Forum Discussion
2 years ago
Ort: San Myshuno, Solomons Kanzlei
Charakter, Viola, Jerome Solomon
Geschichtsstrang: Erinnerungsstücke Teil 2
Mittlerweile ist es früher Abend. Sie nähert sich der Kanzlei, in der dieser Solomon arbeitet. In der selben Verkleidung wie zuvor. Die Sekretärin bittet sie zu warten, nachdem Viola ihr Anliegen vorgetragen hat. Die Vampirin blickt der Frau nach, als sie das Büro des Anwalts betritt.
"Mister Solomon? Eine gewisse..." Die Sekretärin schaut auf ihre Notizen.. "Liza Lamont würde Sie gerne sprechen. Es geht um die Möbel, die Mister Blaisdell ins Lager liefern ließ."
Der Mann im dunklen Anzug hat das Telefon am Ohr und blickt zu der Sekretärin die den Kopf herein streckt. Er gibt ihr das Zeichen für: 'Schick sie rein.' und dreht sich im Stuhl wieder gegen das Fenster mit der wunderbaren Aussicht auf San Myshuno. "Ja, ja kein Problem. Wir warten." sagt er in den Hörer. Ein erneuter Seitenblick zu der schlanken schwarzhaarigen die jetzt sein Büro betritt, "Ich weiss. Sagen Sie ihm, wenn er den Wisch nicht unterschreibt wirds teuer." er hört zu dreht sich der Besucherin zu und sieht sie entschuldigend an. "Das weiss er. Rufen Sie mich einfach an. Okay? Okay. Wiederhö... Ja. .... Ja und jetzt hören Sie schon auf sich zu entschuldigen.... Gut. Bis dann."
Jerome Solomon legt den Hörer auf und rutscht an den Schreibtisch. Die Hände legt er vor sich und faltet sie. Mit einer Handbewegung weisst er auf einen der beiden Stühle vor ihm. "Bitte. Was kann ich für Sie tun?"
Viola betrachtet den Mann. Schon auf dem Foto, das sie auf der Homepage gesehen hat, hat sie erkannt, dass der Kerl ihr nicht wirklich sympathisch ist. Und jetzt, wo er vor ihr steht, verstärkt sich dieser Eindruck nur. Doch das darf sie natürlich nicht laut sagen. Sie bedankt sich für den angebotenen Stuhl und setzt sich. "Guten Tag, Herr Solomon. Liza Lamont ist mein Name. Ich komme im Auftrag des Vereins "SimMarita", für den ich arbeite." Viola reicht dem Mann Lizas Visitenkarte. "Es geht um die Möbel, die Herr Irving Blaisdell Ihnen zur Aufbewahrung anvertraut hat. Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die armen Menschen zu unterstützen, die sich über Möbel freuen würden, die sie sich nicht selber leisten können."
Der Anwalt mustert die Frau, betrachtet die Visitenkarte bevor er sie zurück gibt, sich im bequemen Bürostuhl zurücklehnt und die Hände zusammen legt. Diese Aasgeier. "Welches Vögelchen hat Ihnen schon wieder von dem neuen Lager berichtet?"
Viola hat damit gerechnet, dass Herr Solomon nachfragen würde. Sie hat sich vor dem Besuch bei ihm auch schon überlegt, ob sie versuchen sollte, Irving zu manipulieren... so, dass er ihre Aussage bestätigen würde, falls der Anwalt nachfragen würde. Doch sie glaubt nicht, dass sie bei dem Erfolg hätte, und es wäre auch riskant, wenn der ahnt, dass Interesse an den Möbeln besteht. Also hat sie sich stattdessen eine andere Antwort für diese Frage überlegt: "Seine Lebensgefährtin Elisabeth Monahr. Sie schien uns helfen zu wollen und sich ebenfalls für die Armen zu sorgen." Hoffentlich hat Solomon nicht deren Telefonnummer, um sich das bestätigen zu lassen.
"Natürlich mischt die sich ein.." murmelt Solomon leise und räuspert sich sofort zur Ablenkung. Er lächelt Frau Lamont freundlich an. "Und wie ... äh kann ich Ihnen nun behilflich sein?"
Viola hat nicht ganz verstanden, was Solomon gerade in seinen Bart genuschelt hat. Doch die Frage, die er stellt, hört sie dagegen gut. "Ich wollte mir selbst ein Bild von den Möbeln machen. Ob sie für SimMarita überhaupt in Frage kommen. Wie viele es überhaupt sind. Alles erst mal ganz unverbindlich.", antwortet sie.
Der Anwalt lacht mit geschlossenen Mund und wirkt ein wenig herablassend. "Frau... Lamont... Wer sagt, dass die Gegenstände an SimMarita gehen werden?"
Schade. Viola hatte gehofft, dass das ganze hier einfacher werden würde. Am liebsten würde sie die Verkleidung beseite legen und dem aufgeblasenen Kerl ihre Meinung erzählen. Doch das würde weder ihr noch Blaze irgendetwas bringen. "Ich dachte, dass Sie Herrn Blaisdell zufrieden stellen wollen. Wenn seine Lebensgefährtin uns informiert, zeigt mir das zumindest, dass es in deren Interesse liegt, dass SimMarita mal über die Möbel schaut.", erzählt Viola. Sie bleibt dabei freundlich, um deutlich zu machen, dass es nicht als Drohung gemeint ist. Sie ist sich nicht ganz sicher, ob das ein kluger Schachzug ist, aber sie muss es zumindest versuchen.
"Zumindest, zumindest, zumindest...." Solomon schwenkt die Hand und rollt mit den Augen. "Sagen Sie...." er lehnt sich wieder vor und sieht in die Sonnenbrille der Frau, "ist SimMarita denn auch in der Lage die anfallenden Gebühren zu übernehmen?"
"Wir haben eine Spedition, die sich um den Transport kümmert.", erzählt Viola. Das hatte ihr die originale Liza Lamont ja erzählt. "Dazu müsste dann nur ein Termin ausgemacht werden. Für sonstige Gebühren haben wir Finanzmittel, ohne dass wir dazu unsere Spendenkasse angreifen müssten. Natürlich nicht übertrieben viel. Aber es sollte schon machbar sein, das Geld zusammen zu bekommen. Zuerst aber möchte ich natürlich erst mal die Möbel sehen. Um einschätzen zu können, ob sich die Gebühren auch lohnen würden für uns."
Solomon verstummt. Er mustert die Schwarzhaarige. Dann nickt er. "Das hört sich schon viel besser an. Ich erwarte eine Offerte wenn Sie sie wollen." Er tippt auf einen Knopf auf dem Schreibtisch und funkt seine Sekretärin an. "Nicole? Was sagt mein Terminplan?" Die Antwort folgt prommt, "Das Abendessen mit Carol in zwei Stunden, Mister Solomon." - "Danke Nicole." Solomon steht auf, geht zur Tür und nimmt sein Jacket vom Haken. Er sieht zu Frau Lamont. "Na los.... kommen Sie."
Viola erhebt sich. "Sehr gerne, Herr Solomon.", sagt sie. Sie versucht, sich ihre Erleichterung nicht anmerken zu lassen.
Solomon verlässt das Büro mit der Frau, verabschiedet sich von Nicole, stellt sich in der Fahrstuhl und tippt in einer Handyapp herum. Sie kommen in der Tiefgarage an und er drückt auf einen Knopf an seinem Schlüssel der seinen BMW i4 M50 aufschließt und er bittet Frau Lamont einzusteigen. Der Wagen riecht neu und nach Leder. Er drückt einen Knopf. Der Wagen startet, doch davon ist nichts zu spüren. Er fährt das Auto aus der Garage. Es ist so leise und angenehm, dass man darin schlafen will. Der Elektrowagen fährt durch die Stadt und biegt am Hafen auf einen Platz ein auf dem sich Garagentor an Garagentor reiht. Es sieht alles gleich aus, bis auf die Nummern neben den Toren. Unterwegs telefoniert Solomon mit einer Person. Es klingt wie ein belangloses, auf freundlich tuendes Privatgespräch. "Ich muss noch diese Sache erledigen..... Ja... Jaja, bis dann." Er legt auf parkt das Auto vor der Nummer 44 und der Wagen schaltet sich per Knopfdruck so sanft aus wie er gestartet hat. Sie steigen aus.
Vor dem Tor nimmt Solomon seinen Schlüsselbund mit gefühlt dreissig Schlüsseln hervor und sucht den richtigen. Er schliesst das leicht rostige Schloss auf und schiebt das Tor nach oben. Im Inneren des Lagers stapeln sich Kisten und Möbel. Blaze' Couch, der Schreibtisch, der Boxsack. An den Wänden sind Regale mit Kleinkram, wie seine Spielekonsole, die Soundanlage. Kein Fernseher. Jerome dreht sich zu seiner Begleitung um, drückt den Lichtschalter im Inneren und weisst mit der Hand darauf. "Sie haben 5 Minuten." sagt er und blickt wieder auf sein Handy.
Klar, dass der Idiot sich so einen Wagen leisten kann. Vielleicht hätte Viola viel früher auf seine Geldgier anspielen sollen, doch sie wollte ihre Tarnung als Wohltätigkeitsmitarbeiterin nicht so schnell auf's Spiel setzen. Und nun ist sie auch so am Lager angekommen. "Vielen Dank!", sagt Viola. Dieses Geschleime, das sie hier tun muss, geht ihr so langsam gegen den Strich. Doch wenn es um Blaze geht, kann auch sie sich zusammenreißen. "Mehr werde ich nicht brauchen." Eigentlich schon. Viola sieht sich in dem Lager um. Keine Fenster. Ursprünglich hatte sie geplant, sich unbemerkt einschließen zu lassen und durch ein Fenster zu fliehen, nachdem sie Blaze' Sachen hat. Doch hier gibt es keine. Reichen die fünf Minuten, um das Fach zu öffnen, ohne dass Solomon etwas bemerkt? Dann könnte sie sich das Einschließen lassen ohnehin sparen.
Doch Solomon ist mit seinem Handy beschäftigt und achtet nicht auf sie. Viola findet Blaze' Schreibtisch schnell. "Jetzt noch das Geheimfach öffnen.", denkt sie sich. Das geht auch recht gut. Blaze hatte ihr ja gesagt, wie das geht. Viola nimmt sich nicht die Zeit, speziell nach dem Foto zu suchen sondern nimmt alles aus dem Geheimfach mit. Hauptsache, schnell raus hier.
Solomon blickt noch immer auf sein Handy, als sie rauskommt. "Die Möbel sind von guter Qualität!", sagt Viola schließlich, "Ich werde mich mit meinen Kollegen beraten und Ihnen dann einen Vorschlag zukommen lassen. Haben Sie eine Visitenkarte dabei?" Sie hätte jetzt einfach wegfliegen können, aber vielleicht ist es besser, wenn sie ihre Rolle noch zuende spielt.
Solomon nimmt das Handy ans Ohr, sieht Lamont an, greift in die innenseite des Jackets und befördert eine Visitenkarte zwischen Zeige- und Mittelfinger hervor. Er hält sie ihr entgegen. „Sicher.“ er schaut auf sein Telefon und ärgert sich über etwas. Dann dreht er sich zum Tor, zieht es zu und schliesst wieder ab. Wieder an Lamont gewandt, „Brauchen Sie eine Taxi zur nächsten Busstation?“
"Vielen Dank für das Angebot, aber das geht schon so. Ich mache gerne einen Spaziergang. So weit ist es nicht.", sagt Viola. Bloß nicht noch mehr Zeit verschwenden! Sie ist immer noch viel zu angespannt von der ganzen Sache. Sie steckt Solomons Visitenkarte ein. Natürlich hat sie nicht vor, sich je bei ihm zu melden, aber die Karte direkt vor seinen Augen zu entsorgen wäre auch nicht unbedingt klug gewesen.
„Sie wissen wo Sie mich finden.“ Solomon behält die knappe Wortwahl bei und steigt in seinen Neuwagen. Kurz darauf fährt er schon, absolut leise, davon zu seinem Abendessen.
Ort: Newcrest, bei Blaze
„Ja, da war Schulmaterial drauf. Denkst du wir schreiben heute noch alles per Hand?“ verständnislos sieht Blaze Irving an der mit einer Hand an der Klinke im Türrahmen steht. Blaze wartet. Irving denkt nach. „Mal sehn.“ sagt er schliesslich, geht raus und macht die Tür hinter sich zu. Blaze lässt sich aufs Bett fallen. Ein kleiner Sieg. Vielleicht kriegt er seinen PC wieder, dann muss er sich wenigstens nicht mehr Filme und Serien auf dem winzigen Handybildschirm reinziehen.
Viola hockt sich schließlich auf einen Baum. Sie durchsucht die Sachen und findet tatsächlich das Foto und den Ausweis, den Blaze haben wollte... "Yes!", ruft sie triumphierend. Es hat wirklich geklappt, obwohl der Plan sicherlich nicht völlig lückenlos war. Sie findet auch einige Poster mit Frauen in fragwürdigen Posen, die ebenfalls im Geheimfach waren. Doch es juckt Viola nicht weiter. Soll er sich sowas halt gerne anschauen. Sie weiß, dass er nicht wirklich an denen Interesse hat.
Sie flattert sofort weiter zu Blaze. Sie ist so aufgeregt, dass sie nicht einmal daran denkt, ihn per Handy vorzuwarnen. Als ihr das mitten im Flug auffällt, hält sie dennoch nicht an. Vielleicht entdeckt er sie ja auch so am Fenster, und wenn nicht kann sie ihm dann immer noch eine Nachricht schicken. Viola erreicht Newcrest im Rekordtempo.
Es klopft unerwartet am Fenster und Blaze springt auf. Er weiss was das bedeutet. Schnell öffnet er und lässt Jemanden rein der sehr aufgeregt wirkt. Schwarze lange Haare, ein nobles Kleid. Er muss zweimal hinsehen. „Viola?“ als sie grinst erkennt er ihre Gesichtszüge und ist erleichtert. Für einen kurzen Moment dachte er schon er wird wieder Random von irgend einem Vampir überfallen. „Was.. hast du denn da an?“ fragt er und korrigiert schnell hinter her: „Ich mein.. steht dir.“ und lächelt, noch immer etwas irritiert. Probiert sie einen neuen Look?
Viola reißt sich die Perücke vom Kopf. Es wundert sie nicht, dass Blaze sie auch so erkennt. Im Gegensatz zu Solomon kennt er sie schließlich. "Uff... Solomon ist vielleicht ein aufgeblasener Idiot...", sagt Viola als Antwort. "Kein Wunder, dass dein Vater ausgerechnet ihn ausgewählt hat."
„Du warst bei Solomon?“ fragt er. Die Anwälte von seinem Vater können nicht sympathisch sein. Das ist ein Grundgesetz. „Was hast du rausgefunden?“
"Dass er ein teures Auto fährt, geldgierig ist... und dass ich ihn trotzdem noch überlisten konnte." Sie lächelt, und sucht den Ausweis und Foto aus ihrer Tasche. "Ich glaube, der Dramaunterricht bei Evans war doch nicht ganz umsonst."
Mit grossen Augen nimmt er die Dinge entgegen. "Du hast es geschafft." Ohne sie genauer anzusehen, zieht er sie in seine Arme, "Danke, danke!" fest drückt er seine Freundin. "Du bist genial.." sagt er ohne sie loszulassen.
"Ich weiß..", sagt Viola lächelnd und drückt Blaze fester. Auch sie ist nicht dagegen gefeit, mal in Fettnäpfchen zu treten, doch sie hat auch ihre guten Seiten. "Solomon wird jetzt vermutlich ewig auf ein Angebot warten, was deine Möbel betrifft, das nie kommen wird." Bei diesen Worten erinnert sie sich auch wieder an seine Visitenkarte. Sie würde sie auf dem Rückflug irgendwo entsorgen. "Brauchst du den anderen Krams aus dem Geheimfach auch?"
"Hast du das auch mitgenommen?" fragt er und hebt die Brauen. "Also wenn du das Gras auch hast, kann der Abend nich mehr besser werden." er grinst.
"Ja, ich hatte keine Zeit, lange nach Foto und Ausweis zu suchen und hab kurzerhand den kompletten Inhalt in meine Tasche gestopft. Ging schneller." Sie leert nun auch den restlichen Inhalt ihrer Tasche. "Das Gras ist auch da, genauso wie deine Poster." Sie zwinkert Blaze zu.
Er schaut auf den Inhalt der auf seinem Bett liegt und greift nach dem Plastikbeutelchen. Sein Blick fällt auf die gefalteten bunten Blätter und er sieht sie zweifelnd an als Viola sie erwähnt. Er wischt sie vom Bett. "Die sind... von Steph." er weiss gar nicht was er mehr dazu sagen soll. Das ist peinlich genug. Um davon abzulenken setz er sich neben den Kram, greift nach den Papes und zieht eins aus der Schachtel. Er sieht sich um, bückt sich nach unten, hebt eins der Poster auf, faltet es zwei Mal und klappt es wieder auf. Er benutzt es als Auffänger für den Tabak den er durch eine Kippe kriegt, die er aufdröselt. Das Ritschratsch ist auch mitgekommen. Es kann nicht besser werden heute, ist Blaze überzeugt. Er dreht die Lunte zu ende und schiebt sie zwischen die Lippen während er aufräumt. Das Poster ist jetzt an der Kante angerissen weil es als Filter dienen musste und er lässt es zurück auf den Boden segeln. Glücklich sieht er Viola an, dann nimmt er das Bild vor sich. Ein altes Passfoto von Josephine. Sie hat dieses winzige Lächeln und entschlossene Augen. Blaze verliert sich kurz, dann zündet er den Dreher an und sieht auf. "Danke. Echt. Das war mir echt wichtig...." sagt er und verstaut den Ausweis und das Foto in seinem Geldbeutel.
Irgendwie beruhigt es Viola, dass Steph für die Poster verantwortlich ist. Blaze scheint tatsächlich kein Interesse an ihnen zu haben, so wie er sie behandelt.
"Sie sieht freundlich aus.", sagt Viola. Blaze scheint seine Mutter wirklich geliebt zu haben ... was er wohl nicht von Irving behaupten würde. "Ganz egal, was Lilly über Shane sagt, würde ich sie auch vermissen, wenn sie plötzlich nicht mehr da wäre."... Sie drängt das depressive Thema zur Seite. "Aber du bist es wert, so dass ich dir diesen Gefallen einfach tun musste."
Blaze raucht und das Gras beruhigt das, was eben beim Anblick des Fotos hochgekommen ist. Er schaut das Bild so gut wie nie an. Eben deswegen. Aber es beruhigt ihn, dass es in seinem Besitz ist. "Wenn ich jemals irgendwas für dich tun kann. Sags mir." meint er und das Gefühl von 'Du kannst doch eh nichts.' und 'Was willst du schon anbieten.' begleitet von der hallenden Stimme seines Vaters, lässt ihn nochmal stärk am Joint ziehen und dann die Luft anhalten.
"Ich werde es mir merken.", sagt Viola lächelnd. "Immerhin gibt es ja immer noch die Steinchenaufgabe. Aber im Moment habe ich keinen Gefallen, den ich einfordern müsste." Sie überlegt eine Weile. "Hast du Aidarias Phiole eigentlich noch?", fragt sie schließlich aus Neugier, "Oder ist sie auch unter den Sachen, die weggekommen sind, als dein Vater hier... 'aufgeräumt' hat?"
Er stösst die Luft und den Rauch wieder aus und das unten behalten betäubt ihn regelrecht sofort. Kopfschüttelnd nickt er gegen seine Kommode. "Nein die hab ich noch. Da drin."
Die Phiole war ein Geschenk und Viola hat nicht vor, sie zurück zu fordern. "Gut zu wissen.", sagt sie, "dann kann ich das wohl bei der nächsten Steinchenaufgabe berücksichtigen, so dass es nicht zu einfach werden wird- trotz Phiole." Sie grinst, wird dann aber wieder ernst, als ihr der Hausarrest einfällt. "Das heißt.. sobald dein Gefängnis gelockert wird."
Hoffentlich denkt Blaze jezt nicht, dass er sie zwingend nur für eine Steinchenaufgabe aufbewahren muss. "Was nicht heißen soll, dass du sie unbedingt dafür nutzen musst. Falls du sie vorher verbrauchst, sag einfach Bescheid.", versichert Viola. "Ich..." Sie unterbricht sich, als sie glaubt, im Flur Schritte zu hören. Doch es bleibt ruhig. Offenbar hat sie sich getäuscht.
"Ich werd' dann wieder.", sagt sie trotzdem, "nicht dass jetzt jemand reinkommt und die ganze Mühe wegen des Fotos umsonst war." Sie umarmt Blaze zum Abschied und flattert wieder davon. Lautlos in die mittlerweile dunkle Nacht.
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha , der auch die Rolle von Solomon übernommen hat)
Charakter, Viola, Jerome Solomon
Geschichtsstrang: Erinnerungsstücke Teil 2
Mittlerweile ist es früher Abend. Sie nähert sich der Kanzlei, in der dieser Solomon arbeitet. In der selben Verkleidung wie zuvor. Die Sekretärin bittet sie zu warten, nachdem Viola ihr Anliegen vorgetragen hat. Die Vampirin blickt der Frau nach, als sie das Büro des Anwalts betritt.
"Mister Solomon? Eine gewisse..." Die Sekretärin schaut auf ihre Notizen.. "Liza Lamont würde Sie gerne sprechen. Es geht um die Möbel, die Mister Blaisdell ins Lager liefern ließ."
Der Mann im dunklen Anzug hat das Telefon am Ohr und blickt zu der Sekretärin die den Kopf herein streckt. Er gibt ihr das Zeichen für: 'Schick sie rein.' und dreht sich im Stuhl wieder gegen das Fenster mit der wunderbaren Aussicht auf San Myshuno. "Ja, ja kein Problem. Wir warten." sagt er in den Hörer. Ein erneuter Seitenblick zu der schlanken schwarzhaarigen die jetzt sein Büro betritt, "Ich weiss. Sagen Sie ihm, wenn er den Wisch nicht unterschreibt wirds teuer." er hört zu dreht sich der Besucherin zu und sieht sie entschuldigend an. "Das weiss er. Rufen Sie mich einfach an. Okay? Okay. Wiederhö... Ja. .... Ja und jetzt hören Sie schon auf sich zu entschuldigen.... Gut. Bis dann."
Jerome Solomon legt den Hörer auf und rutscht an den Schreibtisch. Die Hände legt er vor sich und faltet sie. Mit einer Handbewegung weisst er auf einen der beiden Stühle vor ihm. "Bitte. Was kann ich für Sie tun?"
Viola betrachtet den Mann. Schon auf dem Foto, das sie auf der Homepage gesehen hat, hat sie erkannt, dass der Kerl ihr nicht wirklich sympathisch ist. Und jetzt, wo er vor ihr steht, verstärkt sich dieser Eindruck nur. Doch das darf sie natürlich nicht laut sagen. Sie bedankt sich für den angebotenen Stuhl und setzt sich. "Guten Tag, Herr Solomon. Liza Lamont ist mein Name. Ich komme im Auftrag des Vereins "SimMarita", für den ich arbeite." Viola reicht dem Mann Lizas Visitenkarte. "Es geht um die Möbel, die Herr Irving Blaisdell Ihnen zur Aufbewahrung anvertraut hat. Unser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die armen Menschen zu unterstützen, die sich über Möbel freuen würden, die sie sich nicht selber leisten können."
Der Anwalt mustert die Frau, betrachtet die Visitenkarte bevor er sie zurück gibt, sich im bequemen Bürostuhl zurücklehnt und die Hände zusammen legt. Diese Aasgeier. "Welches Vögelchen hat Ihnen schon wieder von dem neuen Lager berichtet?"
Viola hat damit gerechnet, dass Herr Solomon nachfragen würde. Sie hat sich vor dem Besuch bei ihm auch schon überlegt, ob sie versuchen sollte, Irving zu manipulieren... so, dass er ihre Aussage bestätigen würde, falls der Anwalt nachfragen würde. Doch sie glaubt nicht, dass sie bei dem Erfolg hätte, und es wäre auch riskant, wenn der ahnt, dass Interesse an den Möbeln besteht. Also hat sie sich stattdessen eine andere Antwort für diese Frage überlegt: "Seine Lebensgefährtin Elisabeth Monahr. Sie schien uns helfen zu wollen und sich ebenfalls für die Armen zu sorgen." Hoffentlich hat Solomon nicht deren Telefonnummer, um sich das bestätigen zu lassen.
"Natürlich mischt die sich ein.." murmelt Solomon leise und räuspert sich sofort zur Ablenkung. Er lächelt Frau Lamont freundlich an. "Und wie ... äh kann ich Ihnen nun behilflich sein?"
Viola hat nicht ganz verstanden, was Solomon gerade in seinen Bart genuschelt hat. Doch die Frage, die er stellt, hört sie dagegen gut. "Ich wollte mir selbst ein Bild von den Möbeln machen. Ob sie für SimMarita überhaupt in Frage kommen. Wie viele es überhaupt sind. Alles erst mal ganz unverbindlich.", antwortet sie.
Der Anwalt lacht mit geschlossenen Mund und wirkt ein wenig herablassend. "Frau... Lamont... Wer sagt, dass die Gegenstände an SimMarita gehen werden?"
Schade. Viola hatte gehofft, dass das ganze hier einfacher werden würde. Am liebsten würde sie die Verkleidung beseite legen und dem aufgeblasenen Kerl ihre Meinung erzählen. Doch das würde weder ihr noch Blaze irgendetwas bringen. "Ich dachte, dass Sie Herrn Blaisdell zufrieden stellen wollen. Wenn seine Lebensgefährtin uns informiert, zeigt mir das zumindest, dass es in deren Interesse liegt, dass SimMarita mal über die Möbel schaut.", erzählt Viola. Sie bleibt dabei freundlich, um deutlich zu machen, dass es nicht als Drohung gemeint ist. Sie ist sich nicht ganz sicher, ob das ein kluger Schachzug ist, aber sie muss es zumindest versuchen.
"Zumindest, zumindest, zumindest...." Solomon schwenkt die Hand und rollt mit den Augen. "Sagen Sie...." er lehnt sich wieder vor und sieht in die Sonnenbrille der Frau, "ist SimMarita denn auch in der Lage die anfallenden Gebühren zu übernehmen?"
"Wir haben eine Spedition, die sich um den Transport kümmert.", erzählt Viola. Das hatte ihr die originale Liza Lamont ja erzählt. "Dazu müsste dann nur ein Termin ausgemacht werden. Für sonstige Gebühren haben wir Finanzmittel, ohne dass wir dazu unsere Spendenkasse angreifen müssten. Natürlich nicht übertrieben viel. Aber es sollte schon machbar sein, das Geld zusammen zu bekommen. Zuerst aber möchte ich natürlich erst mal die Möbel sehen. Um einschätzen zu können, ob sich die Gebühren auch lohnen würden für uns."
Solomon verstummt. Er mustert die Schwarzhaarige. Dann nickt er. "Das hört sich schon viel besser an. Ich erwarte eine Offerte wenn Sie sie wollen." Er tippt auf einen Knopf auf dem Schreibtisch und funkt seine Sekretärin an. "Nicole? Was sagt mein Terminplan?" Die Antwort folgt prommt, "Das Abendessen mit Carol in zwei Stunden, Mister Solomon." - "Danke Nicole." Solomon steht auf, geht zur Tür und nimmt sein Jacket vom Haken. Er sieht zu Frau Lamont. "Na los.... kommen Sie."
Viola erhebt sich. "Sehr gerne, Herr Solomon.", sagt sie. Sie versucht, sich ihre Erleichterung nicht anmerken zu lassen.
Solomon verlässt das Büro mit der Frau, verabschiedet sich von Nicole, stellt sich in der Fahrstuhl und tippt in einer Handyapp herum. Sie kommen in der Tiefgarage an und er drückt auf einen Knopf an seinem Schlüssel der seinen BMW i4 M50 aufschließt und er bittet Frau Lamont einzusteigen. Der Wagen riecht neu und nach Leder. Er drückt einen Knopf. Der Wagen startet, doch davon ist nichts zu spüren. Er fährt das Auto aus der Garage. Es ist so leise und angenehm, dass man darin schlafen will. Der Elektrowagen fährt durch die Stadt und biegt am Hafen auf einen Platz ein auf dem sich Garagentor an Garagentor reiht. Es sieht alles gleich aus, bis auf die Nummern neben den Toren. Unterwegs telefoniert Solomon mit einer Person. Es klingt wie ein belangloses, auf freundlich tuendes Privatgespräch. "Ich muss noch diese Sache erledigen..... Ja... Jaja, bis dann." Er legt auf parkt das Auto vor der Nummer 44 und der Wagen schaltet sich per Knopfdruck so sanft aus wie er gestartet hat. Sie steigen aus.
Vor dem Tor nimmt Solomon seinen Schlüsselbund mit gefühlt dreissig Schlüsseln hervor und sucht den richtigen. Er schliesst das leicht rostige Schloss auf und schiebt das Tor nach oben. Im Inneren des Lagers stapeln sich Kisten und Möbel. Blaze' Couch, der Schreibtisch, der Boxsack. An den Wänden sind Regale mit Kleinkram, wie seine Spielekonsole, die Soundanlage. Kein Fernseher. Jerome dreht sich zu seiner Begleitung um, drückt den Lichtschalter im Inneren und weisst mit der Hand darauf. "Sie haben 5 Minuten." sagt er und blickt wieder auf sein Handy.
Klar, dass der Idiot sich so einen Wagen leisten kann. Vielleicht hätte Viola viel früher auf seine Geldgier anspielen sollen, doch sie wollte ihre Tarnung als Wohltätigkeitsmitarbeiterin nicht so schnell auf's Spiel setzen. Und nun ist sie auch so am Lager angekommen. "Vielen Dank!", sagt Viola. Dieses Geschleime, das sie hier tun muss, geht ihr so langsam gegen den Strich. Doch wenn es um Blaze geht, kann auch sie sich zusammenreißen. "Mehr werde ich nicht brauchen." Eigentlich schon. Viola sieht sich in dem Lager um. Keine Fenster. Ursprünglich hatte sie geplant, sich unbemerkt einschließen zu lassen und durch ein Fenster zu fliehen, nachdem sie Blaze' Sachen hat. Doch hier gibt es keine. Reichen die fünf Minuten, um das Fach zu öffnen, ohne dass Solomon etwas bemerkt? Dann könnte sie sich das Einschließen lassen ohnehin sparen.
Doch Solomon ist mit seinem Handy beschäftigt und achtet nicht auf sie. Viola findet Blaze' Schreibtisch schnell. "Jetzt noch das Geheimfach öffnen.", denkt sie sich. Das geht auch recht gut. Blaze hatte ihr ja gesagt, wie das geht. Viola nimmt sich nicht die Zeit, speziell nach dem Foto zu suchen sondern nimmt alles aus dem Geheimfach mit. Hauptsache, schnell raus hier.
Solomon blickt noch immer auf sein Handy, als sie rauskommt. "Die Möbel sind von guter Qualität!", sagt Viola schließlich, "Ich werde mich mit meinen Kollegen beraten und Ihnen dann einen Vorschlag zukommen lassen. Haben Sie eine Visitenkarte dabei?" Sie hätte jetzt einfach wegfliegen können, aber vielleicht ist es besser, wenn sie ihre Rolle noch zuende spielt.
Solomon nimmt das Handy ans Ohr, sieht Lamont an, greift in die innenseite des Jackets und befördert eine Visitenkarte zwischen Zeige- und Mittelfinger hervor. Er hält sie ihr entgegen. „Sicher.“ er schaut auf sein Telefon und ärgert sich über etwas. Dann dreht er sich zum Tor, zieht es zu und schliesst wieder ab. Wieder an Lamont gewandt, „Brauchen Sie eine Taxi zur nächsten Busstation?“
"Vielen Dank für das Angebot, aber das geht schon so. Ich mache gerne einen Spaziergang. So weit ist es nicht.", sagt Viola. Bloß nicht noch mehr Zeit verschwenden! Sie ist immer noch viel zu angespannt von der ganzen Sache. Sie steckt Solomons Visitenkarte ein. Natürlich hat sie nicht vor, sich je bei ihm zu melden, aber die Karte direkt vor seinen Augen zu entsorgen wäre auch nicht unbedingt klug gewesen.
„Sie wissen wo Sie mich finden.“ Solomon behält die knappe Wortwahl bei und steigt in seinen Neuwagen. Kurz darauf fährt er schon, absolut leise, davon zu seinem Abendessen.
Ort: Newcrest, bei Blaze
„Ja, da war Schulmaterial drauf. Denkst du wir schreiben heute noch alles per Hand?“ verständnislos sieht Blaze Irving an der mit einer Hand an der Klinke im Türrahmen steht. Blaze wartet. Irving denkt nach. „Mal sehn.“ sagt er schliesslich, geht raus und macht die Tür hinter sich zu. Blaze lässt sich aufs Bett fallen. Ein kleiner Sieg. Vielleicht kriegt er seinen PC wieder, dann muss er sich wenigstens nicht mehr Filme und Serien auf dem winzigen Handybildschirm reinziehen.
Viola hockt sich schließlich auf einen Baum. Sie durchsucht die Sachen und findet tatsächlich das Foto und den Ausweis, den Blaze haben wollte... "Yes!", ruft sie triumphierend. Es hat wirklich geklappt, obwohl der Plan sicherlich nicht völlig lückenlos war. Sie findet auch einige Poster mit Frauen in fragwürdigen Posen, die ebenfalls im Geheimfach waren. Doch es juckt Viola nicht weiter. Soll er sich sowas halt gerne anschauen. Sie weiß, dass er nicht wirklich an denen Interesse hat.
Sie flattert sofort weiter zu Blaze. Sie ist so aufgeregt, dass sie nicht einmal daran denkt, ihn per Handy vorzuwarnen. Als ihr das mitten im Flug auffällt, hält sie dennoch nicht an. Vielleicht entdeckt er sie ja auch so am Fenster, und wenn nicht kann sie ihm dann immer noch eine Nachricht schicken. Viola erreicht Newcrest im Rekordtempo.
Es klopft unerwartet am Fenster und Blaze springt auf. Er weiss was das bedeutet. Schnell öffnet er und lässt Jemanden rein der sehr aufgeregt wirkt. Schwarze lange Haare, ein nobles Kleid. Er muss zweimal hinsehen. „Viola?“ als sie grinst erkennt er ihre Gesichtszüge und ist erleichtert. Für einen kurzen Moment dachte er schon er wird wieder Random von irgend einem Vampir überfallen. „Was.. hast du denn da an?“ fragt er und korrigiert schnell hinter her: „Ich mein.. steht dir.“ und lächelt, noch immer etwas irritiert. Probiert sie einen neuen Look?
Viola reißt sich die Perücke vom Kopf. Es wundert sie nicht, dass Blaze sie auch so erkennt. Im Gegensatz zu Solomon kennt er sie schließlich. "Uff... Solomon ist vielleicht ein aufgeblasener Idiot...", sagt Viola als Antwort. "Kein Wunder, dass dein Vater ausgerechnet ihn ausgewählt hat."
„Du warst bei Solomon?“ fragt er. Die Anwälte von seinem Vater können nicht sympathisch sein. Das ist ein Grundgesetz. „Was hast du rausgefunden?“
"Dass er ein teures Auto fährt, geldgierig ist... und dass ich ihn trotzdem noch überlisten konnte." Sie lächelt, und sucht den Ausweis und Foto aus ihrer Tasche. "Ich glaube, der Dramaunterricht bei Evans war doch nicht ganz umsonst."
Mit grossen Augen nimmt er die Dinge entgegen. "Du hast es geschafft." Ohne sie genauer anzusehen, zieht er sie in seine Arme, "Danke, danke!" fest drückt er seine Freundin. "Du bist genial.." sagt er ohne sie loszulassen.
"Ich weiß..", sagt Viola lächelnd und drückt Blaze fester. Auch sie ist nicht dagegen gefeit, mal in Fettnäpfchen zu treten, doch sie hat auch ihre guten Seiten. "Solomon wird jetzt vermutlich ewig auf ein Angebot warten, was deine Möbel betrifft, das nie kommen wird." Bei diesen Worten erinnert sie sich auch wieder an seine Visitenkarte. Sie würde sie auf dem Rückflug irgendwo entsorgen. "Brauchst du den anderen Krams aus dem Geheimfach auch?"
"Hast du das auch mitgenommen?" fragt er und hebt die Brauen. "Also wenn du das Gras auch hast, kann der Abend nich mehr besser werden." er grinst.
"Ja, ich hatte keine Zeit, lange nach Foto und Ausweis zu suchen und hab kurzerhand den kompletten Inhalt in meine Tasche gestopft. Ging schneller." Sie leert nun auch den restlichen Inhalt ihrer Tasche. "Das Gras ist auch da, genauso wie deine Poster." Sie zwinkert Blaze zu.
Er schaut auf den Inhalt der auf seinem Bett liegt und greift nach dem Plastikbeutelchen. Sein Blick fällt auf die gefalteten bunten Blätter und er sieht sie zweifelnd an als Viola sie erwähnt. Er wischt sie vom Bett. "Die sind... von Steph." er weiss gar nicht was er mehr dazu sagen soll. Das ist peinlich genug. Um davon abzulenken setz er sich neben den Kram, greift nach den Papes und zieht eins aus der Schachtel. Er sieht sich um, bückt sich nach unten, hebt eins der Poster auf, faltet es zwei Mal und klappt es wieder auf. Er benutzt es als Auffänger für den Tabak den er durch eine Kippe kriegt, die er aufdröselt. Das Ritschratsch ist auch mitgekommen. Es kann nicht besser werden heute, ist Blaze überzeugt. Er dreht die Lunte zu ende und schiebt sie zwischen die Lippen während er aufräumt. Das Poster ist jetzt an der Kante angerissen weil es als Filter dienen musste und er lässt es zurück auf den Boden segeln. Glücklich sieht er Viola an, dann nimmt er das Bild vor sich. Ein altes Passfoto von Josephine. Sie hat dieses winzige Lächeln und entschlossene Augen. Blaze verliert sich kurz, dann zündet er den Dreher an und sieht auf. "Danke. Echt. Das war mir echt wichtig...." sagt er und verstaut den Ausweis und das Foto in seinem Geldbeutel.
Irgendwie beruhigt es Viola, dass Steph für die Poster verantwortlich ist. Blaze scheint tatsächlich kein Interesse an ihnen zu haben, so wie er sie behandelt.
"Sie sieht freundlich aus.", sagt Viola. Blaze scheint seine Mutter wirklich geliebt zu haben ... was er wohl nicht von Irving behaupten würde. "Ganz egal, was Lilly über Shane sagt, würde ich sie auch vermissen, wenn sie plötzlich nicht mehr da wäre."... Sie drängt das depressive Thema zur Seite. "Aber du bist es wert, so dass ich dir diesen Gefallen einfach tun musste."
Blaze raucht und das Gras beruhigt das, was eben beim Anblick des Fotos hochgekommen ist. Er schaut das Bild so gut wie nie an. Eben deswegen. Aber es beruhigt ihn, dass es in seinem Besitz ist. "Wenn ich jemals irgendwas für dich tun kann. Sags mir." meint er und das Gefühl von 'Du kannst doch eh nichts.' und 'Was willst du schon anbieten.' begleitet von der hallenden Stimme seines Vaters, lässt ihn nochmal stärk am Joint ziehen und dann die Luft anhalten.
"Ich werde es mir merken.", sagt Viola lächelnd. "Immerhin gibt es ja immer noch die Steinchenaufgabe. Aber im Moment habe ich keinen Gefallen, den ich einfordern müsste." Sie überlegt eine Weile. "Hast du Aidarias Phiole eigentlich noch?", fragt sie schließlich aus Neugier, "Oder ist sie auch unter den Sachen, die weggekommen sind, als dein Vater hier... 'aufgeräumt' hat?"
Er stösst die Luft und den Rauch wieder aus und das unten behalten betäubt ihn regelrecht sofort. Kopfschüttelnd nickt er gegen seine Kommode. "Nein die hab ich noch. Da drin."
Die Phiole war ein Geschenk und Viola hat nicht vor, sie zurück zu fordern. "Gut zu wissen.", sagt sie, "dann kann ich das wohl bei der nächsten Steinchenaufgabe berücksichtigen, so dass es nicht zu einfach werden wird- trotz Phiole." Sie grinst, wird dann aber wieder ernst, als ihr der Hausarrest einfällt. "Das heißt.. sobald dein Gefängnis gelockert wird."
Hoffentlich denkt Blaze jezt nicht, dass er sie zwingend nur für eine Steinchenaufgabe aufbewahren muss. "Was nicht heißen soll, dass du sie unbedingt dafür nutzen musst. Falls du sie vorher verbrauchst, sag einfach Bescheid.", versichert Viola. "Ich..." Sie unterbricht sich, als sie glaubt, im Flur Schritte zu hören. Doch es bleibt ruhig. Offenbar hat sie sich getäuscht.
"Ich werd' dann wieder.", sagt sie trotzdem, "nicht dass jetzt jemand reinkommt und die ganze Mühe wegen des Fotos umsonst war." Sie umarmt Blaze zum Abschied und flattert wieder davon. Lautlos in die mittlerweile dunkle Nacht.
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha , der auch die Rolle von Solomon übernommen hat)