Forum Discussion
2 years ago
Ort: Mt.Komorebi
Charaktere: Chip, Victor, Pixie
Geschichtsstrang: Von Vätern und Söhnen oder Auszeit im Schnee
"Ich war noch nie in Komorebi." Megan klingt aufgeregt, als sie die Unterkunft betritt.
"Dann wird es Zeit.", lächelt Victor. "Wir können ins Spa gehen, da kannst dich vorher ein bisschen entspannen."
"Dazu habe ich keine Zeit.", erklärt die Pinke. "Ich muss auspacken und aufbauen, noch was essen und dann geht's auch schon bald los."
"Kann ich dir bei irgendetwas helfen?", fragt der Grünhäutige.
"Ach, nein.", winkt Megan ab. "Geh du ins Spa und amüsiere dich.", lacht sie fröhlich.
Nur wenige Minuten später findet der junge Mann sich im Wellnessbereich ein. Schon die Atmosphäre wirkt auf ihn entspannend.
Niemals hätte Chip gedacht, dass die Tage mit Wintersport so anstrengend sein können. Die Kinder haben gefühlt unerschöpfliche Energie und die Eltern rauben ihm meist den letzten Nerv. Das einzig Gute daran ist, dass ihn die ganze action von seinen Problemen ablenkt. Am schlimmsten ist es die Stille zu ertragen, abends wenn er im Bett liegt und krampfhaft daran arbeitet Sorgen, Gedanken und vor allem die Sehnsucht nach Denize zu unterdrücken. Es gelingt ihm zwar meist schnell einzuschlafen, aber die Alpträume sind zurück gekehrt und hier gibt es keine Hütte aus Kindertagen, in die er sich flüchten könnte. Heut hat ihm Hr. Tanaka frei gegeben, was bedeutet, dass er abends nicht so kaputt sein wird wie sonst. Es ist früher Abend und das Wellnessareal nur spärlich besucht, die Urlauber tummeln sich noch auf den Pisten. Deshalb liegt Chip jetzt ungestört hier im warmen Becken, das sich im Außenbereich des Badehauses befindet, die Arme auf den Rand gelegt, neben sich eine Dose Grüntee mit Salbeiaroma aus dem Automaten. Soll ja gesund sein das Zeug. Chip nimmt einen Schluck, stellt die Dose ab und taucht für ein paar Sekunden unter. Die Wärme umschließt ihn vollkommen und als er wieder hoch kommt, betritt gerade ein Jugendlicher das Areal. Er hat leuchtend grüne Haut, die am ganzen Körper von schuppenartigen Strukturen überzogen ist. Die intensive Farbe erinnert Chip an diesen blauhäutigen Typ in der Schule und somit an den Halloweenball und damit an Deni...er nickt dem Jungen kurz zur Begrüßung zu, taucht nochmal unter und lässt das warme Wasser alle Gedanken weg spülen.
Victor lächelt den Jungen freundlich an. Er sieht süß aus, aber vermutlich ist er ziemlich jung.
Der Student zögert einen Moment. Es ist zwar ein öffentliches Becken, aber mit Fremden im selben Bad zu sitzen, ist doch etwas ungewohnt.
"Stört es dich, wenn ich dazu komme?" Es gelingt ihm bei all der Höflichkeit nicht, seine Schüchternheit zu verbergen und in seinen Augen blitzt die Verlegenheit auf.
"...ich dazu komme." versteht Chip noch, als er den Kopf wieder an der Oberfläche hat und fertig ist damit, sich das Wasser aus den Haaren zu schütteln. Der Typ sieht verlegen aus. Irritiert blickt Chip über seine Schulter, ob vielleicht doch jemand anders gemeint ist. Offensichtlich nicht. Er wendet sich wieder um und grinst kurz. "Ist doch genug Platz. Lässt sich gut chillen." Er versinkt wieder bis zum Hals im Wasser und beobachtet neugierig den Jungen.
Victor setzt sich das kleine Tuch auf den Kopf und steigt langsam ins warme Wasser. Seinen Impuls, die Beine in den Fischschwanz zu verwandeln, unterdrückt er anfangs mühevoll. Doch je länger er im Becken sitzt, desto mehr kann er dabei entspannen.
Aus dem Augenwinkel betrachtet er den Jungen und sein Blick bleibt am dunklen Haar hängen.
Entweder kennt er die Regeln nicht oder sie sind ihm egal. Auf den ersten Blick sieht er nicht wie ein Unruhestifter aus.
Genüsslich nimmt Chip den letzten Schluck Tee, den er geräuschvoll durch die Zähne zieht. Das hat er mal in einem alten Film gesehen, allerdings mit Alk, und fand das irgendwie cool. Ein suchender Rundumblick ergibt: Keine Abfalleimer. Komische Badeanstalt. Er wirft die Dose ins Gras nahe des Beckenrands und nimmt sich vor, sie nachher zu entsorgen. Jetzt noch ne Zigarette, dann wäre der Entspannungsmodus perfekt. Zu dumm, dass er nicht dran gedacht sie mit hier raus ins Freie zu nehmen. Drinnen herrscht natürlich Rauchverbot. Er sieht wieder zu dem Neuankömmling, der sich grad ein Tuch auf den Kopf packt. Was läuft denn bei dem schief? Hat doch total kurze Haare. Grinsend fragt er: "Angst dass die Frisur verrutscht?" und zeigt unterstreichend auf seinen eigenen, unbedeckten Kopf.
Victor schaut den Jungen aus großen Augen an. Das muss ein Scherz sein. Hat der Bursche denn überhaupt keine Ahnung? Doch dann kommt ihm der Gedanke, dass er vermutlich tatsächlich nicht weiß, wie man sich an einem Ort wie diesem verhält. Die wenigsten kommen in so jungen Jahren in den Genuss eines Onsen. Auch Victor hätte es nicht kennen gelernt, wenn seine Mutter ihn nicht jeden Winter hergeschleift hätte.
"Du warst noch nie in einem Onsen, oder?", fragt er vorsichtig und so höflich, wie er kann. Ein Rest Sorge bleibt allerdings, dass der Junge ihn für einen belehrenden Wichtigtuer hält.
"Onsen? Heisst die Sauna so?" Chip zuckt die Schultern. "Ich geh meistens ins Hallen-oder Freibad, da gibt 's keine Badekappen mehr." Er mustert den Typ. "Du meinst also man sollte sowas tragen hier? Dafür isses jetzt wohl ein bisschen zu spät. Ich könnt halt die Badehose ausziehen und über n Kopf stülpen, mehr hab ich grad nicht da." Er lacht. "Ich bin Chip." stellt er sich vor. Wahrscheinlich trägt seine Isoliertheit hier in Mt.Komorebi dazu bei, dass er gerade so gesellig ist. Seit Tagen unterhält er sich quasi nur mit Kindern und gestressten Eltern.
Victor schmunzelt. Die Naivität des Jungen ist irgendwie niedlich.
"Victor.", stellt er sich vor. "Ein Onsen ist eine traditionelle Quelle zum Entspannen. Und es gibt wichtige Regeln zu befolgen.", erklärt er freundlich. "Alles dreht sich um Hygiene. Darum sollte man auch vorher gründlich duschen. Mit dem Tuch...", er zeigt auf seinen Kopf, "... wischt man sich den Schweiß ab. Und Nahrungsmittel werden hier nicht gern gesehen." Er pausiert einen Moment, bevor er fragt: "Hat man dir denn gar nichts erklärt?"
"Jetzt schon." Chips Grinsen wird wieder breiter. "Geht glaub ich grade noch so durch. Ich hab geduscht, bin barfuß und bis auf den Lappen.." Er zeigt auf Victors Kopf. "..hab ich mich ziemlich entspannt und auch hygienisch einwandfrei benommen." Auf seinem Weg hierher zum Becken ist ihm niemand vom Personal begegnet, wohl Glück gehabt. "Gibt's sonst noch was Spannendes, was man hier machen kann?" fragt er dann und strampelt ein bisschen mit den Beinen, während er feststellt, dass das Argument Schweiß abwischen nicht von ungefähr kommt. Das Wasser ist wirklich SEHR warm.
"Es gibt natürlich Bars.", zählt Victor auf. "Man kann Ski und Snowboard fahren weiter oben am Berg. Da gibt es auch einen Kletterpass, soweit ich weiß. Und heute abend legt eine sehr gute Freundin ihre Platten auf. Wenn du Lust hast, komm also vorbei und bring viele Freunde mit.", lächelt der Meermann charmant.
"Ach so, ich hab gemeint hier im..Onsen." Chip betont das letzte Wort leicht ironisch. "Aber ja, ich bin tagsüber auch viel auf der Piste mit dem Snowboard, macht Laune." Chip seufzt. Er vermisst trotzdem den Skateplatz und das Board. "Eine ..sehr gute Freundin?" wiederholt er dann Victors Worte schelmisch. "Klingt ja interessant. Ich war noch in keiner einzigen Kneipe hier." Er schwingt sich auf den Beckenrand und bleibt für einen Moment dort sitzen. Die kalte Luft beschert ihm eine Gänsehaut, tut aber gleichzeitig dem erhitzten Körper gut. "Bisschen Ablenkung kann nicht schaden. Wo is n das?" Er stemmt sich in die Hocke und hebt die Dose vom Boden auf. "Kenn mich nicht aus hier im Ort." sagt er, sich aufrichtend. Langsam wird's unangenehm kalt.
"Sie ist meine beste Freundin.", erklärt Victor ohne jegliche Ironie. "Wenn du willst, nehme ich dich mit. Pix ist schon vorgefahren wegen ihrem Equipment."
Der Grünhäutige wischt sich mit dem Tuch über das Gesicht. "Ich würde allerdings gern noch etwas essen vorher." Er schaut den Jungen an. Besonders viel hat der Blasse nicht auf den Rippen. "Hast du Hunger?"
"Pix, aha." Chip grinst. "Essen kann ich immer. Da drin gibt's zwei Automaten, einer davon hat warme Sachen, Suppe und sowas." Er weist zum Haus. "Ich geh mal duschen und zieh mir was an, wird frisch. Komm dann wieder raus."
Irritiert schaut Victor dem Teenager hinterher. Ein ... merkwürdiger Junge. Er schüttelt den Gedanken ab, um noch ein paar Minuten im warmen Wasser zu genießen. Da niemand in der Nähe ist, lässt er sich gehen und verwandelt sich in seine Meermanngestalt. Zu selten hat er die Möglichkeit zu sein wie er ist und es tut gut, einfach mal los zu lassen.
Eine Weile vergeht, bis Victor hinter sich Schritte hört. Er transformiert seinen Unterköper zurück und steigt aus dem Becken. Chip steht geduscht und angezogen vor ihm. "Gib mir zehn Minuten, dann können wir los.", sagt er freundlich und eilt in sein Zimmer.
"Also keine Suppe?" ruft Chip noch hinterher, aber die Worte verhallen ungehört. Sein Magen knurrt jedenfalls. Mit einem Schulterzucken schlendert er zum Automaten und lässt sich eine Packung Erdnüsse raus . Dann setzt er sich in den Aufenthaltsraum im Eingangsbereich und wartet auf Victor. Im Grunde das beste was ihm heute passieren konnte. Jemand zum quatschen
und die Aussicht auf Party und Ablenkung.
Es dauert nicht lange, bis Victor zurück kommt. "Wir können zu Fuß gehen, es ist nicht sehr weit.", erklärt er und schlägt den Weg in den Dorfkern ein.
"Okay, magst?" Chip hält seiner neuen Bekanntschaft die Erdnusstüte hin, während sie los gehen. "Sie ist also hier um Sound zu machen und du? Hast du auch was mit Musik am Hut oder bist du quasi zur Unterstützung dabei?"
"Danke, nein.", winkt der Ältere ab. "Ich feuer sie nur an. Bin leider nicht besonders musikalisch.", schmunzelt er verlegen. "Was treibt dich her?"
Kauend schmunzelt Chip. "Anfeuern ist auch wichtig. Ich spiel Bass in ner Band, das wär richtig lame ohne anfeuerndes Publikum." Muss ja nicht erwähnt werden, dass sie bisher nur einen Auftritt hatten. Er knüllt die Erdnusstüte zusammen und steckt sie in die Hosentasche. Die restlichen Nüsse zu zerkleinern gibt ihm Zeit sich eine Antwort auf Victors Frage zu überlegen. "Ich hab nen Job hier, geb Kids Snowboardunterricht."
Victor schaut ihn aufmerksam an. "Du unterrichtest Kinder. Wie schön.", lächelt er herzlich. "Macht es Spaß?"
Gefährlich. Chip vermeidet es tunlichst über solche Dinge nachzudenken, schon dass er laut ausgesprochen hat, er arbeitet mit Kindern triggert ihn. "Mmh, schon." antwortet er deshalb nur knapp und fragt seinerseits:"Was machst du so? Studieren?" Irgendwie wirkt Victor so aufgeräumt und organisiert, sicher hat er ne gute Schullaufbahn hingelegt und geht jetzt konsequent und zielstrebig die nächsten Schritte in seinem Bilderbuchleben. Chip seufzt innerlich und schiebt die Hände in die Hosentaschen.
"Ist das so offensichtlich?" Der Ältere reibt sich verlegen am Hinterkopf.
"War nur ne Vermutung." Chip grinst. "Spricht doch nix dagegen. Was studierst du?"
"Kunst.", grinst der Meermann. "Ich weiß, das ist weder handfest, noch sicher. Aber es ist das Einzige, was mich wirklich glücklich macht." Mit einer Geste zeigt er auf den Eingang eines Gebäudes. Von außen wirkt es unscheinbar, doch von innen umso einladender.
"Hey, das versteh ich voll." bekräftigt Chip etwas überrascht. Er hätte auf einen solideren Studiengang getippt. "Meine Kunst beschränkt sich auf Graffiti, aber ein Freund von mir ist da ambitionierter. Macht tolle Sachen. Was schwebt dir denn vor damit später?" fragt er interessiert weiter, während sie eintreten. Der Gedanke an Blaze versetzt ihm einen Stich in der Magengrube, wenn er an die ganzen unbeantworteten Nachrichten und Anrufe denkt.
"Eigentlich will ich nur meine Bilder verkaufen und vielleicht Ausstellungen geben." Victor sieht sich um. Megan ist nirgends zu sehen. Möglicherweise ist sie im hinteren Bereich.
"Aber ich habe meinen Eltern versprochen, dass ich mich ausbilden lasse und darum das Studium."
Er deutet fragend auf einen der Tische und beide setzen sich. "Pix macht auch Graffitis.", lächelt er. "Eine ganz eigene Kunstform." Victor zieht eine der Speisekarten aus der Halterung und reicht sie Chip herüber.
Chip hat gar nicht so viel Geld dabei. Er war nur auf relaxen und wieder nach Hause gehen eingestellt und Lohn gibt's erst in drei Tagen. Er lässt den Blick über die Karte schweifen. Okay, sie haben auch Pommes, das muss reichen. Er klappt die Karte wieder zusammen und schaut Victor an. Der Typ wird ihm langsam ganz sympathisch. Nicht so Stock im Ar sch wie er anfangs den Verdacht hatte. "Echt? Es gibt nicht so viele Mädels, die damit aktiv sind. Cool." Genau genommen kennt er nur zwei. Sam und Viola. "Womöglich verschönern wir mal zusammen ne Wand hier in der Gegend." schmunzelt er. "Ich mag den minimalistischen Aspekt daran. Mit wenig, viel auszudrücken. Auf den Punkt gebracht quasi." Dann grinst er schief. "Und natürlich auch den Kick nicht erwischt zu werden." Er zieht eine Schachtel Zigaretten aus der Jacke und bietet Victor eine an.
Der lehnt dankend ab. "Du würdest dich gut mit ihr verstehen.", lacht er freundlich. "Sie ist auch eine von denen, die den Kick suchen." Victor geht zum Tresen und kümmert sich um Chips und seine eigene Bestellung. Als er zurück kommt, hat er die Getränke bereits dabei.
"Du wirkst sehr jung. Hast du schon deine eigene Wohnung oder bist du noch bei deinen Eltern?", fragt der Meermann, um im Gespräch zu bleiben.
Du machst mich neugierig Chip zündet sich die Zigarette an und sieht sich um, solange Victor die Bestellung aufgibt, kann aber keine Person entdecken, die er für die geheimnisvolle Freundin halten würde. sehr jung? Er verschluckt sich fast am Rauch , als Victor das sagt und nimmt schnell einen Schluck Bier, ehe er antwortet. "Was heißt n das? Gut dass du am Tresen warst, weil sie mir Milchgesicht keinen Alk gegeben hätten?" Er muss lachen, trinkt nochmal und wischt sich anschließend mit dem Handrücken über die Lippen. Seine Miene wird ernster. "Mein Chef hat mir ein Zimmer für kleines Geld vermietet, das ist richtig geil. Ich werd nicht mehr nach Hause zurück gehen." Er zieht nochmal an der Zigarette und drückt sie energisch im Aschenbecher aus. "Im Frühjahr werd ich achtzehn und dann braucht mir sowieso keiner mehr ankommen."
'Achtzehn... Ein schönes Alter.' Victor lacht verlegen. Wegen dem Spruch mit Milchgesicht, wegen dem schönen Klang von Chips Lachen, aber auch, weil er scheinbar einen Nerv getroffen hat. Die wenigen Informationen, die er von dem Jungen hat, ergeben ein vages Bild seiner Situation. Aber es könnte auch ganz anders sein, als es aussieht.
"Bist du ... abgehauen?", fragt er vorsichtig.
"Wenn man so will." Chip blickt einen Moment ausdruckslos vor sich hin. Victor hat eine Art an sich, die seine Fragen nicht unangenehm macht. Unaufdringlich. Chip schluckt. Er hat so lang mit keinem annähernd gleichaltrigen Sim gesprochen, Victor ist niemand aus seinem näheren Umfeld, also.. "Sagen wir mal so. Es gibt grad ein paar schwierige Angelegenheiten und die ausschlaggebende für mein Hier sein ist mein Alter." Er blickt auf. "Mein Erzeuger." So ausgeglichen wie er wirkt, stammt der Student sicher aus harmonischen Familienverhältnissen.
Der Meermann führt die Gabel zum Mund und kaut auf der Portion herum, bevor er mit seinem Mixgetränk nachspült.
"Erzeuger..." hebt er alarmiert die Augenbrauen und schenkt dem neuen Bekannten ein aufmunterndes Lächeln. "Das klingt nicht unbedingt nach einer guten Beziehung."
„Nach keiner.“ sagt Chip in neutralem Ton und spießt ein paar Pommes auf. Er betrachtet sie kurz nachdenklich.
Bevor er sie großzügig in Ketchup taucht und in den Mund schiebt, ergänzt er. „Und das ist meine wohlwollendste Bezeichnung für ihn.“
"Ich verstehe." Victors Blick senkt sich. "Väter sind scheinbar nicht so einfach.", murmelt er vor sich her. "Wie ist dein alter Herr denn so? Und was würdest du dir von ihm wünschen?"
Er schaut kurz zu Chip herüber, dann wird sein Gesicht plötzlich hektisch. "Ich meine, wenn du es nicht sagen willst, verstehe ich das.", fügt er schnell hinzu.
Kurz merkt Chip auf, als sein Gegenüber mehr zu sich, als zu ihm spricht. Dann antwortet er äußerlich gelassen: „Schon okay. Er hat jahrelang gesoffen und ich würd mir einfach wünschen, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben muss. Sorry, aber was anderes fällt mir nicht ein." Er stochert wieder in den Pommes. "Wie ist das bei dir? Wohnst du noch bei deinen Eltern? Als Student ist man ja nicht grade reich."
"Oh, nein. Ich wohne in einer WG mit anderen Studenten. Pix ist eine davon. ", erklärt Victor mit einem gezwungenen Lächeln. "Mein Vater und ich ... ", er beendet den Satz nicht und wirft Chip einen entschuldigeden Blick zu. "Wir sind sehr verschieden."
"Das ist cool. WG könnt ich mir auch gut vorstellen." Chip nimmt eine großen Schluck Bier. Das Thema mit den Vätern ist so eine Sache. "Das klingt als wär das auch ganz gut so." Er hebt fragend die Brauen. "Wie handelst du das?"
Der Meermann schaut bedrückt auf seinen Teller. "Nicht gut, fürchte ich." Er überlegt einige Sekunden, wie er es formulieren soll. "Mein Vater will nichts von mir wissen. Einfach nur, weil ich anders bin. Als er. Ich sollte es machen, wie du und ihn vergessen. Aber ...", er schaut in Chips Gesicht und spürt einen kleinen Stich in der Brustgegend, "er ist mein Vater. Ich will nur, dass er mich so liebt, wie ich bin."
Die Gabel mit den Pommes sinkt zurück auf Chips Teller. Für einen Moment sprachlos, blickt er Victor an. Dieser offene Satz bringt eine tief vergrabene Saite in ihm zum klingen. Das ist nicht gut. Er kompensiert das Gefühl mit einem Schluck aus seinem Glas und fragt dann: "Warum ist dir das so wichtig? Du bist sein Sohn und ihn kümmert's auch nicht."
Victor schaut Chip intensiv in die Augen. Etwas Warmes regt sich im Gesicht des Grünhäutigen.
"Vielleicht bin ich einfach ein Träumer.", zuckt er mit den Schultern. "Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gut an die Zeit davor erinnere. Bevor ...", er wendet sich seufzend ab, "... er sich für mich geschämt hat."
Ja, die guten Zeiten, lang ist's her. Fragend blickt Chip zurück. "Er schämt sich für dich? Weil du Kunst studierst und nicht Jura oder Medizin, oder wie? Pff, soll doch froh sein. Behalt dir deine Träume, es ist DEIN Leben."
"Ja, das auch." Victor ringt sich ein Lächeln ab. "Aber dass ich schwul bin, ist wohl weitaus schlimmer für ihn." Er schiebt den halbvollen Teller von sich weg. Der Apettit ist ihm vergangen. "Oh, entschuldige, möchtest du vielleicht?"
"Schwul?" Chip blickt überrascht von seinem Teller auf und grinst ein wenig. "Das hab ich jetzt nicht gedacht." Ihm wird bewusst wie sich das anhören muss. "Also, nicht dass mich das stört, war nur kurz überrascht." Er mustert Victor, der ziemlich unglücklich aussieht und lehnt dankend dessen Essensangebot ab. "Aber es is doch so. Sie haben irgend nen Plan im Kopf und wenn du da nicht rein passt, gibt's Ärger in irgendeiner Form." er seufzt auf. "Irgendwo versteh ich dich, aber wie gesagt, es is dein Leben und du bist keinem Rechenschaft schuldig." Er schweigt kurz. "Tut mir leid für dich, ist ne Scheißsituation." Er trinkt sein Glas aus und setzt es etwas unsanft wieder ab. "Wie geht deine Mutter damit um?" Wenn er daran denkt, wie oft Marga zu vermitteln versucht hat.. "Unterstützt sie dich?"
"Sie versucht es. Aber mein Vater ist ein richtiger Sturkopf." Er lächelt müde. "Genug von mir. Wie kommt es, dass du so jung schon so verbittert bist? Ich meine, ein schlechter Vater ist eine Sache, aber es gibt doch noch mehr in deinem Leben. Oder nicht?"
"Ach was, bin nicht verbittert." Wieder grinst Chip. "Nur wenn's um IHN geht, hab ich keinen Nerv mehr." Er schaut sich wieder in der Kneipe um, dann antwortet er Victor. " Klar gibt's mehr. Ich skate viel, da kann ich Energie raus lassen und versuch möglichst viel Zeit mit meinen Freunden zu verbringen..und zu ner guten Party sag ich üblicherweise auch nicht Nein. Nebenbei bin ich am Führerschein dran, mache Musik und sollte nen Abschluss hin bekommen. Joah...das war's."
"Das klingt so, als hättest du alles gut im Griff.", fasst Victor zusammen. Er nimmt einen genüsslichen Schluck aus seinem Glas und will gerade zu neuen Worten ansetzen, als ihm von hinten zwei Hände auf die Schultern gelegt werden. Er dreht sich herum und schaut in Megans strahlendes Gesicht. "Hier steckst du." Sie sieht zu Chip und fragt: "Wer ist denn dein süßer Freund?"
Verlegen lachend stelt Victor die beiden einander vor: "Chip, das ist Pixie. Und er heißt Chip. Wir haben uns im Onsen kennen gelernt."
"Oho,", trällert sie fröhlich. "Jetzt verstehe ich, warum du da unbedingt hin wolltest. "
Ein Grinsen breitet sich auf Chips Gesicht aus. Eben streifen ihn noch weniger erfreuliche Gedanken, was 'das Leben im Griff haben' angeht, als ihn die gut gelaunte Stimme und lebendige Ausstrahlung von Victors Freundin, davon ablenken. Pinke Haare und interessante Augenfarbe...beinahe rosa. Mit einem amüsierten Funkeln verweilt er ein, zwei Sekunden dort und blickt dann zwischen den beiden hin und her. "Also mehr oder weniger hat er mir Benimmregeln beigebracht, was sicher kein Fehler war." Er nickt vorgeblich selbstkritisch, schmunzelt aber dabei in Richtung Victor. "Du lässt also gleich den Laden hier fliegen mit deinen Beats? Bin schon ziemlich gespannt darauf." fragt er dann Pixie interessiert.
"In zwanzig Minuten fange ich an." Megan tänzelt nervös von einem Fuß auf den anderen. "Ich habe hier noch nie aufgelegt. Ich hoffe, ich habe das richtige Zeug eingepackt. Man weiß ja nie so richtig, wie die Leute ticken."
"Ich bin da wirklich zuversichtlich.", redet Victor ihr beruhigend zu. "Bisher hast du sie noch alle in deinen Bann gezogen."
Megan lächelt herzlich. "Er ist mein Fels.", sagt sie dann zu Chip. "Wo ist deine Freundin? Du hast doch bestimmt eine. Erzähl mir nicht, dass du Single bist."
Wenn er das so genau wüsste, ob er Single ist oder nicht.. "Die ist nicht mit hier in Komo." sagt er , bedauernd mit den Schultern zuckend. "Ich hoffe aber, dass wir uns bald wieder sehen. Sie wohnt ne Ecke weg." erzählt er dann ziemlich wahrheitsgetreu. Dann vom Thema ablenkend. "Victor sagte, dass du auch ganz gerne kreativ bist." er unterstreicht den Satz, indem er eine imaginäre Can schüttelt und Sprühbewegungen ausführt. "Das find ich ziemlich spannend, wo hast du denn dein Revier normalerweise?"
"Vor dem Studium habe ich im Künsterviertel von San My rumkreativiert.", erzählt sie. "Aber dafür bleibt jetzt leider wenig Zeit. Und du?"
"Überall und nirgends." Chip grinst. "Heißt da, wo sich grade was ergibt. Wenn du mal irgendwo was mit 'Drop' signiertes siehst, weißt du jetzt von wem es stammt. Wie ist dein Künstlername?"
"Pix." Megan hebt lachend die Schultern. "Ist vermutlich nicht so eine kluge Wahl gewesen, wenn mich eh schon jeder Pixie nennt. Aber um Klugheit ging es damals irgendwie nicht."
"Ach was, eben." Chip winkt ab. "Hm..wenn wir mal was zusammen machen, dann zeichnen wir mit 'Dropix', klingt auch cool."
"Ich hätte schon Lust, mal wieder was zu hübschen.", überlegt Megan mit kessem Grinsen.
Chip lacht und schaut Victor an. "Künstlerst du mal mit? Du studierst das schließlich."
"Das Sprayen liegt mir nicht so.", schmunzelt der Meermann. "Ich bin mehr der lanweilige Klassiker mit Pinsel."
"Ach, quatsch, langweilig. Deine Bilder sind mega.", fährt ihn seine Freundin an und setzt sich kurz.
Chip schaut amüsiert zwischen den beiden hin und her. "Ja, und wer Bilder schafft, der kann auch sprayen...ich hab mal mit einem Freund einen Bahnhof mit nem Feuerlöscher voller Farbe verziert, also es geht doch auch drum zusammen Spaß zu haben, aber das musst du wissen." Er grinst Victor verschwörerisch an und sieht dann zu seiner Freundin.
"Lässt du mich mal in deine Kiste gucken Pix? Vielleicht hab ich ja nen Wunsch später."
"Das ist der mieseste Anmachspruch, den ich je gehört hab.", lacht Megan. Sie klopft ihm kameradschaftlich auf die Schulter und winkt ihm, mitzukommen.
(in Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )
Charaktere: Chip, Victor, Pixie
Geschichtsstrang: Von Vätern und Söhnen oder Auszeit im Schnee
"Ich war noch nie in Komorebi." Megan klingt aufgeregt, als sie die Unterkunft betritt.
"Dann wird es Zeit.", lächelt Victor. "Wir können ins Spa gehen, da kannst dich vorher ein bisschen entspannen."
"Dazu habe ich keine Zeit.", erklärt die Pinke. "Ich muss auspacken und aufbauen, noch was essen und dann geht's auch schon bald los."
"Kann ich dir bei irgendetwas helfen?", fragt der Grünhäutige.
"Ach, nein.", winkt Megan ab. "Geh du ins Spa und amüsiere dich.", lacht sie fröhlich.
Nur wenige Minuten später findet der junge Mann sich im Wellnessbereich ein. Schon die Atmosphäre wirkt auf ihn entspannend.
Niemals hätte Chip gedacht, dass die Tage mit Wintersport so anstrengend sein können. Die Kinder haben gefühlt unerschöpfliche Energie und die Eltern rauben ihm meist den letzten Nerv. Das einzig Gute daran ist, dass ihn die ganze action von seinen Problemen ablenkt. Am schlimmsten ist es die Stille zu ertragen, abends wenn er im Bett liegt und krampfhaft daran arbeitet Sorgen, Gedanken und vor allem die Sehnsucht nach Denize zu unterdrücken. Es gelingt ihm zwar meist schnell einzuschlafen, aber die Alpträume sind zurück gekehrt und hier gibt es keine Hütte aus Kindertagen, in die er sich flüchten könnte. Heut hat ihm Hr. Tanaka frei gegeben, was bedeutet, dass er abends nicht so kaputt sein wird wie sonst. Es ist früher Abend und das Wellnessareal nur spärlich besucht, die Urlauber tummeln sich noch auf den Pisten. Deshalb liegt Chip jetzt ungestört hier im warmen Becken, das sich im Außenbereich des Badehauses befindet, die Arme auf den Rand gelegt, neben sich eine Dose Grüntee mit Salbeiaroma aus dem Automaten. Soll ja gesund sein das Zeug. Chip nimmt einen Schluck, stellt die Dose ab und taucht für ein paar Sekunden unter. Die Wärme umschließt ihn vollkommen und als er wieder hoch kommt, betritt gerade ein Jugendlicher das Areal. Er hat leuchtend grüne Haut, die am ganzen Körper von schuppenartigen Strukturen überzogen ist. Die intensive Farbe erinnert Chip an diesen blauhäutigen Typ in der Schule und somit an den Halloweenball und damit an Deni...er nickt dem Jungen kurz zur Begrüßung zu, taucht nochmal unter und lässt das warme Wasser alle Gedanken weg spülen.
Victor lächelt den Jungen freundlich an. Er sieht süß aus, aber vermutlich ist er ziemlich jung.
Der Student zögert einen Moment. Es ist zwar ein öffentliches Becken, aber mit Fremden im selben Bad zu sitzen, ist doch etwas ungewohnt.
"Stört es dich, wenn ich dazu komme?" Es gelingt ihm bei all der Höflichkeit nicht, seine Schüchternheit zu verbergen und in seinen Augen blitzt die Verlegenheit auf.
"...ich dazu komme." versteht Chip noch, als er den Kopf wieder an der Oberfläche hat und fertig ist damit, sich das Wasser aus den Haaren zu schütteln. Der Typ sieht verlegen aus. Irritiert blickt Chip über seine Schulter, ob vielleicht doch jemand anders gemeint ist. Offensichtlich nicht. Er wendet sich wieder um und grinst kurz. "Ist doch genug Platz. Lässt sich gut chillen." Er versinkt wieder bis zum Hals im Wasser und beobachtet neugierig den Jungen.
Victor setzt sich das kleine Tuch auf den Kopf und steigt langsam ins warme Wasser. Seinen Impuls, die Beine in den Fischschwanz zu verwandeln, unterdrückt er anfangs mühevoll. Doch je länger er im Becken sitzt, desto mehr kann er dabei entspannen.
Aus dem Augenwinkel betrachtet er den Jungen und sein Blick bleibt am dunklen Haar hängen.
Entweder kennt er die Regeln nicht oder sie sind ihm egal. Auf den ersten Blick sieht er nicht wie ein Unruhestifter aus.
Genüsslich nimmt Chip den letzten Schluck Tee, den er geräuschvoll durch die Zähne zieht. Das hat er mal in einem alten Film gesehen, allerdings mit Alk, und fand das irgendwie cool. Ein suchender Rundumblick ergibt: Keine Abfalleimer. Komische Badeanstalt. Er wirft die Dose ins Gras nahe des Beckenrands und nimmt sich vor, sie nachher zu entsorgen. Jetzt noch ne Zigarette, dann wäre der Entspannungsmodus perfekt. Zu dumm, dass er nicht dran gedacht sie mit hier raus ins Freie zu nehmen. Drinnen herrscht natürlich Rauchverbot. Er sieht wieder zu dem Neuankömmling, der sich grad ein Tuch auf den Kopf packt. Was läuft denn bei dem schief? Hat doch total kurze Haare. Grinsend fragt er: "Angst dass die Frisur verrutscht?" und zeigt unterstreichend auf seinen eigenen, unbedeckten Kopf.
Victor schaut den Jungen aus großen Augen an. Das muss ein Scherz sein. Hat der Bursche denn überhaupt keine Ahnung? Doch dann kommt ihm der Gedanke, dass er vermutlich tatsächlich nicht weiß, wie man sich an einem Ort wie diesem verhält. Die wenigsten kommen in so jungen Jahren in den Genuss eines Onsen. Auch Victor hätte es nicht kennen gelernt, wenn seine Mutter ihn nicht jeden Winter hergeschleift hätte.
"Du warst noch nie in einem Onsen, oder?", fragt er vorsichtig und so höflich, wie er kann. Ein Rest Sorge bleibt allerdings, dass der Junge ihn für einen belehrenden Wichtigtuer hält.
"Onsen? Heisst die Sauna so?" Chip zuckt die Schultern. "Ich geh meistens ins Hallen-oder Freibad, da gibt 's keine Badekappen mehr." Er mustert den Typ. "Du meinst also man sollte sowas tragen hier? Dafür isses jetzt wohl ein bisschen zu spät. Ich könnt halt die Badehose ausziehen und über n Kopf stülpen, mehr hab ich grad nicht da." Er lacht. "Ich bin Chip." stellt er sich vor. Wahrscheinlich trägt seine Isoliertheit hier in Mt.Komorebi dazu bei, dass er gerade so gesellig ist. Seit Tagen unterhält er sich quasi nur mit Kindern und gestressten Eltern.
Victor schmunzelt. Die Naivität des Jungen ist irgendwie niedlich.
"Victor.", stellt er sich vor. "Ein Onsen ist eine traditionelle Quelle zum Entspannen. Und es gibt wichtige Regeln zu befolgen.", erklärt er freundlich. "Alles dreht sich um Hygiene. Darum sollte man auch vorher gründlich duschen. Mit dem Tuch...", er zeigt auf seinen Kopf, "... wischt man sich den Schweiß ab. Und Nahrungsmittel werden hier nicht gern gesehen." Er pausiert einen Moment, bevor er fragt: "Hat man dir denn gar nichts erklärt?"
"Jetzt schon." Chips Grinsen wird wieder breiter. "Geht glaub ich grade noch so durch. Ich hab geduscht, bin barfuß und bis auf den Lappen.." Er zeigt auf Victors Kopf. "..hab ich mich ziemlich entspannt und auch hygienisch einwandfrei benommen." Auf seinem Weg hierher zum Becken ist ihm niemand vom Personal begegnet, wohl Glück gehabt. "Gibt's sonst noch was Spannendes, was man hier machen kann?" fragt er dann und strampelt ein bisschen mit den Beinen, während er feststellt, dass das Argument Schweiß abwischen nicht von ungefähr kommt. Das Wasser ist wirklich SEHR warm.
"Es gibt natürlich Bars.", zählt Victor auf. "Man kann Ski und Snowboard fahren weiter oben am Berg. Da gibt es auch einen Kletterpass, soweit ich weiß. Und heute abend legt eine sehr gute Freundin ihre Platten auf. Wenn du Lust hast, komm also vorbei und bring viele Freunde mit.", lächelt der Meermann charmant.
"Ach so, ich hab gemeint hier im..Onsen." Chip betont das letzte Wort leicht ironisch. "Aber ja, ich bin tagsüber auch viel auf der Piste mit dem Snowboard, macht Laune." Chip seufzt. Er vermisst trotzdem den Skateplatz und das Board. "Eine ..sehr gute Freundin?" wiederholt er dann Victors Worte schelmisch. "Klingt ja interessant. Ich war noch in keiner einzigen Kneipe hier." Er schwingt sich auf den Beckenrand und bleibt für einen Moment dort sitzen. Die kalte Luft beschert ihm eine Gänsehaut, tut aber gleichzeitig dem erhitzten Körper gut. "Bisschen Ablenkung kann nicht schaden. Wo is n das?" Er stemmt sich in die Hocke und hebt die Dose vom Boden auf. "Kenn mich nicht aus hier im Ort." sagt er, sich aufrichtend. Langsam wird's unangenehm kalt.
"Sie ist meine beste Freundin.", erklärt Victor ohne jegliche Ironie. "Wenn du willst, nehme ich dich mit. Pix ist schon vorgefahren wegen ihrem Equipment."
Der Grünhäutige wischt sich mit dem Tuch über das Gesicht. "Ich würde allerdings gern noch etwas essen vorher." Er schaut den Jungen an. Besonders viel hat der Blasse nicht auf den Rippen. "Hast du Hunger?"
"Pix, aha." Chip grinst. "Essen kann ich immer. Da drin gibt's zwei Automaten, einer davon hat warme Sachen, Suppe und sowas." Er weist zum Haus. "Ich geh mal duschen und zieh mir was an, wird frisch. Komm dann wieder raus."
Irritiert schaut Victor dem Teenager hinterher. Ein ... merkwürdiger Junge. Er schüttelt den Gedanken ab, um noch ein paar Minuten im warmen Wasser zu genießen. Da niemand in der Nähe ist, lässt er sich gehen und verwandelt sich in seine Meermanngestalt. Zu selten hat er die Möglichkeit zu sein wie er ist und es tut gut, einfach mal los zu lassen.
Eine Weile vergeht, bis Victor hinter sich Schritte hört. Er transformiert seinen Unterköper zurück und steigt aus dem Becken. Chip steht geduscht und angezogen vor ihm. "Gib mir zehn Minuten, dann können wir los.", sagt er freundlich und eilt in sein Zimmer.
"Also keine Suppe?" ruft Chip noch hinterher, aber die Worte verhallen ungehört. Sein Magen knurrt jedenfalls. Mit einem Schulterzucken schlendert er zum Automaten und lässt sich eine Packung Erdnüsse raus . Dann setzt er sich in den Aufenthaltsraum im Eingangsbereich und wartet auf Victor. Im Grunde das beste was ihm heute passieren konnte. Jemand zum quatschen
und die Aussicht auf Party und Ablenkung.
Es dauert nicht lange, bis Victor zurück kommt. "Wir können zu Fuß gehen, es ist nicht sehr weit.", erklärt er und schlägt den Weg in den Dorfkern ein.
"Okay, magst?" Chip hält seiner neuen Bekanntschaft die Erdnusstüte hin, während sie los gehen. "Sie ist also hier um Sound zu machen und du? Hast du auch was mit Musik am Hut oder bist du quasi zur Unterstützung dabei?"
"Danke, nein.", winkt der Ältere ab. "Ich feuer sie nur an. Bin leider nicht besonders musikalisch.", schmunzelt er verlegen. "Was treibt dich her?"
Kauend schmunzelt Chip. "Anfeuern ist auch wichtig. Ich spiel Bass in ner Band, das wär richtig lame ohne anfeuerndes Publikum." Muss ja nicht erwähnt werden, dass sie bisher nur einen Auftritt hatten. Er knüllt die Erdnusstüte zusammen und steckt sie in die Hosentasche. Die restlichen Nüsse zu zerkleinern gibt ihm Zeit sich eine Antwort auf Victors Frage zu überlegen. "Ich hab nen Job hier, geb Kids Snowboardunterricht."
Victor schaut ihn aufmerksam an. "Du unterrichtest Kinder. Wie schön.", lächelt er herzlich. "Macht es Spaß?"
Gefährlich. Chip vermeidet es tunlichst über solche Dinge nachzudenken, schon dass er laut ausgesprochen hat, er arbeitet mit Kindern triggert ihn. "Mmh, schon." antwortet er deshalb nur knapp und fragt seinerseits:"Was machst du so? Studieren?" Irgendwie wirkt Victor so aufgeräumt und organisiert, sicher hat er ne gute Schullaufbahn hingelegt und geht jetzt konsequent und zielstrebig die nächsten Schritte in seinem Bilderbuchleben. Chip seufzt innerlich und schiebt die Hände in die Hosentaschen.
"Ist das so offensichtlich?" Der Ältere reibt sich verlegen am Hinterkopf.
"War nur ne Vermutung." Chip grinst. "Spricht doch nix dagegen. Was studierst du?"
"Kunst.", grinst der Meermann. "Ich weiß, das ist weder handfest, noch sicher. Aber es ist das Einzige, was mich wirklich glücklich macht." Mit einer Geste zeigt er auf den Eingang eines Gebäudes. Von außen wirkt es unscheinbar, doch von innen umso einladender.
"Hey, das versteh ich voll." bekräftigt Chip etwas überrascht. Er hätte auf einen solideren Studiengang getippt. "Meine Kunst beschränkt sich auf Graffiti, aber ein Freund von mir ist da ambitionierter. Macht tolle Sachen. Was schwebt dir denn vor damit später?" fragt er interessiert weiter, während sie eintreten. Der Gedanke an Blaze versetzt ihm einen Stich in der Magengrube, wenn er an die ganzen unbeantworteten Nachrichten und Anrufe denkt.
"Eigentlich will ich nur meine Bilder verkaufen und vielleicht Ausstellungen geben." Victor sieht sich um. Megan ist nirgends zu sehen. Möglicherweise ist sie im hinteren Bereich.
"Aber ich habe meinen Eltern versprochen, dass ich mich ausbilden lasse und darum das Studium."
Er deutet fragend auf einen der Tische und beide setzen sich. "Pix macht auch Graffitis.", lächelt er. "Eine ganz eigene Kunstform." Victor zieht eine der Speisekarten aus der Halterung und reicht sie Chip herüber.
Chip hat gar nicht so viel Geld dabei. Er war nur auf relaxen und wieder nach Hause gehen eingestellt und Lohn gibt's erst in drei Tagen. Er lässt den Blick über die Karte schweifen. Okay, sie haben auch Pommes, das muss reichen. Er klappt die Karte wieder zusammen und schaut Victor an. Der Typ wird ihm langsam ganz sympathisch. Nicht so Stock im Ar sch wie er anfangs den Verdacht hatte. "Echt? Es gibt nicht so viele Mädels, die damit aktiv sind. Cool." Genau genommen kennt er nur zwei. Sam und Viola. "Womöglich verschönern wir mal zusammen ne Wand hier in der Gegend." schmunzelt er. "Ich mag den minimalistischen Aspekt daran. Mit wenig, viel auszudrücken. Auf den Punkt gebracht quasi." Dann grinst er schief. "Und natürlich auch den Kick nicht erwischt zu werden." Er zieht eine Schachtel Zigaretten aus der Jacke und bietet Victor eine an.
Der lehnt dankend ab. "Du würdest dich gut mit ihr verstehen.", lacht er freundlich. "Sie ist auch eine von denen, die den Kick suchen." Victor geht zum Tresen und kümmert sich um Chips und seine eigene Bestellung. Als er zurück kommt, hat er die Getränke bereits dabei.
"Du wirkst sehr jung. Hast du schon deine eigene Wohnung oder bist du noch bei deinen Eltern?", fragt der Meermann, um im Gespräch zu bleiben.
Du machst mich neugierig Chip zündet sich die Zigarette an und sieht sich um, solange Victor die Bestellung aufgibt, kann aber keine Person entdecken, die er für die geheimnisvolle Freundin halten würde. sehr jung? Er verschluckt sich fast am Rauch , als Victor das sagt und nimmt schnell einen Schluck Bier, ehe er antwortet. "Was heißt n das? Gut dass du am Tresen warst, weil sie mir Milchgesicht keinen Alk gegeben hätten?" Er muss lachen, trinkt nochmal und wischt sich anschließend mit dem Handrücken über die Lippen. Seine Miene wird ernster. "Mein Chef hat mir ein Zimmer für kleines Geld vermietet, das ist richtig geil. Ich werd nicht mehr nach Hause zurück gehen." Er zieht nochmal an der Zigarette und drückt sie energisch im Aschenbecher aus. "Im Frühjahr werd ich achtzehn und dann braucht mir sowieso keiner mehr ankommen."
'Achtzehn... Ein schönes Alter.' Victor lacht verlegen. Wegen dem Spruch mit Milchgesicht, wegen dem schönen Klang von Chips Lachen, aber auch, weil er scheinbar einen Nerv getroffen hat. Die wenigen Informationen, die er von dem Jungen hat, ergeben ein vages Bild seiner Situation. Aber es könnte auch ganz anders sein, als es aussieht.
"Bist du ... abgehauen?", fragt er vorsichtig.
"Wenn man so will." Chip blickt einen Moment ausdruckslos vor sich hin. Victor hat eine Art an sich, die seine Fragen nicht unangenehm macht. Unaufdringlich. Chip schluckt. Er hat so lang mit keinem annähernd gleichaltrigen Sim gesprochen, Victor ist niemand aus seinem näheren Umfeld, also.. "Sagen wir mal so. Es gibt grad ein paar schwierige Angelegenheiten und die ausschlaggebende für mein Hier sein ist mein Alter." Er blickt auf. "Mein Erzeuger." So ausgeglichen wie er wirkt, stammt der Student sicher aus harmonischen Familienverhältnissen.
Der Meermann führt die Gabel zum Mund und kaut auf der Portion herum, bevor er mit seinem Mixgetränk nachspült.
"Erzeuger..." hebt er alarmiert die Augenbrauen und schenkt dem neuen Bekannten ein aufmunterndes Lächeln. "Das klingt nicht unbedingt nach einer guten Beziehung."
„Nach keiner.“ sagt Chip in neutralem Ton und spießt ein paar Pommes auf. Er betrachtet sie kurz nachdenklich.
Bevor er sie großzügig in Ketchup taucht und in den Mund schiebt, ergänzt er. „Und das ist meine wohlwollendste Bezeichnung für ihn.“
"Ich verstehe." Victors Blick senkt sich. "Väter sind scheinbar nicht so einfach.", murmelt er vor sich her. "Wie ist dein alter Herr denn so? Und was würdest du dir von ihm wünschen?"
Er schaut kurz zu Chip herüber, dann wird sein Gesicht plötzlich hektisch. "Ich meine, wenn du es nicht sagen willst, verstehe ich das.", fügt er schnell hinzu.
Kurz merkt Chip auf, als sein Gegenüber mehr zu sich, als zu ihm spricht. Dann antwortet er äußerlich gelassen: „Schon okay. Er hat jahrelang gesoffen und ich würd mir einfach wünschen, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben muss. Sorry, aber was anderes fällt mir nicht ein." Er stochert wieder in den Pommes. "Wie ist das bei dir? Wohnst du noch bei deinen Eltern? Als Student ist man ja nicht grade reich."
"Oh, nein. Ich wohne in einer WG mit anderen Studenten. Pix ist eine davon. ", erklärt Victor mit einem gezwungenen Lächeln. "Mein Vater und ich ... ", er beendet den Satz nicht und wirft Chip einen entschuldigeden Blick zu. "Wir sind sehr verschieden."
"Das ist cool. WG könnt ich mir auch gut vorstellen." Chip nimmt eine großen Schluck Bier. Das Thema mit den Vätern ist so eine Sache. "Das klingt als wär das auch ganz gut so." Er hebt fragend die Brauen. "Wie handelst du das?"
Der Meermann schaut bedrückt auf seinen Teller. "Nicht gut, fürchte ich." Er überlegt einige Sekunden, wie er es formulieren soll. "Mein Vater will nichts von mir wissen. Einfach nur, weil ich anders bin. Als er. Ich sollte es machen, wie du und ihn vergessen. Aber ...", er schaut in Chips Gesicht und spürt einen kleinen Stich in der Brustgegend, "er ist mein Vater. Ich will nur, dass er mich so liebt, wie ich bin."
Die Gabel mit den Pommes sinkt zurück auf Chips Teller. Für einen Moment sprachlos, blickt er Victor an. Dieser offene Satz bringt eine tief vergrabene Saite in ihm zum klingen. Das ist nicht gut. Er kompensiert das Gefühl mit einem Schluck aus seinem Glas und fragt dann: "Warum ist dir das so wichtig? Du bist sein Sohn und ihn kümmert's auch nicht."
Victor schaut Chip intensiv in die Augen. Etwas Warmes regt sich im Gesicht des Grünhäutigen.
"Vielleicht bin ich einfach ein Träumer.", zuckt er mit den Schultern. "Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gut an die Zeit davor erinnere. Bevor ...", er wendet sich seufzend ab, "... er sich für mich geschämt hat."
Ja, die guten Zeiten, lang ist's her. Fragend blickt Chip zurück. "Er schämt sich für dich? Weil du Kunst studierst und nicht Jura oder Medizin, oder wie? Pff, soll doch froh sein. Behalt dir deine Träume, es ist DEIN Leben."
"Ja, das auch." Victor ringt sich ein Lächeln ab. "Aber dass ich schwul bin, ist wohl weitaus schlimmer für ihn." Er schiebt den halbvollen Teller von sich weg. Der Apettit ist ihm vergangen. "Oh, entschuldige, möchtest du vielleicht?"
"Schwul?" Chip blickt überrascht von seinem Teller auf und grinst ein wenig. "Das hab ich jetzt nicht gedacht." Ihm wird bewusst wie sich das anhören muss. "Also, nicht dass mich das stört, war nur kurz überrascht." Er mustert Victor, der ziemlich unglücklich aussieht und lehnt dankend dessen Essensangebot ab. "Aber es is doch so. Sie haben irgend nen Plan im Kopf und wenn du da nicht rein passt, gibt's Ärger in irgendeiner Form." er seufzt auf. "Irgendwo versteh ich dich, aber wie gesagt, es is dein Leben und du bist keinem Rechenschaft schuldig." Er schweigt kurz. "Tut mir leid für dich, ist ne Scheißsituation." Er trinkt sein Glas aus und setzt es etwas unsanft wieder ab. "Wie geht deine Mutter damit um?" Wenn er daran denkt, wie oft Marga zu vermitteln versucht hat.. "Unterstützt sie dich?"
"Sie versucht es. Aber mein Vater ist ein richtiger Sturkopf." Er lächelt müde. "Genug von mir. Wie kommt es, dass du so jung schon so verbittert bist? Ich meine, ein schlechter Vater ist eine Sache, aber es gibt doch noch mehr in deinem Leben. Oder nicht?"
"Ach was, bin nicht verbittert." Wieder grinst Chip. "Nur wenn's um IHN geht, hab ich keinen Nerv mehr." Er schaut sich wieder in der Kneipe um, dann antwortet er Victor. " Klar gibt's mehr. Ich skate viel, da kann ich Energie raus lassen und versuch möglichst viel Zeit mit meinen Freunden zu verbringen..und zu ner guten Party sag ich üblicherweise auch nicht Nein. Nebenbei bin ich am Führerschein dran, mache Musik und sollte nen Abschluss hin bekommen. Joah...das war's."
"Das klingt so, als hättest du alles gut im Griff.", fasst Victor zusammen. Er nimmt einen genüsslichen Schluck aus seinem Glas und will gerade zu neuen Worten ansetzen, als ihm von hinten zwei Hände auf die Schultern gelegt werden. Er dreht sich herum und schaut in Megans strahlendes Gesicht. "Hier steckst du." Sie sieht zu Chip und fragt: "Wer ist denn dein süßer Freund?"
Verlegen lachend stelt Victor die beiden einander vor: "Chip, das ist Pixie. Und er heißt Chip. Wir haben uns im Onsen kennen gelernt."
"Oho,", trällert sie fröhlich. "Jetzt verstehe ich, warum du da unbedingt hin wolltest. "
Ein Grinsen breitet sich auf Chips Gesicht aus. Eben streifen ihn noch weniger erfreuliche Gedanken, was 'das Leben im Griff haben' angeht, als ihn die gut gelaunte Stimme und lebendige Ausstrahlung von Victors Freundin, davon ablenken. Pinke Haare und interessante Augenfarbe...beinahe rosa. Mit einem amüsierten Funkeln verweilt er ein, zwei Sekunden dort und blickt dann zwischen den beiden hin und her. "Also mehr oder weniger hat er mir Benimmregeln beigebracht, was sicher kein Fehler war." Er nickt vorgeblich selbstkritisch, schmunzelt aber dabei in Richtung Victor. "Du lässt also gleich den Laden hier fliegen mit deinen Beats? Bin schon ziemlich gespannt darauf." fragt er dann Pixie interessiert.
"In zwanzig Minuten fange ich an." Megan tänzelt nervös von einem Fuß auf den anderen. "Ich habe hier noch nie aufgelegt. Ich hoffe, ich habe das richtige Zeug eingepackt. Man weiß ja nie so richtig, wie die Leute ticken."
"Ich bin da wirklich zuversichtlich.", redet Victor ihr beruhigend zu. "Bisher hast du sie noch alle in deinen Bann gezogen."
Megan lächelt herzlich. "Er ist mein Fels.", sagt sie dann zu Chip. "Wo ist deine Freundin? Du hast doch bestimmt eine. Erzähl mir nicht, dass du Single bist."
Wenn er das so genau wüsste, ob er Single ist oder nicht.. "Die ist nicht mit hier in Komo." sagt er , bedauernd mit den Schultern zuckend. "Ich hoffe aber, dass wir uns bald wieder sehen. Sie wohnt ne Ecke weg." erzählt er dann ziemlich wahrheitsgetreu. Dann vom Thema ablenkend. "Victor sagte, dass du auch ganz gerne kreativ bist." er unterstreicht den Satz, indem er eine imaginäre Can schüttelt und Sprühbewegungen ausführt. "Das find ich ziemlich spannend, wo hast du denn dein Revier normalerweise?"
"Vor dem Studium habe ich im Künsterviertel von San My rumkreativiert.", erzählt sie. "Aber dafür bleibt jetzt leider wenig Zeit. Und du?"
"Überall und nirgends." Chip grinst. "Heißt da, wo sich grade was ergibt. Wenn du mal irgendwo was mit 'Drop' signiertes siehst, weißt du jetzt von wem es stammt. Wie ist dein Künstlername?"
"Pix." Megan hebt lachend die Schultern. "Ist vermutlich nicht so eine kluge Wahl gewesen, wenn mich eh schon jeder Pixie nennt. Aber um Klugheit ging es damals irgendwie nicht."
"Ach was, eben." Chip winkt ab. "Hm..wenn wir mal was zusammen machen, dann zeichnen wir mit 'Dropix', klingt auch cool."
"Ich hätte schon Lust, mal wieder was zu hübschen.", überlegt Megan mit kessem Grinsen.
Chip lacht und schaut Victor an. "Künstlerst du mal mit? Du studierst das schließlich."
"Das Sprayen liegt mir nicht so.", schmunzelt der Meermann. "Ich bin mehr der lanweilige Klassiker mit Pinsel."
"Ach, quatsch, langweilig. Deine Bilder sind mega.", fährt ihn seine Freundin an und setzt sich kurz.
Chip schaut amüsiert zwischen den beiden hin und her. "Ja, und wer Bilder schafft, der kann auch sprayen...ich hab mal mit einem Freund einen Bahnhof mit nem Feuerlöscher voller Farbe verziert, also es geht doch auch drum zusammen Spaß zu haben, aber das musst du wissen." Er grinst Victor verschwörerisch an und sieht dann zu seiner Freundin.
"Lässt du mich mal in deine Kiste gucken Pix? Vielleicht hab ich ja nen Wunsch später."
"Das ist der mieseste Anmachspruch, den ich je gehört hab.", lacht Megan. Sie klopft ihm kameradschaftlich auf die Schulter und winkt ihm, mitzukommen.
(in Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )