Wie Battlefield seine Netcode‑Probleme wirklich lösen könnte
Wenn man die Netcode‑Probleme von Battlefield nicht nur flicken, sondern dauerhaft lösen will, braucht es mehr als einzelne Patches. Die Ursachen liegen tief in der Architektur. Deshalb braucht es auch strukturelle Lösungen. Hier sind die wichtigsten Schritte, die DICE/EA aus technischer Sicht gehen müssten:
1. Klare Trennung von Gameplay‑Logik und Netzwerk‑Systemen
Aktuell sind viele Systeme miteinander verwoben. Das macht Fehler schwer zu beheben und erzeugt Seiteneffekte.
Ein moderner Shooter braucht eine saubere Trennung zwischen:
- Hit‑Detection
- Movement‑Prediction
- Physik
- Server‑Reconciliation
- Anti‑Cheat‑Checks
Nur so kann man gezielt optimieren, ohne an anderer Stelle neue Probleme zu erzeugen.
2. Serverseitige, deterministische Hit‑Detection
Battlefield verlässt sich stark auf clientseitige Berechnung. Das spart Serverlast, führt aber zu:
- „Ich war schon hinter der Wand“-Toden
- Treffern, die nicht registriert werden
- inkonsistenter Schadensverteilung
Die Lösung wäre ein System, bei dem der Server die finale Wahrheit über Treffer hat – wie bei Valorant oder CoD MW19+.
3. Höhere und stabilere Tickrate
Viele Probleme entstehen, weil Battlefield traditionell mit einer niedrigeren Tickrate arbeitet.
Eine moderne Architektur müsste:
- höhere Tickraten ermöglichen
- Last dynamisch verteilen
- Prioritäten intelligent setzen (z. B. Spielerinteraktionen > Zerstörung)
Das würde die Trefferregistrierung deutlich konsistenter machen.
4. Modernisierte Prediction‑ und Reconciliation‑Modelle
Battlefield hat extrem viele Variablen: Fahrzeuge, ballistische Projektile, Zerstörung, große Distanzen.
Die Prediction‑Modelle sind dafür eigentlich zu alt.
Ein Neuansatz müsste:
- Bewegungen präziser vorhersagen
- Serverkorrekturen glatter einbauen
- Desync‑Effekte minimieren
5. Effizientere Datenpakete und Priorisierung
Battlefield sendet sehr viele Daten gleichzeitig.
Eine moderne Lösung wäre:
- Datenpakete zu komprimieren
- unwichtige Informationen niedriger zu priorisieren
- kritische Daten (Hit‑Events, Movement) bevorzugt zu senden
Das reduziert Lags und verbessert die Konsistenz.
6. Skalierbare Serverarchitektur
Battlefield braucht Server, die Lastspitzen abfangen können – besonders bei:
- großen Maps
- vielen Fahrzeugen
- dynamischer Zerstörung
Eine skalierbare Architektur würde verhindern, dass der Netcode unter Last „einbricht“.
7. Langfristig: Teile der Engine neu entwickeln
Die Frostbite‑Engine ist leistungsfähig, aber viele Systeme sind historisch gewachsen.
Ein echter Fortschritt erfordert:
- Neuaufbau zentraler Netzwerk‑Module
- Modernisierung der Physik‑ und Zerstörungssysteme
- klare Modularisierung statt Flickwerk
Das ist ein großes Projekt – aber ohne diesen Schritt bleibt Battlefield in denselben Mustern gefangen.
Battlefield kann seine Netcode‑Probleme lösen – aber nicht durch kleine Patches.
Es braucht eine Neuarchitektur der zentralen Systeme: Hit‑Detection, Tickrate, Prediction, Datenpriorisierung und Serverstruktur.
Das ist aufwendig, aber es wäre der einzige Weg, um Battlefield technisch auf das Niveau moderner Shooter zu bringen und die bekannten Probleme dauerhaft zu beseitigen.