Volk ist seine Forschung nicht bei allen angesehen, was das Sammeln von Fakten nicht unbedingt leicht macht. Oft muss Dr. McCoy improvisieren - die meisten Proben stammen von ihm selbst.
Mit einem Spatel scharbt er einige Hautschuppen vom Arm der Probantin in eine Petrischale hinein, verschließt diese und beschriftet sie sogleich. Beim Blutabnehmen überrascht er mit feinster Fingerfertigkeit, so dass die junge Frau kaum etwas spürt. Auch eine Speichelprobe wird entnommen und schließlich zupft er ihr ein einzelnes Haar vom Kopf.
"Vielen Dank, junges Fräulein,", lächelt er. "Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren. Und bitte hinterlassen Sie mir ihre Daten, damit auch ich Sie erreichen kann." Er drückt ihr einen Zettel und einen Stift in die Hand. "Sobald ich weitere Ergebnisse erziele, werde ich Sie gern informieren."
Jenna hinterlässt ihre Handynummer und Namen auf dem Zettel. Eine Wohnadresse hat sie momentan nicht, seit sie aus der WG ausgezogen ist. Sie wohnt zwar in einer alten verlassenen Hütte, die jedoch längst vergessen ist und keine Straßennummer hat.
"Für den Anfang möchte ich Ihnen einen Rat mitgeben, Fräulein Jenna." Er reicht ihr die gewaltige Pranke zum Abschied und hält ihre Hand wohlwollend in seiner.
"Versuchen Sie, ihr Wesen zu beruhigen. Meditieren Sie, entspannen Sie auf allen Wegen, die Ihnen zugänglich sind. Die Verwandlung wird von Stresshormonen angetrieben - wenn Sie also lernen, entspannt zu sein, wird auch die animalische Rage weniger. Die gute Nachricht ist, dass Entspannung lernbar ist." Mit diesen Worten lässt er ihre Hand los, nimmt seine Brille ab und putzt sie mit einem kleinen Tuch sauber. "Melden Sie sich, wenn Sie Unterstützung brauchen."
Jenna bedankt sich. Vielleicht sollte sie tatsächlich mal Meditationskurse suchen. "Machen Sie's gut!", sagt sie zum Abschied. Sie fühlt sich, als sei sie in den richtigen Händen (oder eher gesagt Pranken) für ihr Problem.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )