Forum Discussion
Ripzha
2 years agoSeasoned Ace
Ort: Newcrest - Bei Blaze zu Hause
Charaktere: Blaze / Irving / Eve / Beth / Seymour
Geschichtsstrang: Thanksgiving
Blaze kommt von der Schule nach Hause. Er textet Chip zum wiederholten Mal, aber der ghostet ihn immernoch. Das ist so zum kotzen. Wegen dem bisschen Farbe ist er so eingeschnappt. Meine Fresse... Missgelaunt steckt er das Handy weg.
Überrascht bleibt Blaze stehen als sein Vater ihm vor der Haustür entgegen tritt.
„Endlich kommst du.“ sein Tonfall wirkt verärgert, ist aber der erste Satz seit langem. Seit der Strafe hat Irving sich wieder dazu entschieden den Sohn zu ignorieren.
„Aha, es gibt mich also wieder.“ entgegnet Blaze trocken.
„Hör auf mit dem Unsinn und zieh dich anständig an.“ Irving weisst auf die Tür.
Verwirrt sieht Blaze zu ihm auf, verzieht jedoch keine Mine. Was will er? „Wozu..?“
Das ärgert Irving sichtlich, „Wozu, wozu.. Jetzt mach, die Gäste kommen gleich, und ich will keinen verdammten Ton über irgendwelche wilden Kunstideen oder Krach hören den du Musik nennst. Du benimmst dich oder du kannst was erleben, das versichere ich dir.“ Wow. Was für eine Ansprache. Blaze wahrt sein Pokerface.
„Alter, was zum Fick läuft hier..?“ Irving macht einen wütenden Schritt auf Blaze zu und dieser tritt reflexartig zurück,
„Wie sprichst du eigentlich? Wenn ich noch ein Wort mit dieser unkultivierten Pseudo-Gangster-Assisprache von dir höre, setzts was! Geh rein, wasch dich, zieh dich um, Beth ist gleich fertig mit dem Essen und Delsyn muss gleich hier sein. Ich will dass du dich angemessen verhältst solange unser Gast hier ist. Du weisst wie das geht.“
Blaze ist nicht in Stimmung mit seinem Vater zu streiten. Vermutlich fängt er sich eine wenn ers tut. Aber warum soll er sich für Del ins Zeug legen? Moment mal…
„Hast du verstanden was ich gesagt habe?“ Irving blickt den Sohn erwartungsvoll und ernst an.
„Sicher…“ gibt Blaze zurück und geht an ihm vorbei.
Im Haus erwartet ihn ein wunderbarer Duft. Das Essen riecht fantastisch. Eve und Beth sind in der Küche und unterhalten sich. Blaze geht nach oben, wirft seine Sachen ins Zimmer und geht duschen.
Dabei fällt ihm wieder ein was Del ihm erzählt hat.
„Wie ist Onkel Seymour so?“ fragt Eve aufgeregt, während sie Früchte kleinschneidet.
„Ich weiss nicht, Schatz. Ich kenne ihn noch nicht.“ entgegnet ihre Mutter. „Ich hörte er ist sehr erfolgreich in seinem Job und macht viel Geld.“
„So wie Irving?“
„Vielleicht.“ Beth lächelt, sie ist sehr gespannt auf Irvings Bruder und freut sich auf ein grosses Familien-Thanksgivingessen.
Noch so ein geiziger, alter, Bürofutzi der nur rumnörgelt. Da hat Blaze echt keine Lust drauf. Am liebsten würde er Viola einladen, einfach nur damit er das nicht allein durchstehen muss. Aber Irving hält natürlich nichts von ihr, wogegen Beth vielleicht sogar zusagen würde. Aber will er Viola das wirklich antun? Besser nicht. Er zieht sich an und kombiniert sein Outfit mit Stephs Glückscap.
Blaze geht nach unten in die Küche und wird aufgefordert den Tisch zu decken. Wenig später klingelt es und er geht zur Tür.
„Del.“ grüsst er den Halbbruder und tritt hinaus. Blaze schliesst die Tür und lässt sich von Delsyn umarmen.
„Na Grosser. Bereit für ein wenige Familienspass?“
Blaze‘ Mine wirkt genervt, „Total..“
„Ach komm, nichts kommt schlimmer als erwartet.“ Del zwinkert. Blaze betrachtet ihn. Irgendwie kommt es ihm so vor als wäre etwas anders. Fehlt etwas? Hat er eine neue Frisur? Blaze kommt nicht drauf.
„Aber rausgeputzt hast dich.“ bemerkt Del.
„Zwangsläufig.“ entgegnet Blaze, zündet sich eine Kippe an und der Bruder lacht.
„Ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm.“ sagt Blaze.
„Ist denn Dads Bruder auch schon da?“ grinst Del und Blaze verneint.
„Na komm, ich will Hallo sagen.“ Blaze nickt, zieht nochmal gierig an der Kippe bevor er sie weg wirft und folgt Del ins Haus.
Eve bemerkt sie und läuft auf Del zu. Kurz vor ihm macht sie eine Vollbremsung, streckt ihm die linke Hand hin und hält die drei mittleren Finger in die Luft. „Gut Pfad!“ sagt sie ernst.
Del gibt ihr grinsend die Linke und Blaze wundert sich ein wenig darüber. Er schaut zu wie Del Eve anschliessend umarmt und knuddelt.
Sie lacht vergnügt.
„Riecht richtig lecker hier.“ sagt er mit Blick auf ihre Kochschürze,
„Ich hab geholfen.“ sagt sie stolz und Blaze rollt mit den Augen. Wie zum Teufel hält Del das aus?
Irving kommt auf sie zu und begrüsst Del mit einer Umarmung. Blaze hat seinen Vater noch nie jemanden umarmen sehen. Ausser die Tussis die er immer hatte. Das kratzt an Blaze Unterbewusstsein.
Kurz darauf begrüsst Del Beth herzlich. Warum tut er so als ob sie zur Familie gehört…? Fragt Blaze sich. Die Erwachsenen stossen anschliessend an und unterhalten sich. Blaze langweilt sich jetzt schon. Er bekommt nichts ab vom Alkohol. Natürlich nicht….
Nach einer Weile blickt Irving leicht angespannt auf die Uhr. Sein Bruder ist immer noch nicht da und das scheint ihn zu stressen. Beth versucht ihn zu beruhigen.
Blaze amüsiert das ein wenig. Als dann die Türglocke klingelt, geht das Familienoberhaupt zur Tür.
„Zieh diese schmierige Mütze aus.“ fordert Irving auf dem Weg von seinem Sohn.
„Ne?“ gibt dieser zurück.
„Na los!“ Irving geht bedrohlich auf Blaze zu, so dass dieser Stephs Lieblingskappe schnell selbst abzieht bevor sein Vater sie sonst wo hin pfeffert. Irving starrt auf Blaze leicht verstrubbelte Frisur. Dieser hält der Mine stand.
„Was ist?“ fragt er provokativ. Unerwartet reibt Irving sich mit einer Hand über das Gesicht und die Augen und geht kommentarlos an Blaze vorbei. Der zieht das Cap wieder an. Ist er jetzt schon mit den Nerven am Ende?
Eve und Blaze sind neugierig und folgen ihm auf Abstand. Sie können jedoch nur sehen wie Irving jemandem die Hand reicht. Verdammt wer ist der Kerl?
„Denkst du er ist nett?“ fragt Eve aufgeregt.
Blaze blickt mit trockener Mine zur Tür, „Aber sicher..“ meint er sarkastisch.
„Du bist zu Spät.“ sagt Irving zum Neuankömmling.
„Ach Bruderherz, immer noch der selbe Spiesser, was?“ grinst Seymour.
„Du weisst es war nicht meine Idee.“ rechtfertigt sich Irving mürrisch.
„Och wir haben uns so lange nicht gesehen. Sei mal ein bisschen herzlich, grosser Bruder. Ich bin schon gespannt auf deine Familie.“
Irving wirkt nicht begeistert. „Richte kein Chaos an.“ meint er.
„Ich doch nicht!“ lacht Seymour und klopft Irving auf die Schulter bevor er ins Haus tritt. Der folgt ihm und geht schliesslich vor.
Auf dem Weg trifft Seymour zum ersten Mal auf Eve und Blaze.
„Sind das meine Nichten und Neffen?“ mit offenen Armen begrüsst er die Beiden und strahlt dabei ein eine Million Dollar Lächeln.
„Ich bin Eve.“ sagt das Mädchen bereits begeistert vom ersten Eindruck. Blaze ist... positiv überrascht.
Der Mann sieht gar nicht aus wie ein Bürohengst. Viel mehr wirkt er wie so ein Keanu Reeves verschnitt. Und als er genauer hinschaut, bemerkt er auch keine Krawatte und schicke Schuhe. Der Typ trägt ein T-Shirt unter dem Jackett und Turnschuhe. Was zum..? Er sieht jetzt Blaze an.
„Deinen Namen kenne ich. Lass mich denken…. Sullivan. Hach ja, die Namen in dieser Familie.“ Seymour lacht.
Hat Irving ihm von seinem Sohn erzählt?
„Ich heisse Blaze.“ sagt der Angesprochene.
„Ich verstehe!“ grinst der Onkel und erblickt hinter ihnen Beth.
Seymour reibt Blaze den Kopf im Vorbeigehen, „Coole Cap!“ sagt er und geht strahlend auf die Schönheit zu.
Blaze dreht sich um und sieht zu wie er Beth und Del kennen lernt. Das könnte interessant werden.
--------
„Es riecht wirklich fantastisch.“ lobt Seymour.
„Keine Mütze am Tisch.“ befielt Irving. Blaze sieht ihn an. Also doch lieber die Haare? Na gut. Blaze nimmt Stephs Cap ab und grinst seinen Vater an.
Dieser sagt nichts, dafür ergreift Beth das Wort. „Wir wollten euch heute gern etwas verkünden.“ beginnt sie, „Und euch auch alle einladen, denn Irving und ich werden heiraten.“ sie strahlt vor Glück.
Blaze hat sich schon gefragt wann das kommt. Sein Vater kriegt sie doch immer alle vor den Altar. Delsyn beglückwünscht die beiden und Eve klatscht aufgeregt als sie gefragt wurde ob sie das Blumenmädchen sein will. Soso, Beth wünscht also was im grossen Stil.
Blaze runzelt die Stirn. Bisher hat Irving immer im kleinen Kreis und nur Standesamtlich geheiratet. Blaze war zwar immer anwesend, jedoch zu Tode gelangweilt.
„Glückwunsch.“ meint Seymour und lächelt. Beth blickt hinüber zu Irving und sieht ihn auffordernd an.
Dieser räuspert sich. „Würdest du, als mein Bruder, mein Trauzeuge sein?“ fragt er und Blaze sieht ihm an wie zuwider ihm das ist.
Seymour fast sich überrascht an die Brust, „Moi?“ dann grinst er, dabei wirkt er eher wie jemand der sich lustig macht, „Wenn du darauf bestehst.“
„Danke.“ erwidert Irving knapp und sticht in sein Essen. Sonst hat immer irgend so ein Typ aus seinem Freundeskreis auf Trauzeuge macht. Hat Beth ihm da jetzt reingeredet?
„Sullivan.“ fährt Beth fort. Oh nein, bitte nicht… „Würdest du die Ringe tragen?“ Er rümpft die Nase. Das muss echt nicht sein.
Blaze sagt nichts bis Irving ihn ebenfalls mit Blicken durchbohrt.
„Hab ich eine Wahl?“
Daraufhin lacht Seymour und boxt ihm freundlich in die Schulter, „Der Junge gefällt mir.“
Blaze blinzelt verwirrt.
„Ach Sullivan. Bitte.“ Beth legt die Hände zusammen und sieht ihn mit grossen Augen an. Blaze blickt zu seinem Onkel und zu Del die wohl anwesend sein werden. Ist immerhin etwas.
„Na schön. Wann ist das?“ Wenn es sich mit seinen Army Plänen schneidet, wirds schwierig. „Wir dachten an.... Sie nennt ihm ein Datum was ihn die Brauen kurz heben lässt. Das ist noch in Planung.“
Blaze starrt sie weiter an, dann verschränkt er die Arme. „Also wenn ihr das an meinem Geburtstag durchziehen wollt, bitte. Aber dann könnt ihr mich knicken.“
„Du hast dann Geburtstag?“ fragt Beth ehrlich verwundert und blickt zu Irving der ihr ausweicht. Blaze wird seinen 18. sowas von feiern und das ganz sicher nicht mit seinem Vater an dessen unbedeutenden Hochzeit.
„Wir finden eine Lösung.“ bestimmt Beth und nickt sich selbst zu.
----------------------
Das Essen verläuft weiter ruhig bis das Gespräch auf Seymour stösst und er von sich erzählen soll.
„Nein ich bin nicht verheiratet, Gott bewahre.“ er lacht als wäre er einem mittelalterlichen Spießrutenlauf entgangen. Er erzählt von ein Paar Liebschaften und kommt schliesslich auf den Job den er ausführt. „Ich bin StartUp-Unternehmer.“ bei dem Wort kann Blaze fast hören wie Irvings Augen rollen.
„Was macht man da?“ fragt er.
„Wir entwickeln innovative Ideen und bringen sie gross raus. Ich bin der Typ mit den Beziehungen. Ein Business Angel. Man holt mich in der sogenannten Seed-Stage ins Boot wenns darum geht das Unternehmen mit Kontakten und Know-How zu unterstützen. Mein erstes Startup hab ich zusammen mit meinen Uni-Kumpels gegründet. Wir waren grad mal 25. Kennst du Simbook?“
Blaze Augen weiten sich, „Nicht dein ernst...!“
Seymour nickt. „Ich habe mitgearbeitet. Ich lerne ne menge Leute kennen die heute das A und O in meinem Job sind. Ich habe Anteile von einigen Unternehmen, man braucht nur ein gewisses Auge für Ideen die innerhalb von 5 Jahren durch die Decke gehen werden.“
Blaze staunt nur als Del fragt: „Ist das nicht sehr riskannt?“
„Ja schon. Man braucht ein Gespür dafür. Und mein Bauchgefühl liegt selten daneben.“ er legt beim 'Gespür' die Finger aufeinander und haucht die Worte fast.
Irving wirkt nicht erfreut, vor allem nicht als Blaze sich dem Onkel begeistert zuwendet und sagt: „Das ist cool. Kann man da einsteigen?“
Bevor er antworten kann, mischt der Vater sich ein, „Lern lieber was richtiges. Er vergisst zu erwähnen dass er nicht immer ein gutes ‚Bauchgefühl‘ hatte.“ Irving sieht Seymour trocken an, dieser tut das jedoch lässig ab.
„Ach Bruderherz, das ist doch Schnee von Vorgestern. Ich hab dir alles zurück gezahlt.“ an Blaze gewandt meint er, „Ich kann dir aktuell keinen Job anbieten, aber wenn du mal eine grossartige Idee hast, komm damit zu mir. Ich sag dir ob du damit Erfolg haben wirst.“
Ideen hat Blaze genug, nur Umsetzen ist das andere. Er nickt deshalb und behält sich das im Hinterkopf. Vielleicht muss er doch nochmal über ein Programmier-Studium nachdenken. Allerdings will er das nicht von seinem Vater in den Arsch geschoben bekommen. Wenn dann macht er das alleine.
Noch kann er sich entscheiden den Abschluss an der Brindleton zu machen, wobei er nicht ganz sicher ist ob er den noch schafft. Wenn er sich anstrengt, könnte er in einem halben Jahr gute Noten schreiben, aber ob es seinen Schnitt hoch genug anhebt ist fraglich.
Ohne gute Leistung müsste er sehr viel mehr Geld in eine Uni investieren. Sein Vater wird niemals dafür bezahlen, wie ihm beigebracht wird mit Computern umzugehen.
Weil er will, dass er was mit Geld macht, sich mit Aktien auskennt und am Ende Banker wird, wie er selbst. Nie im Leben. Blaze ist zwiegespalten und verwirft den Gedanken.
---------------------
"Ich hab euch eine Überraschung mitgebracht." sagt Seymour nach dem Nachtisch.
"Eine Überraschung!?" begeistert sich Eve, "Was ist es? Was ist es?"
Der Onkel lacht und legt die Serviette weg. "Wartet hier. " Er steht auf und geht nach draussen.
Blaze schaut ihm neugierig hinterher bis ihm Irvings Blick auffällt. Seit er Hausarrest hat, hat er nur noch diesen Blick für ihn übrig.
Dank Dels Anwesenheit, sagt er wohl aber nichts weiter.
Die Haustür geht auf und Seymour kommt zurück, begleitet von einem schweren mechanischen Geräusch. Alle am Tisch starren in den Gang wo der Mann in Begleitung wieder auftaucht.
"Darf ich vorstellen; das ist Aisha."
Die Augen der Familie werden grösser als ein funktionstüchtiger, menschenähnlicher Roboter vor ihnen auftaucht und etwas mechanisch die Hand hebt. "Mein. Name. Ist. A.I.S.H.A."
"Boaaahhhh..." entfährt es Blaze erstaunt und er steht auf. "Wie krass!" mit begeisterter Neugier betrachtet er den Roboter.
Seymour sieht Stolz zur Familie. "Aisha, sag ihnen was dein Name bedeutet."
Der Roboter antwortet mit einer weiblichen Stimme. "Sehr gern erkläre ich was mein Name Bedeutet. A.I.S.H.A steht für Artificial Intelligent Support and Help Assistant."
Irving sieht seinen Bruder skeptisch an und es behagt ihm scheinbar gar nicht, dass sein Sohn sich so dafür begeistert. Vielleicht liegt es auch daran, dass sein Bruder widererwartet unerwartet Dinge tut. Er war schon immer der Tüftler der Familie gewesen, hat sich mit IT beschäftig und wollte nie das selbe wie Irving. Es wundert diesen jetzt kaum, dass er einen Roboter in Gross anschleppt.
Seymour erklärt, "A.I.S.H.A. ist ein intelligenter Assistent, der Sims bei alltäglichen Aufgaben unterstützt. Egal, ob sie Hilfe beim Kochen, Putzen oder Einkaufen brauchen. Sie kann auch einfach Dinge reparieren oder sie analysieren."
Besorgt schaut Beth zu Irving und dann zu ihrem Gast, "Ist A.I.S.H.A. denn sicher? Ich meine, was... wenn es Amok läuft?"
Del hatte die selbe Frage auf der Zunge. Er kennt die Forschungen auf militärischer Basis und er ist alles andere als begeistert davon, intelligente Kampfmaschinen die eigenständig handeln zu entwickeln.
Blaze sieht das anders und auch Eve steht jetzt neben ihrem bald-Stiefbruder und beäugt den Roboter.
Seymour antwortet beruhigend, "Keine Sorge, Beth. Aisha ist vollständig sicher und hat keinerlei künstliche Aggressivität."
Voller Bewunderung geht Blaze um den Bot herum und betrachtet jedes Detail. "Hey Aisha, was kannst'n du sonst so?"
A.I.S.H.A. antwortet, "Ich kann verschiedene Aufgaben erledigen, einschließlich des Bestellens von Lebensmitteln, Reinigen des Hauses und sogar des Fahrens von Autos. Ich bin so programmiert, dass ich eine Vielzahl von Fähigkeiten habe, um den Bedürfnissen meiner Benutzer gerecht zu werden."
Eve ist beeindruckt und fragt, "Kannst du auch Geschichten erzählen?"
A.I.S.H.A. antwortet, "Selbstverständlich kann ich das. Ich kann dir eine Geschichte erzählen oder sogar eine Geschichte schreiben, wenn du möchtest."
In Blaze' Kopf eröffnen sich plötzlich tausende von Möglichkeiten. "Kannst du auch meine Mathehausaufgaben erledigen?" fragt er schelmisch. Der Bot antwortet sofort: "Selbstverständlich. Ich habe eine breite Palette an Fähigkeiten, darunter auch mathematische Berechnungen."
"Kommt nicht in Frage!" erhebt Irving die Stimme. "Du erledigst deine Hausaufgaben selbst. Dieses... "Ding" wird dir nicht die Arbeit abnehmen. Seymour, du nimmst es doch wieder mit, stimmts?"
Seymour lächelt leicht verlegen und sagt eher unglücklich: "Sicher, wenn es das ist, was du willst...."
Irving antwortet: "Ich bin kein Technikfeind, aber wir sollten nicht unsere Verantwortung an Maschinen delegieren. Wir müssen selbständig handeln.... und Verantwortung übernehmen." beim letzten Teil schaut er seinen Sohn scharf an.
Blaze rollt nur mit den Augen.
Eve hat genau so verstanden, dass Irving Aisha nicht hier haben will. Dabei würde sie gern ein paar Sachen ausprobieren. Nachdenklich legt die den Finger ans Kinn und betrachtet den Roboter der sich nicht weiter rührt, bis auf die blinkenden Lämpchen hinten am Kopf.
"Wir arbeiten zur Zeit daran, das Aussehen der Aisha-Reihe anzupassen. So das sie simlischer wirkt. Das Ziel ist, den Bot markttauglich zu machen, so das in naher Zukunft jeder eine bei sich aufnehmen kann um sich das Leben zu erleichtern."
"Ich weiss nicht was daran Erleichterung sein soll, wenn eine lebende Überwachungskamera in meinem Haus herum stapft." gibt Irving zurück. Er hat gewusst es ist ein Fehler seinen Bruder einzuladen.
"Aber Irving, denk doch mal nach wie viel einfacher das Leben wird. Sie kann all die nervtötenden Sachen übernehmen und du hast mehr Zeit für was auch immer du tun willst." Seymour lächelt überzeugt und Blaze muss nicken. Mehr Zeit kreativ zu sein, weniger lästige Hausarbeiten.
"Ich find das Teil geil." sagt er und mustert den Bot weiter. Er würde ihm echt gern ein paar Fragen stellen, aber nicht vor der ganzen Familie...
Mit verschränkten Armen schüttelt Irving den Kopf.
Seymour wagt einen weiteren überzeugungsversuch; "Ich verstehe deine Bedenken, aber denk doch mal an ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen, die Schwierigkeiten haben, alltägliche Aufgaben zu erledigen. Aisha könnte ihnen helfen, unabhängig zu bleiben und ein besseres Leben zu führen. Außerdem könnte sie in Notfällen wie einem Feuer oder einer medizinischen Krise helfen."
"Schön und Gut. Wir sind aber weder zu alt noch behindert." er wedelt mit der Hand, "Also kannst du es wieder mitnehmen."
"Kann ich nicht noch ein wenig mit ihr reden? Aisha erzähl uns eine Geschichte!" fordert Eve um die Stimmung zu lockern.
"Natürlich, gerne erzähle ich dir eine Geschichte.. Wie wäre es mit dieser:
Es war einmal ein kleines Mädchen namens Lilly, das lebte in einem winzigen Dorf am Rande des Waldes. Lilly war anders als die anderen Kinder in ihrem Dorf, denn sie hatte eine besondere Gabe. Sie konnte die Tiere im Wald verstehen und mit ihnen sprechen.
Eines Tages erzählte ihr ein kleines Eichhörnchen von einem geheimnisvollen Schatz, der tief im Wald vergraben war. Lilly war so neugierig und aufgeregt, dass sie beschloss, den Schatz zu finden. Mit Hilfe ihrer tierischen Freunde machte sie sich auf den Weg.
Die Suche war lang und beschwerlich, und Lilly musste viele Gefahren überwinden. Sie kämpfte gegen wilde Tiere und überwand reißende Flüsse, aber sie gab nicht auf. Schließlich erreichte sie eine Höhle, in der der Schatz versteckt sein sollte.
Doch als sie die Höhle betrat, fand sie dort keinen Schatz. Stattdessen fand sie einen alten Mann, der in einer Ecke saß und bitterlich weinte. Der Mann erzählte ihr von seinem Leben voller Fehler und Bedauern und dass er den Schatz nur erfunden hatte, um seine Einsamkeit zu vertreiben.
Lilly verstand den Mann und fühlte tiefes Mitgefühl für ihn. Sie beschloss, ihm zu helfen und begann, Zeit mit ihm zu verbringen. Mit der Zeit wurden sie gute Freunde und der Mann lernte, seine Vergangenheit zu akzeptieren und nach vorne zu schauen.
Obwohl Lilly den Schatz nicht fand, hatte sie etwas viel Wertvolleres gewonnen: Eine neue Freundschaft und das Wissen, dass manchmal das, was man wirklich braucht, direkt vor einem liegt.
Ende"
Während der Roboter die Geschichte herunter erzählt, beginnen Eves Augen immer mehr zu leuchten, während Beth immer besorgter wird. Sie möchte nicht das ihre Tochter sich so auf ein mechanisches Etwas fixiert. Ihre naturliebende Tochter....
Blaze hebt beeindruckt die Brauen, auch wenn die Story ein wenig... random klang, fragt er sich doch wie der Roboter das macht und seine vorherige Idee sich mit dem Programmieren auseinander zu setzen wird wieder entfacht. Er kann nicht ganz verstehen warum weder Irving noch Beth, noch Del(!) diese Innovation gut finden. Wenn es programmiert ist zu helfen, wo ist dann das Problem?
"Also ich hät gern son Bot." meint er, traut sich aber nicht zu fragen was er kosten würde.
Aisha wendet sich Blaze mit einem mechanischen Geräusch zu. "Ich bin momentan noch in der Entwicklungsphase und daher nicht käuflich zu erwerben. Aber ich bin sicher, dass es in Zukunft ähnliche Roboter geben wird, die auf dem Markt erhältlich sind."
Blaze lacht als der Bot ihm antwortet. Das ist einfach zu genial.
"Warum hast du das Ding mitgebracht?" fragt Irving, der sich ziemlich sicher ist, dass das nur Angeberei ist.
Seymour antwortet unbeirrt; "Ich wollte zeigen welchen Fortschritt wir gemacht haben."
"Sicher dass du nicht wieder Geld brauchst?" gibt Irving zurück.
Seymour schmunzelt. "Nein, nein, ich will kein Geld. Es sei denn du möchtest Investor werden." Der Mann zwinkert, "Die ersten Testphasen hat Aisha erfolgreich durchlaufen und sie ist jetzt bereit für die letzten Tests. Ich biete euch an sie eine Weile aufzunehmen."
Blaze ist ehrlich begeistert von der Gelassenheit seines Onkels. Vor allem Irving gegenüber.
"Geil! Ja! Lass sie hier." sagt er deshalb und auch um seinen Vater zu ärgern. Seine Mom hat definitiv den falschen Bruder geheiratet...
Eve schaut in das ausdruckslose Gesicht des Roboters. "Auja! Können wir sie behalten? Bitte! Bittee!"
Seymour wuschelt dem Mädchen durchs Haar.
"Auf gar keinen Fall. Wir sind nicht deine Versuchskaninchen.“ erwidert Irving streng. "Ich habe schon genug Maschinen in meinem Leben. Ich brauche keine weitere, die sich in mein Privatleben einmischt."
Seymour lacht. "Hast du angst Aisha spioniert deine Bankgeheimnisse aus? Davor musst du dich wirklich nicht fürchten, Bruder."
Der Mann scheint einfach auf alles eine Antwort zu haben. Und wenn nicht er, dann der Bot. Das kriegt sogar seinen Vater Mundtot, was Blaze ziemlich gut gefällt.
"Ein paar Tage. Kann doch nicht schaden." versucht Blaze dem Onkel zu helfen, doch Irving schüttelt den Kopf. "Du hast sowieso nichts zu melden, mein Freund." Der Blick des Vaters wendet sich zu Seymour und dem Bot. "Ich habe mich entschieden."
"Na gut..." gibt Seymour enttäuscht nach und lässt ein wenig die Schultern sinken.
"Mom!" ruft Eve entsetzt. Sie verliert gleich eine potentielle Freundin.
Beth sieht sie entschuldigend an."Ich denke, es ist besser, wenn wir uns nicht zu sehr von der Technologie abhängig machen."
Blaze lacht laut auf. "Sagt die mit den Solar-Rollos." Sein Spot wird augenblicklich bestraft in dem Irving wütend aufsteht. Der Stuhl rutscht geräuschvoll zurück.
"Sullivan!" Blaze verstummt und Irving erhebt die Stimme weiter, "Es reicht jetzt mit diesem respektlosen Verhalten deiner Familie gegenüber! Auf dein Zimmer."
"Irving, das muss nicht..." Beth versucht ihren Mann abzuhalten doch er lässt sie nicht.
"Sie is nich meine Familie." erwieder Blaze was Irvings Kragen zum platzen bringt. Seine Hand fährt durch die Luft, der Finger zeigt in den Flur.
"Verschwinde!"
Delsyn und Blaze wechseln einen Blick, Del besorgt, Blaze wütend, als ob er sagen wolle; siehst du jetzt was ich meine!? Dann wirft Blaze Seymour einen Blick zu und verschwindet die Treppe hinauf.
Unangenehmes schweigen breitet sich aus, während sich alle ausser Irving fragen ob das jetzt nötig war.
Der Hausherr setzt sich langsam wieder und Seymour beginnt sich fehl am Platz zu fühlen. Er sieht seinem Bruder den Stress an.
"Aisha, geh zurück ins Auto."
"Sehr gern, Seymour." Der Bot dreht sich um und verlässt das Haus wie er gekommen war. Beth blickt besorgt zu Irving, dann zu Del der zwischen ihnen sitzt, bevor sie aufsteht und mit Eve zusammen nach oben geht. Sie wirft dem Gast einen entschuldigenden Blick zu bevor sie wie Blaze nach oben gehen.
Seymour sieht zu Irving der die Tischplatte anstarrt. Er zieht den Stuhl gegenüber zurück und setzt sich hin. Mit Del wechselt er einen kurzen Blick. Irving bemerkt, das er angestarrt wird und reibt sich gestresst die Schläfen. Alles läuft ausser Kontrolle mit dem Bengel und das überfordert ihn komplett. Je älter er wird, desto anstrengender.
Delsyn ist der erste der das Wort ergreift. "Dad." er legt dem Mann neben sich eine Hand auf die Schulter. "Warum ist die Beziehung zwischen dir und Sullivan so schwierig...?" Es ist das erste Mal, dass er es auf den Punkt bringt. Irving weicht normalerweise aus und wechselt das Thema und jetzt schüttelt er wie zu erwarten genau so den Kopf. Erneut blicken Seymour und der Neffe sich an. "Du kannst es aussprechen. Dafür ist die Familie da." versucht Del es weiter.
Irving atmet Resigniert aus, ehe er sich aufsetzt. Er sieht seinem sterbenden Sohn in die Augen, dann seinem Bruder, bevor er wieder seinen Teller fixiert. "Ich werde... nicht schlau aus dem Jungen. Er hat verdammt noch mal alles bekommen. Essen, Kleidung, Schule, er war gut in der Schule! Und dann! Zack, Pubertät und alles war anders. Von heute auf morgen."
Del und Seymour hören aufmerksam zu ohne den Mann zu unterbrechen.
"Plötzlich hat er diese wilden Ideen. Ärgert Schüler und Lehrer. Spielt streiche, beschädigt Schuleigentum! Und egal was ich mache, es wird nur immer noch schlimmer. Jedes Mal wenn ich denke, was verantwortungsloseres kann er sich nicht ausdenken, übertrifft er sich nochmal. Ich weiss nicht mehr weiter."
Schweigen. Seymour und Del schauen sich besorgt an, bevor Del den Mut aufbringt, eine weitere Frage zu stellen, "Hast du schon einmal versucht, mit ihm zu reden? Ihn zu verstehen?"
Es wird wieder Still und Del hat das Gefühl das falsche gesagt zu haben.
"Wenn ich ihn frage, was er sich dabei denkt, ist er ignorant und desinteressiert." Irving würde Del nicht anschnauzen. Zu sehr die Angst sich mit jemandem zu zerstreiten den er jederzeit nie wieder sehen könnte. Das hat er schon einmal durchgemacht und bereut es heute noch.
"Er will nicht zu Schule, will nicht lernen. Seine Noten sind grauenhaft und er wird den Abschluss nie schaffen. Wenn er noch ein Jahr wiederholen muss oder von der Schule fliegt ist seine Zukunft im Eimer. Er versteht nicht was das bedeutet."
"Bruder," setzt Seymour an, "ich kenne Sullivan erst seit heute. Er wirkt ziemlich gewieft und Interessenlos scheint er auch nicht. Ich bin mir sicher, wenn er an den richtigen Stellen gefördert wird, kann er Erfolg haben."
Irving schnaubt verächtlich, "Er wird auf der Strasse enden weil er ein mittelloser Künstler werden will, oder weil er die Leute mit seiner zu lauten Musik taub macht. Er stellt mich absichtlich wie einen versagenden Vater hin. Ich weiss nicht was ich ihm getan habe um das zu verdienen. Ich habe mit Lehrern gesprochen, Psychologen, ich habe ihn zur Therapie geschickt. Nichts hilft. Ich weiss einfach nicht mehr, was ich tun soll."
Del schweigt. Dafür richtet Seymour sich erneut an ihn, "Vielleicht musst du dich von dem Gedanken verabschieden, dass er deinen Vorstellungen entsprechen muss. Vielleicht musst du akzeptieren, dass er seinen eigenen Weg gehen wird und dass dieser Weg anders aussieht als der, den du dir für ihn vorgestellt hast."
"Ich soll ihn los ziehen und abstürzen lassen?" Das kommt nicht in frage. So oft er auch sagt, dass er den Jungen auf die Strasse setzt, so oft hat er es auch nicht ernst gemeint. Das waren Drohungen die ihn auf den rechten Weg führen sollten, aber das taten sie nicht.
Der Bengel ist davon überzeugt ohne irgendetwas überleben zu können und Irving ist oft versucht ihn das versuchen zu lassen und will zusehen wie er versagt damit er ihm sagen kann dass er - Irving - all die Jahre recht gehabt hat. Aber das tut er natürlich nicht. Er will das der Junge aufsteigt und seinen guten Namen nicht beschmutzt.
"Nein." entgegnet Seymour, "Sieh dir mich an. Hätte unser Vater mich gezwungen in die Businessschool zu gehen, so wie du, DANN wär ich auf der Strasse gelandet. Ja es war zwischenzeitlich etwas schwierig, aber DU hast mir geholfen und jetzt? Ist alles gut. Warum kannst du das bei Sullivan nicht?"
Irving schweigt. Del und Seymour können sehen wie es hinter der Stirn arbeitet. "Ich will nicht das er Strassenmusiker oder was weiss ich Sinnfreies wird. Punkt!"
"Aber vielleicht ist das genau das, was er braucht, um seinen Weg zu finden. Vielleicht muss er erst einmal seine eigenen Fehler machen, um zu lernen und zu wachsen."
"Er macht nichts anderes als Fehler. Und er lernt rein gar nichts daraus." Irving schüttelt den Kopf. Das Gespräch führt zu nichts. Warum hat er damit angefangen?
Del hingegen versteht worauf Seymour hinaus will und ist sich nicht sicher wie sie das seinem Vater verständlich machen können. "Ich glaube, was Seymour sagen will ist, dass du überrascht sein wirst, wenn Sullivan die Freiheit bekommt das zu tun was er tun möchte. Selbst wenn es eine Zeitlang bergab geht, wird er irgendwann von selbst erkennen worauf es ankommt. Und ich glaube nicht, dass er absichtlich versagen will."
Irving schweigt kopfschüttelnd und Del versteht langsam warum es für Blaze so schwer ist zu ihm durchzudringen.
Dabei hat Seymour eine Idee und richtet sich auf. "Hör zu Bruder, ich weiss du hasst meinen Job und findest es verrückt was ich tue, aber ich habe ein Angebot für dich und Sullivan. Aisha hat ihn beeindruckt. Wenn alle Stricke reissen, finde ich was, was er tun kann... wenn er es denn will. Aber..." Seymours Stimme wird ernst, "das funktioniert nur, wenn du mitmachst und ihn nicht einsperrst. Solang du ihn zu irgendwas zwingst, wird er sich absichtlich auflehnen... das zerstört den Charakter... Verstehst du das?"
Irving schüttelt unter Dels besorgter Mine immer heftiger den Kopf, "Nein, nein, nein, ihr versteht das nicht. Ich habe ihn alles tun lassen. Er hatte eine eigene Kreditkarte, er hatte keine Ausgangssperrzeit, er konnte tun und lassen was er wollte. Ich wollte nur dass er gute Noten schreibt. Mehr nicht. Und dann, wie ich schon sagte, von einem Tag auf den Anderen, begann er sich schlecht zu benehen. Er hatte diese Freunde die ihn beeinflusst haben. Ihr sprecht als wäre das alles meine Schuld. Weil ich ihn 'einsperre'? Nein, nein..." Irving steht jetzt auf,
"Nein meine Herren, ich habe ihn auf eine teure Kunstschule geschickte, damit er 'Künstler' werden kann oder was weiss ich, und er hat es geschafft nach nicht einmal einem Semester verwiesen zu werden. Ich habe ihm jede Freiheit gelassen und er hat sie mit Füssen getreten. Redet mir nicht ein, es wäre mein Fehler." böse schaut Irving in die Runde, dann lässt er Del und Seymour sitzen und geht in sein Arbeitszimmer.
"Und ich dachte, wir hatten ihn fast." scherzt der Onkel humorlos. Delsyn nickt. "Ich kenne die Familie noch nicht so lange. Ich bin wo anders aufgewachsen." Seymour blickt nachdenklich ins Leere. "Dito. Aber ich kenne Irving. Schwer zu beurteilen was das Richtige für ihn und Sullivan ist."
"Ich werde nochmal mit ihm reden." entgegnet Del.
"Mit Irving?"
"Nein, mit Blaze. Er hat vor die Schule zu schmeissen und zur Army zu gehen."
Seymour hebt überrascht die Brauen. "Wieso das?"
"Damit er ausziehen und Geld verdienen kann und weil er dort Essen und ein Dach über dem Kopf hat, bis er genug gespart hat. Ich schätze das hat damit zu tun, dass ich auch im Militär gearbeitet habe."
"Verstehe." Seymour nickt nachdenklich. Er hat so selten mit Irving zu tun. Das liegt zu 90% an Irving selbst und Seymour würde das ändern wenn sich die Chance ergibt. "Ja, okay. Rede mit ihm. Sag ihm, wenns ihn interessiert kann er sich bei mir melden. Ich habe ein wenig das Gefühl der Junge weiss gar nicht was für Möglichkeiten er hat."
Del nickt und blickt zum oberen Stockwerk, "Das Gefühl hab ich auch.."
Charaktere: Blaze / Irving / Eve / Beth / Seymour
Geschichtsstrang: Thanksgiving
Blaze kommt von der Schule nach Hause. Er textet Chip zum wiederholten Mal, aber der ghostet ihn immernoch. Das ist so zum kotzen. Wegen dem bisschen Farbe ist er so eingeschnappt. Meine Fresse... Missgelaunt steckt er das Handy weg.
Überrascht bleibt Blaze stehen als sein Vater ihm vor der Haustür entgegen tritt.
„Endlich kommst du.“ sein Tonfall wirkt verärgert, ist aber der erste Satz seit langem. Seit der Strafe hat Irving sich wieder dazu entschieden den Sohn zu ignorieren.
„Aha, es gibt mich also wieder.“ entgegnet Blaze trocken.
„Hör auf mit dem Unsinn und zieh dich anständig an.“ Irving weisst auf die Tür.
Verwirrt sieht Blaze zu ihm auf, verzieht jedoch keine Mine. Was will er? „Wozu..?“
Das ärgert Irving sichtlich, „Wozu, wozu.. Jetzt mach, die Gäste kommen gleich, und ich will keinen verdammten Ton über irgendwelche wilden Kunstideen oder Krach hören den du Musik nennst. Du benimmst dich oder du kannst was erleben, das versichere ich dir.“ Wow. Was für eine Ansprache. Blaze wahrt sein Pokerface.
„Alter, was zum Fick läuft hier..?“ Irving macht einen wütenden Schritt auf Blaze zu und dieser tritt reflexartig zurück,
„Wie sprichst du eigentlich? Wenn ich noch ein Wort mit dieser unkultivierten Pseudo-Gangster-Assisprache von dir höre, setzts was! Geh rein, wasch dich, zieh dich um, Beth ist gleich fertig mit dem Essen und Delsyn muss gleich hier sein. Ich will dass du dich angemessen verhältst solange unser Gast hier ist. Du weisst wie das geht.“
Blaze ist nicht in Stimmung mit seinem Vater zu streiten. Vermutlich fängt er sich eine wenn ers tut. Aber warum soll er sich für Del ins Zeug legen? Moment mal…
„Hast du verstanden was ich gesagt habe?“ Irving blickt den Sohn erwartungsvoll und ernst an.
„Sicher…“ gibt Blaze zurück und geht an ihm vorbei.
Im Haus erwartet ihn ein wunderbarer Duft. Das Essen riecht fantastisch. Eve und Beth sind in der Küche und unterhalten sich. Blaze geht nach oben, wirft seine Sachen ins Zimmer und geht duschen.
Dabei fällt ihm wieder ein was Del ihm erzählt hat.
„Wie ist Onkel Seymour so?“ fragt Eve aufgeregt, während sie Früchte kleinschneidet.
„Ich weiss nicht, Schatz. Ich kenne ihn noch nicht.“ entgegnet ihre Mutter. „Ich hörte er ist sehr erfolgreich in seinem Job und macht viel Geld.“
„So wie Irving?“
„Vielleicht.“ Beth lächelt, sie ist sehr gespannt auf Irvings Bruder und freut sich auf ein grosses Familien-Thanksgivingessen.
Noch so ein geiziger, alter, Bürofutzi der nur rumnörgelt. Da hat Blaze echt keine Lust drauf. Am liebsten würde er Viola einladen, einfach nur damit er das nicht allein durchstehen muss. Aber Irving hält natürlich nichts von ihr, wogegen Beth vielleicht sogar zusagen würde. Aber will er Viola das wirklich antun? Besser nicht. Er zieht sich an und kombiniert sein Outfit mit Stephs Glückscap.
Blaze geht nach unten in die Küche und wird aufgefordert den Tisch zu decken. Wenig später klingelt es und er geht zur Tür.
„Del.“ grüsst er den Halbbruder und tritt hinaus. Blaze schliesst die Tür und lässt sich von Delsyn umarmen.
„Na Grosser. Bereit für ein wenige Familienspass?“
Blaze‘ Mine wirkt genervt, „Total..“
„Ach komm, nichts kommt schlimmer als erwartet.“ Del zwinkert. Blaze betrachtet ihn. Irgendwie kommt es ihm so vor als wäre etwas anders. Fehlt etwas? Hat er eine neue Frisur? Blaze kommt nicht drauf.
„Aber rausgeputzt hast dich.“ bemerkt Del.
„Zwangsläufig.“ entgegnet Blaze, zündet sich eine Kippe an und der Bruder lacht.
„Ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm.“ sagt Blaze.
„Ist denn Dads Bruder auch schon da?“ grinst Del und Blaze verneint.
„Na komm, ich will Hallo sagen.“ Blaze nickt, zieht nochmal gierig an der Kippe bevor er sie weg wirft und folgt Del ins Haus.
Eve bemerkt sie und läuft auf Del zu. Kurz vor ihm macht sie eine Vollbremsung, streckt ihm die linke Hand hin und hält die drei mittleren Finger in die Luft. „Gut Pfad!“ sagt sie ernst.
Del gibt ihr grinsend die Linke und Blaze wundert sich ein wenig darüber. Er schaut zu wie Del Eve anschliessend umarmt und knuddelt.
Sie lacht vergnügt.
„Riecht richtig lecker hier.“ sagt er mit Blick auf ihre Kochschürze,
„Ich hab geholfen.“ sagt sie stolz und Blaze rollt mit den Augen. Wie zum Teufel hält Del das aus?
Irving kommt auf sie zu und begrüsst Del mit einer Umarmung. Blaze hat seinen Vater noch nie jemanden umarmen sehen. Ausser die Tussis die er immer hatte. Das kratzt an Blaze Unterbewusstsein.
Kurz darauf begrüsst Del Beth herzlich. Warum tut er so als ob sie zur Familie gehört…? Fragt Blaze sich. Die Erwachsenen stossen anschliessend an und unterhalten sich. Blaze langweilt sich jetzt schon. Er bekommt nichts ab vom Alkohol. Natürlich nicht….
Nach einer Weile blickt Irving leicht angespannt auf die Uhr. Sein Bruder ist immer noch nicht da und das scheint ihn zu stressen. Beth versucht ihn zu beruhigen.
Blaze amüsiert das ein wenig. Als dann die Türglocke klingelt, geht das Familienoberhaupt zur Tür.
„Zieh diese schmierige Mütze aus.“ fordert Irving auf dem Weg von seinem Sohn.
„Ne?“ gibt dieser zurück.
„Na los!“ Irving geht bedrohlich auf Blaze zu, so dass dieser Stephs Lieblingskappe schnell selbst abzieht bevor sein Vater sie sonst wo hin pfeffert. Irving starrt auf Blaze leicht verstrubbelte Frisur. Dieser hält der Mine stand.
„Was ist?“ fragt er provokativ. Unerwartet reibt Irving sich mit einer Hand über das Gesicht und die Augen und geht kommentarlos an Blaze vorbei. Der zieht das Cap wieder an. Ist er jetzt schon mit den Nerven am Ende?
Eve und Blaze sind neugierig und folgen ihm auf Abstand. Sie können jedoch nur sehen wie Irving jemandem die Hand reicht. Verdammt wer ist der Kerl?
„Denkst du er ist nett?“ fragt Eve aufgeregt.
Blaze blickt mit trockener Mine zur Tür, „Aber sicher..“ meint er sarkastisch.
„Du bist zu Spät.“ sagt Irving zum Neuankömmling.
„Ach Bruderherz, immer noch der selbe Spiesser, was?“ grinst Seymour.
„Du weisst es war nicht meine Idee.“ rechtfertigt sich Irving mürrisch.
„Och wir haben uns so lange nicht gesehen. Sei mal ein bisschen herzlich, grosser Bruder. Ich bin schon gespannt auf deine Familie.“
Irving wirkt nicht begeistert. „Richte kein Chaos an.“ meint er.
„Ich doch nicht!“ lacht Seymour und klopft Irving auf die Schulter bevor er ins Haus tritt. Der folgt ihm und geht schliesslich vor.
Auf dem Weg trifft Seymour zum ersten Mal auf Eve und Blaze.
„Sind das meine Nichten und Neffen?“ mit offenen Armen begrüsst er die Beiden und strahlt dabei ein eine Million Dollar Lächeln.
„Ich bin Eve.“ sagt das Mädchen bereits begeistert vom ersten Eindruck. Blaze ist... positiv überrascht.
Der Mann sieht gar nicht aus wie ein Bürohengst. Viel mehr wirkt er wie so ein Keanu Reeves verschnitt. Und als er genauer hinschaut, bemerkt er auch keine Krawatte und schicke Schuhe. Der Typ trägt ein T-Shirt unter dem Jackett und Turnschuhe. Was zum..? Er sieht jetzt Blaze an.
„Deinen Namen kenne ich. Lass mich denken…. Sullivan. Hach ja, die Namen in dieser Familie.“ Seymour lacht.
Hat Irving ihm von seinem Sohn erzählt?
„Ich heisse Blaze.“ sagt der Angesprochene.
„Ich verstehe!“ grinst der Onkel und erblickt hinter ihnen Beth.
Seymour reibt Blaze den Kopf im Vorbeigehen, „Coole Cap!“ sagt er und geht strahlend auf die Schönheit zu.
Blaze dreht sich um und sieht zu wie er Beth und Del kennen lernt. Das könnte interessant werden.
--------
„Es riecht wirklich fantastisch.“ lobt Seymour.
„Keine Mütze am Tisch.“ befielt Irving. Blaze sieht ihn an. Also doch lieber die Haare? Na gut. Blaze nimmt Stephs Cap ab und grinst seinen Vater an.
Dieser sagt nichts, dafür ergreift Beth das Wort. „Wir wollten euch heute gern etwas verkünden.“ beginnt sie, „Und euch auch alle einladen, denn Irving und ich werden heiraten.“ sie strahlt vor Glück.
Blaze hat sich schon gefragt wann das kommt. Sein Vater kriegt sie doch immer alle vor den Altar. Delsyn beglückwünscht die beiden und Eve klatscht aufgeregt als sie gefragt wurde ob sie das Blumenmädchen sein will. Soso, Beth wünscht also was im grossen Stil.
Blaze runzelt die Stirn. Bisher hat Irving immer im kleinen Kreis und nur Standesamtlich geheiratet. Blaze war zwar immer anwesend, jedoch zu Tode gelangweilt.
„Glückwunsch.“ meint Seymour und lächelt. Beth blickt hinüber zu Irving und sieht ihn auffordernd an.
Dieser räuspert sich. „Würdest du, als mein Bruder, mein Trauzeuge sein?“ fragt er und Blaze sieht ihm an wie zuwider ihm das ist.
Seymour fast sich überrascht an die Brust, „Moi?“ dann grinst er, dabei wirkt er eher wie jemand der sich lustig macht, „Wenn du darauf bestehst.“
„Danke.“ erwidert Irving knapp und sticht in sein Essen. Sonst hat immer irgend so ein Typ aus seinem Freundeskreis auf Trauzeuge macht. Hat Beth ihm da jetzt reingeredet?
„Sullivan.“ fährt Beth fort. Oh nein, bitte nicht… „Würdest du die Ringe tragen?“ Er rümpft die Nase. Das muss echt nicht sein.
Blaze sagt nichts bis Irving ihn ebenfalls mit Blicken durchbohrt.
„Hab ich eine Wahl?“
Daraufhin lacht Seymour und boxt ihm freundlich in die Schulter, „Der Junge gefällt mir.“
Blaze blinzelt verwirrt.
„Ach Sullivan. Bitte.“ Beth legt die Hände zusammen und sieht ihn mit grossen Augen an. Blaze blickt zu seinem Onkel und zu Del die wohl anwesend sein werden. Ist immerhin etwas.
„Na schön. Wann ist das?“ Wenn es sich mit seinen Army Plänen schneidet, wirds schwierig. „Wir dachten an.... Sie nennt ihm ein Datum was ihn die Brauen kurz heben lässt. Das ist noch in Planung.“
Blaze starrt sie weiter an, dann verschränkt er die Arme. „Also wenn ihr das an meinem Geburtstag durchziehen wollt, bitte. Aber dann könnt ihr mich knicken.“
„Du hast dann Geburtstag?“ fragt Beth ehrlich verwundert und blickt zu Irving der ihr ausweicht. Blaze wird seinen 18. sowas von feiern und das ganz sicher nicht mit seinem Vater an dessen unbedeutenden Hochzeit.
„Wir finden eine Lösung.“ bestimmt Beth und nickt sich selbst zu.
----------------------
Das Essen verläuft weiter ruhig bis das Gespräch auf Seymour stösst und er von sich erzählen soll.
„Nein ich bin nicht verheiratet, Gott bewahre.“ er lacht als wäre er einem mittelalterlichen Spießrutenlauf entgangen. Er erzählt von ein Paar Liebschaften und kommt schliesslich auf den Job den er ausführt. „Ich bin StartUp-Unternehmer.“ bei dem Wort kann Blaze fast hören wie Irvings Augen rollen.
„Was macht man da?“ fragt er.
„Wir entwickeln innovative Ideen und bringen sie gross raus. Ich bin der Typ mit den Beziehungen. Ein Business Angel. Man holt mich in der sogenannten Seed-Stage ins Boot wenns darum geht das Unternehmen mit Kontakten und Know-How zu unterstützen. Mein erstes Startup hab ich zusammen mit meinen Uni-Kumpels gegründet. Wir waren grad mal 25. Kennst du Simbook?“
Blaze Augen weiten sich, „Nicht dein ernst...!“
Seymour nickt. „Ich habe mitgearbeitet. Ich lerne ne menge Leute kennen die heute das A und O in meinem Job sind. Ich habe Anteile von einigen Unternehmen, man braucht nur ein gewisses Auge für Ideen die innerhalb von 5 Jahren durch die Decke gehen werden.“
Blaze staunt nur als Del fragt: „Ist das nicht sehr riskannt?“
„Ja schon. Man braucht ein Gespür dafür. Und mein Bauchgefühl liegt selten daneben.“ er legt beim 'Gespür' die Finger aufeinander und haucht die Worte fast.
Irving wirkt nicht erfreut, vor allem nicht als Blaze sich dem Onkel begeistert zuwendet und sagt: „Das ist cool. Kann man da einsteigen?“
Bevor er antworten kann, mischt der Vater sich ein, „Lern lieber was richtiges. Er vergisst zu erwähnen dass er nicht immer ein gutes ‚Bauchgefühl‘ hatte.“ Irving sieht Seymour trocken an, dieser tut das jedoch lässig ab.
„Ach Bruderherz, das ist doch Schnee von Vorgestern. Ich hab dir alles zurück gezahlt.“ an Blaze gewandt meint er, „Ich kann dir aktuell keinen Job anbieten, aber wenn du mal eine grossartige Idee hast, komm damit zu mir. Ich sag dir ob du damit Erfolg haben wirst.“
Ideen hat Blaze genug, nur Umsetzen ist das andere. Er nickt deshalb und behält sich das im Hinterkopf. Vielleicht muss er doch nochmal über ein Programmier-Studium nachdenken. Allerdings will er das nicht von seinem Vater in den Arsch geschoben bekommen. Wenn dann macht er das alleine.
Noch kann er sich entscheiden den Abschluss an der Brindleton zu machen, wobei er nicht ganz sicher ist ob er den noch schafft. Wenn er sich anstrengt, könnte er in einem halben Jahr gute Noten schreiben, aber ob es seinen Schnitt hoch genug anhebt ist fraglich.
Ohne gute Leistung müsste er sehr viel mehr Geld in eine Uni investieren. Sein Vater wird niemals dafür bezahlen, wie ihm beigebracht wird mit Computern umzugehen.
Weil er will, dass er was mit Geld macht, sich mit Aktien auskennt und am Ende Banker wird, wie er selbst. Nie im Leben. Blaze ist zwiegespalten und verwirft den Gedanken.
---------------------
"Ich hab euch eine Überraschung mitgebracht." sagt Seymour nach dem Nachtisch.
"Eine Überraschung!?" begeistert sich Eve, "Was ist es? Was ist es?"
Der Onkel lacht und legt die Serviette weg. "Wartet hier. " Er steht auf und geht nach draussen.
Blaze schaut ihm neugierig hinterher bis ihm Irvings Blick auffällt. Seit er Hausarrest hat, hat er nur noch diesen Blick für ihn übrig.
Dank Dels Anwesenheit, sagt er wohl aber nichts weiter.
Die Haustür geht auf und Seymour kommt zurück, begleitet von einem schweren mechanischen Geräusch. Alle am Tisch starren in den Gang wo der Mann in Begleitung wieder auftaucht.
"Darf ich vorstellen; das ist Aisha."
Die Augen der Familie werden grösser als ein funktionstüchtiger, menschenähnlicher Roboter vor ihnen auftaucht und etwas mechanisch die Hand hebt. "Mein. Name. Ist. A.I.S.H.A."
"Boaaahhhh..." entfährt es Blaze erstaunt und er steht auf. "Wie krass!" mit begeisterter Neugier betrachtet er den Roboter.
Seymour sieht Stolz zur Familie. "Aisha, sag ihnen was dein Name bedeutet."
Der Roboter antwortet mit einer weiblichen Stimme. "Sehr gern erkläre ich was mein Name Bedeutet. A.I.S.H.A steht für Artificial Intelligent Support and Help Assistant."
Irving sieht seinen Bruder skeptisch an und es behagt ihm scheinbar gar nicht, dass sein Sohn sich so dafür begeistert. Vielleicht liegt es auch daran, dass sein Bruder widererwartet unerwartet Dinge tut. Er war schon immer der Tüftler der Familie gewesen, hat sich mit IT beschäftig und wollte nie das selbe wie Irving. Es wundert diesen jetzt kaum, dass er einen Roboter in Gross anschleppt.
Seymour erklärt, "A.I.S.H.A. ist ein intelligenter Assistent, der Sims bei alltäglichen Aufgaben unterstützt. Egal, ob sie Hilfe beim Kochen, Putzen oder Einkaufen brauchen. Sie kann auch einfach Dinge reparieren oder sie analysieren."
Besorgt schaut Beth zu Irving und dann zu ihrem Gast, "Ist A.I.S.H.A. denn sicher? Ich meine, was... wenn es Amok läuft?"
Del hatte die selbe Frage auf der Zunge. Er kennt die Forschungen auf militärischer Basis und er ist alles andere als begeistert davon, intelligente Kampfmaschinen die eigenständig handeln zu entwickeln.
Blaze sieht das anders und auch Eve steht jetzt neben ihrem bald-Stiefbruder und beäugt den Roboter.
Seymour antwortet beruhigend, "Keine Sorge, Beth. Aisha ist vollständig sicher und hat keinerlei künstliche Aggressivität."
Voller Bewunderung geht Blaze um den Bot herum und betrachtet jedes Detail. "Hey Aisha, was kannst'n du sonst so?"
A.I.S.H.A. antwortet, "Ich kann verschiedene Aufgaben erledigen, einschließlich des Bestellens von Lebensmitteln, Reinigen des Hauses und sogar des Fahrens von Autos. Ich bin so programmiert, dass ich eine Vielzahl von Fähigkeiten habe, um den Bedürfnissen meiner Benutzer gerecht zu werden."
Eve ist beeindruckt und fragt, "Kannst du auch Geschichten erzählen?"
A.I.S.H.A. antwortet, "Selbstverständlich kann ich das. Ich kann dir eine Geschichte erzählen oder sogar eine Geschichte schreiben, wenn du möchtest."
In Blaze' Kopf eröffnen sich plötzlich tausende von Möglichkeiten. "Kannst du auch meine Mathehausaufgaben erledigen?" fragt er schelmisch. Der Bot antwortet sofort: "Selbstverständlich. Ich habe eine breite Palette an Fähigkeiten, darunter auch mathematische Berechnungen."
"Kommt nicht in Frage!" erhebt Irving die Stimme. "Du erledigst deine Hausaufgaben selbst. Dieses... "Ding" wird dir nicht die Arbeit abnehmen. Seymour, du nimmst es doch wieder mit, stimmts?"
Seymour lächelt leicht verlegen und sagt eher unglücklich: "Sicher, wenn es das ist, was du willst...."
Irving antwortet: "Ich bin kein Technikfeind, aber wir sollten nicht unsere Verantwortung an Maschinen delegieren. Wir müssen selbständig handeln.... und Verantwortung übernehmen." beim letzten Teil schaut er seinen Sohn scharf an.
Blaze rollt nur mit den Augen.
Eve hat genau so verstanden, dass Irving Aisha nicht hier haben will. Dabei würde sie gern ein paar Sachen ausprobieren. Nachdenklich legt die den Finger ans Kinn und betrachtet den Roboter der sich nicht weiter rührt, bis auf die blinkenden Lämpchen hinten am Kopf.
"Wir arbeiten zur Zeit daran, das Aussehen der Aisha-Reihe anzupassen. So das sie simlischer wirkt. Das Ziel ist, den Bot markttauglich zu machen, so das in naher Zukunft jeder eine bei sich aufnehmen kann um sich das Leben zu erleichtern."
"Ich weiss nicht was daran Erleichterung sein soll, wenn eine lebende Überwachungskamera in meinem Haus herum stapft." gibt Irving zurück. Er hat gewusst es ist ein Fehler seinen Bruder einzuladen.
"Aber Irving, denk doch mal nach wie viel einfacher das Leben wird. Sie kann all die nervtötenden Sachen übernehmen und du hast mehr Zeit für was auch immer du tun willst." Seymour lächelt überzeugt und Blaze muss nicken. Mehr Zeit kreativ zu sein, weniger lästige Hausarbeiten.
"Ich find das Teil geil." sagt er und mustert den Bot weiter. Er würde ihm echt gern ein paar Fragen stellen, aber nicht vor der ganzen Familie...
Mit verschränkten Armen schüttelt Irving den Kopf.
Seymour wagt einen weiteren überzeugungsversuch; "Ich verstehe deine Bedenken, aber denk doch mal an ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen, die Schwierigkeiten haben, alltägliche Aufgaben zu erledigen. Aisha könnte ihnen helfen, unabhängig zu bleiben und ein besseres Leben zu führen. Außerdem könnte sie in Notfällen wie einem Feuer oder einer medizinischen Krise helfen."
"Schön und Gut. Wir sind aber weder zu alt noch behindert." er wedelt mit der Hand, "Also kannst du es wieder mitnehmen."
"Kann ich nicht noch ein wenig mit ihr reden? Aisha erzähl uns eine Geschichte!" fordert Eve um die Stimmung zu lockern.
"Natürlich, gerne erzähle ich dir eine Geschichte.. Wie wäre es mit dieser:
Es war einmal ein kleines Mädchen namens Lilly, das lebte in einem winzigen Dorf am Rande des Waldes. Lilly war anders als die anderen Kinder in ihrem Dorf, denn sie hatte eine besondere Gabe. Sie konnte die Tiere im Wald verstehen und mit ihnen sprechen.
Eines Tages erzählte ihr ein kleines Eichhörnchen von einem geheimnisvollen Schatz, der tief im Wald vergraben war. Lilly war so neugierig und aufgeregt, dass sie beschloss, den Schatz zu finden. Mit Hilfe ihrer tierischen Freunde machte sie sich auf den Weg.
Die Suche war lang und beschwerlich, und Lilly musste viele Gefahren überwinden. Sie kämpfte gegen wilde Tiere und überwand reißende Flüsse, aber sie gab nicht auf. Schließlich erreichte sie eine Höhle, in der der Schatz versteckt sein sollte.
Doch als sie die Höhle betrat, fand sie dort keinen Schatz. Stattdessen fand sie einen alten Mann, der in einer Ecke saß und bitterlich weinte. Der Mann erzählte ihr von seinem Leben voller Fehler und Bedauern und dass er den Schatz nur erfunden hatte, um seine Einsamkeit zu vertreiben.
Lilly verstand den Mann und fühlte tiefes Mitgefühl für ihn. Sie beschloss, ihm zu helfen und begann, Zeit mit ihm zu verbringen. Mit der Zeit wurden sie gute Freunde und der Mann lernte, seine Vergangenheit zu akzeptieren und nach vorne zu schauen.
Obwohl Lilly den Schatz nicht fand, hatte sie etwas viel Wertvolleres gewonnen: Eine neue Freundschaft und das Wissen, dass manchmal das, was man wirklich braucht, direkt vor einem liegt.
Ende"
Während der Roboter die Geschichte herunter erzählt, beginnen Eves Augen immer mehr zu leuchten, während Beth immer besorgter wird. Sie möchte nicht das ihre Tochter sich so auf ein mechanisches Etwas fixiert. Ihre naturliebende Tochter....
Blaze hebt beeindruckt die Brauen, auch wenn die Story ein wenig... random klang, fragt er sich doch wie der Roboter das macht und seine vorherige Idee sich mit dem Programmieren auseinander zu setzen wird wieder entfacht. Er kann nicht ganz verstehen warum weder Irving noch Beth, noch Del(!) diese Innovation gut finden. Wenn es programmiert ist zu helfen, wo ist dann das Problem?
"Also ich hät gern son Bot." meint er, traut sich aber nicht zu fragen was er kosten würde.
Aisha wendet sich Blaze mit einem mechanischen Geräusch zu. "Ich bin momentan noch in der Entwicklungsphase und daher nicht käuflich zu erwerben. Aber ich bin sicher, dass es in Zukunft ähnliche Roboter geben wird, die auf dem Markt erhältlich sind."
Blaze lacht als der Bot ihm antwortet. Das ist einfach zu genial.
"Warum hast du das Ding mitgebracht?" fragt Irving, der sich ziemlich sicher ist, dass das nur Angeberei ist.
Seymour antwortet unbeirrt; "Ich wollte zeigen welchen Fortschritt wir gemacht haben."
"Sicher dass du nicht wieder Geld brauchst?" gibt Irving zurück.
Seymour schmunzelt. "Nein, nein, ich will kein Geld. Es sei denn du möchtest Investor werden." Der Mann zwinkert, "Die ersten Testphasen hat Aisha erfolgreich durchlaufen und sie ist jetzt bereit für die letzten Tests. Ich biete euch an sie eine Weile aufzunehmen."
Blaze ist ehrlich begeistert von der Gelassenheit seines Onkels. Vor allem Irving gegenüber.
"Geil! Ja! Lass sie hier." sagt er deshalb und auch um seinen Vater zu ärgern. Seine Mom hat definitiv den falschen Bruder geheiratet...
Eve schaut in das ausdruckslose Gesicht des Roboters. "Auja! Können wir sie behalten? Bitte! Bittee!"
Seymour wuschelt dem Mädchen durchs Haar.
"Auf gar keinen Fall. Wir sind nicht deine Versuchskaninchen.“ erwidert Irving streng. "Ich habe schon genug Maschinen in meinem Leben. Ich brauche keine weitere, die sich in mein Privatleben einmischt."
Seymour lacht. "Hast du angst Aisha spioniert deine Bankgeheimnisse aus? Davor musst du dich wirklich nicht fürchten, Bruder."
Der Mann scheint einfach auf alles eine Antwort zu haben. Und wenn nicht er, dann der Bot. Das kriegt sogar seinen Vater Mundtot, was Blaze ziemlich gut gefällt.
"Ein paar Tage. Kann doch nicht schaden." versucht Blaze dem Onkel zu helfen, doch Irving schüttelt den Kopf. "Du hast sowieso nichts zu melden, mein Freund." Der Blick des Vaters wendet sich zu Seymour und dem Bot. "Ich habe mich entschieden."
"Na gut..." gibt Seymour enttäuscht nach und lässt ein wenig die Schultern sinken.
"Mom!" ruft Eve entsetzt. Sie verliert gleich eine potentielle Freundin.
Beth sieht sie entschuldigend an."Ich denke, es ist besser, wenn wir uns nicht zu sehr von der Technologie abhängig machen."
Blaze lacht laut auf. "Sagt die mit den Solar-Rollos." Sein Spot wird augenblicklich bestraft in dem Irving wütend aufsteht. Der Stuhl rutscht geräuschvoll zurück.
"Sullivan!" Blaze verstummt und Irving erhebt die Stimme weiter, "Es reicht jetzt mit diesem respektlosen Verhalten deiner Familie gegenüber! Auf dein Zimmer."
"Irving, das muss nicht..." Beth versucht ihren Mann abzuhalten doch er lässt sie nicht.
"Sie is nich meine Familie." erwieder Blaze was Irvings Kragen zum platzen bringt. Seine Hand fährt durch die Luft, der Finger zeigt in den Flur.
"Verschwinde!"
Delsyn und Blaze wechseln einen Blick, Del besorgt, Blaze wütend, als ob er sagen wolle; siehst du jetzt was ich meine!? Dann wirft Blaze Seymour einen Blick zu und verschwindet die Treppe hinauf.
Unangenehmes schweigen breitet sich aus, während sich alle ausser Irving fragen ob das jetzt nötig war.
Der Hausherr setzt sich langsam wieder und Seymour beginnt sich fehl am Platz zu fühlen. Er sieht seinem Bruder den Stress an.
"Aisha, geh zurück ins Auto."
"Sehr gern, Seymour." Der Bot dreht sich um und verlässt das Haus wie er gekommen war. Beth blickt besorgt zu Irving, dann zu Del der zwischen ihnen sitzt, bevor sie aufsteht und mit Eve zusammen nach oben geht. Sie wirft dem Gast einen entschuldigenden Blick zu bevor sie wie Blaze nach oben gehen.
Seymour sieht zu Irving der die Tischplatte anstarrt. Er zieht den Stuhl gegenüber zurück und setzt sich hin. Mit Del wechselt er einen kurzen Blick. Irving bemerkt, das er angestarrt wird und reibt sich gestresst die Schläfen. Alles läuft ausser Kontrolle mit dem Bengel und das überfordert ihn komplett. Je älter er wird, desto anstrengender.
Delsyn ist der erste der das Wort ergreift. "Dad." er legt dem Mann neben sich eine Hand auf die Schulter. "Warum ist die Beziehung zwischen dir und Sullivan so schwierig...?" Es ist das erste Mal, dass er es auf den Punkt bringt. Irving weicht normalerweise aus und wechselt das Thema und jetzt schüttelt er wie zu erwarten genau so den Kopf. Erneut blicken Seymour und der Neffe sich an. "Du kannst es aussprechen. Dafür ist die Familie da." versucht Del es weiter.
Irving atmet Resigniert aus, ehe er sich aufsetzt. Er sieht seinem sterbenden Sohn in die Augen, dann seinem Bruder, bevor er wieder seinen Teller fixiert. "Ich werde... nicht schlau aus dem Jungen. Er hat verdammt noch mal alles bekommen. Essen, Kleidung, Schule, er war gut in der Schule! Und dann! Zack, Pubertät und alles war anders. Von heute auf morgen."
Del und Seymour hören aufmerksam zu ohne den Mann zu unterbrechen.
"Plötzlich hat er diese wilden Ideen. Ärgert Schüler und Lehrer. Spielt streiche, beschädigt Schuleigentum! Und egal was ich mache, es wird nur immer noch schlimmer. Jedes Mal wenn ich denke, was verantwortungsloseres kann er sich nicht ausdenken, übertrifft er sich nochmal. Ich weiss nicht mehr weiter."
Schweigen. Seymour und Del schauen sich besorgt an, bevor Del den Mut aufbringt, eine weitere Frage zu stellen, "Hast du schon einmal versucht, mit ihm zu reden? Ihn zu verstehen?"
Es wird wieder Still und Del hat das Gefühl das falsche gesagt zu haben.
"Wenn ich ihn frage, was er sich dabei denkt, ist er ignorant und desinteressiert." Irving würde Del nicht anschnauzen. Zu sehr die Angst sich mit jemandem zu zerstreiten den er jederzeit nie wieder sehen könnte. Das hat er schon einmal durchgemacht und bereut es heute noch.
"Er will nicht zu Schule, will nicht lernen. Seine Noten sind grauenhaft und er wird den Abschluss nie schaffen. Wenn er noch ein Jahr wiederholen muss oder von der Schule fliegt ist seine Zukunft im Eimer. Er versteht nicht was das bedeutet."
"Bruder," setzt Seymour an, "ich kenne Sullivan erst seit heute. Er wirkt ziemlich gewieft und Interessenlos scheint er auch nicht. Ich bin mir sicher, wenn er an den richtigen Stellen gefördert wird, kann er Erfolg haben."
Irving schnaubt verächtlich, "Er wird auf der Strasse enden weil er ein mittelloser Künstler werden will, oder weil er die Leute mit seiner zu lauten Musik taub macht. Er stellt mich absichtlich wie einen versagenden Vater hin. Ich weiss nicht was ich ihm getan habe um das zu verdienen. Ich habe mit Lehrern gesprochen, Psychologen, ich habe ihn zur Therapie geschickt. Nichts hilft. Ich weiss einfach nicht mehr, was ich tun soll."
Del schweigt. Dafür richtet Seymour sich erneut an ihn, "Vielleicht musst du dich von dem Gedanken verabschieden, dass er deinen Vorstellungen entsprechen muss. Vielleicht musst du akzeptieren, dass er seinen eigenen Weg gehen wird und dass dieser Weg anders aussieht als der, den du dir für ihn vorgestellt hast."
"Ich soll ihn los ziehen und abstürzen lassen?" Das kommt nicht in frage. So oft er auch sagt, dass er den Jungen auf die Strasse setzt, so oft hat er es auch nicht ernst gemeint. Das waren Drohungen die ihn auf den rechten Weg führen sollten, aber das taten sie nicht.
Der Bengel ist davon überzeugt ohne irgendetwas überleben zu können und Irving ist oft versucht ihn das versuchen zu lassen und will zusehen wie er versagt damit er ihm sagen kann dass er - Irving - all die Jahre recht gehabt hat. Aber das tut er natürlich nicht. Er will das der Junge aufsteigt und seinen guten Namen nicht beschmutzt.
"Nein." entgegnet Seymour, "Sieh dir mich an. Hätte unser Vater mich gezwungen in die Businessschool zu gehen, so wie du, DANN wär ich auf der Strasse gelandet. Ja es war zwischenzeitlich etwas schwierig, aber DU hast mir geholfen und jetzt? Ist alles gut. Warum kannst du das bei Sullivan nicht?"
Irving schweigt. Del und Seymour können sehen wie es hinter der Stirn arbeitet. "Ich will nicht das er Strassenmusiker oder was weiss ich Sinnfreies wird. Punkt!"
"Aber vielleicht ist das genau das, was er braucht, um seinen Weg zu finden. Vielleicht muss er erst einmal seine eigenen Fehler machen, um zu lernen und zu wachsen."
"Er macht nichts anderes als Fehler. Und er lernt rein gar nichts daraus." Irving schüttelt den Kopf. Das Gespräch führt zu nichts. Warum hat er damit angefangen?
Del hingegen versteht worauf Seymour hinaus will und ist sich nicht sicher wie sie das seinem Vater verständlich machen können. "Ich glaube, was Seymour sagen will ist, dass du überrascht sein wirst, wenn Sullivan die Freiheit bekommt das zu tun was er tun möchte. Selbst wenn es eine Zeitlang bergab geht, wird er irgendwann von selbst erkennen worauf es ankommt. Und ich glaube nicht, dass er absichtlich versagen will."
Irving schweigt kopfschüttelnd und Del versteht langsam warum es für Blaze so schwer ist zu ihm durchzudringen.
Dabei hat Seymour eine Idee und richtet sich auf. "Hör zu Bruder, ich weiss du hasst meinen Job und findest es verrückt was ich tue, aber ich habe ein Angebot für dich und Sullivan. Aisha hat ihn beeindruckt. Wenn alle Stricke reissen, finde ich was, was er tun kann... wenn er es denn will. Aber..." Seymours Stimme wird ernst, "das funktioniert nur, wenn du mitmachst und ihn nicht einsperrst. Solang du ihn zu irgendwas zwingst, wird er sich absichtlich auflehnen... das zerstört den Charakter... Verstehst du das?"
Irving schüttelt unter Dels besorgter Mine immer heftiger den Kopf, "Nein, nein, nein, ihr versteht das nicht. Ich habe ihn alles tun lassen. Er hatte eine eigene Kreditkarte, er hatte keine Ausgangssperrzeit, er konnte tun und lassen was er wollte. Ich wollte nur dass er gute Noten schreibt. Mehr nicht. Und dann, wie ich schon sagte, von einem Tag auf den Anderen, begann er sich schlecht zu benehen. Er hatte diese Freunde die ihn beeinflusst haben. Ihr sprecht als wäre das alles meine Schuld. Weil ich ihn 'einsperre'? Nein, nein..." Irving steht jetzt auf,
"Nein meine Herren, ich habe ihn auf eine teure Kunstschule geschickte, damit er 'Künstler' werden kann oder was weiss ich, und er hat es geschafft nach nicht einmal einem Semester verwiesen zu werden. Ich habe ihm jede Freiheit gelassen und er hat sie mit Füssen getreten. Redet mir nicht ein, es wäre mein Fehler." böse schaut Irving in die Runde, dann lässt er Del und Seymour sitzen und geht in sein Arbeitszimmer.
"Und ich dachte, wir hatten ihn fast." scherzt der Onkel humorlos. Delsyn nickt. "Ich kenne die Familie noch nicht so lange. Ich bin wo anders aufgewachsen." Seymour blickt nachdenklich ins Leere. "Dito. Aber ich kenne Irving. Schwer zu beurteilen was das Richtige für ihn und Sullivan ist."
"Ich werde nochmal mit ihm reden." entgegnet Del.
"Mit Irving?"
"Nein, mit Blaze. Er hat vor die Schule zu schmeissen und zur Army zu gehen."
Seymour hebt überrascht die Brauen. "Wieso das?"
"Damit er ausziehen und Geld verdienen kann und weil er dort Essen und ein Dach über dem Kopf hat, bis er genug gespart hat. Ich schätze das hat damit zu tun, dass ich auch im Militär gearbeitet habe."
"Verstehe." Seymour nickt nachdenklich. Er hat so selten mit Irving zu tun. Das liegt zu 90% an Irving selbst und Seymour würde das ändern wenn sich die Chance ergibt. "Ja, okay. Rede mit ihm. Sag ihm, wenns ihn interessiert kann er sich bei mir melden. Ich habe ein wenig das Gefühl der Junge weiss gar nicht was für Möglichkeiten er hat."
Del nickt und blickt zum oberen Stockwerk, "Das Gefühl hab ich auch.."